Mehr Effizienz in der Stadtverwaltung

juli Siegen. Eine Beigeordnete geht, ein(e) Nachfolger(in) wird kommen. Dieser Lauf der Dinge steht in der Siegener Stadtverwaltung zwar fest. An den Fachbereichsleiterstellen hingegen rütteln die Fraktionen von CDU, FDP und UWG heftig. Dieses Thema kam jetzt in Zusammenhang mit der scheidenden Beigeordneten Birgitta Radermacher in der jüngsten Sitzung des Siegener Stadtrats auf den Tisch (die SZ berichtete).

Die drei Fraktionen planen, Bürgermeister Steffen Mues mit der Änderung der Verwaltungsstruktur zu beauftragen. Nach ihrer Ansicht gibt es eine Hierarchieebene zu viel in den Rathäusern in Siegen, Weidenau und Geisweid. Die könnte abgeschafft werden, ohne dass die Arbeit der Verwaltung darunter leide. Und damit könne im städtischen Haushalt gespart werden. Dieses Vorhaben ist in der gemeinsamen Zielvereinbarung der drei Fraktionen für die Wahlperiode 2009 bis 2014 angerissen.

Zum Hintergrund: Der ehemalige Stadtdirektor Ulrich Mock hatte in den 1990er Jahren die Ebene der Fachbereichsleiter – es gibt heute acht in der Stadtverwaltung – neu geschaffen. Aus den früheren Ämtern wurden die heutigen Abteilungen, die Abteilungsleiter sind den Fachbereichsleitern unterstellt. Mock wollte die Ressourcenverantwortung dezentralisieren, zentrale Organisationseinheiten verkleinern oder auflösen. Ursprünglich war auch vorgesehen, die Zahl der Dezernenten oder Beigeordneten auf zwei zu reduzieren. Die Reform ist aber nie zu Ende umgesetzt worden.

Die UWG sei schon damals dagegen gewesen, sagte Fraktionssprecher Hans-Günter Bertelmann. Auch Klaus Volker Walter, FDP-Fraktionssprecher, befindet: „Es lief früher, mit den alten Strukturen, sehr gut.“ Die Dienstwege seien kürzer gewesen. Man habe die Verwaltungsebene gegründet, ohne zuvor eine Bestandsaufnahme zu machen, mokiert Bertelmann. Es sei „keine Kahlschlagpolitik“ gewollt, sondern die Fachbereiche sollten neu organisiert werden – vor dem Hintergrund der bestehenden Dezernentenstruktur, deren Aufgabenbereiche bleiben sollten, wie sie seien. Deshalb sei es auch nicht nötig, wie von den Grünen gefordert, mit der Neubesetzung der Sozialdezernentenstelle bis nach der Neustrukturierung zu warten.

„Nicht von heute auf morgen“ geht die Umstrukturierung laut Ute Höpfner-Diezemann, Sprecherin der CDU-Fraktion, über die Bühne. Sie wird aber wohl bald angestoßen. Schließlich soll die gerade frei gewordene Stelle des Fachbereichsleiters Städtebau, Umwelt und Verkehr, die Eckhard Schul besetzte, nach den Wünschen der oben genannten Mehrheitskoalition nicht neu ausgeschrieben werden. „Das muss in den nächsten Wochen entschieden werden“, so FDP-Mann Walter.Neben Schul, der diese Stelle inne hatte, verabschieden sich in den nächsten Jahren die Fachbereichsleiter Rolf Sauerland und Horst Fischer in den Ruhestand. Mit einem entsprechenden Vorstoß bei den Haushaltsberatungen Anfang 2010 ist zu rechnen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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