Mehr Kooperation mit Schulen nötig

Ministerin Kraft zum Antrittsbesuch in Siegen / Forderung: Auslastung verbessern

kk Siegen. Manchmal kommt es bekanntlich besser als man denkt, manchmal aber auch schlechter. Die Botschaft, die Hannelore Kraft, seit November Ministerin für Wissenschaft und Forschung, nach ihrem Antrittsbesuch in Siegen verkündete, klang fürs Erste positiv: Der Qualitätspakt zwischen Land und Universitäten gilt bis 2009. Bis dahin sollten die Bildungseinrichtungen die Planungssicherheit nutzen, um die Qualität in Forschung und Lehre zu optimieren. Nur: Allzu sicher scheint es auch um diese Sicherheit nicht bestellt zu sein. Die Kassen sind leer. Kürzungen sind an der Tagesordnung. Der Etat des Kraft-Ministeriums ist durch die Zusagen aus dem Qualitätspakt nahezu ausgereizt. Will heißen: Werden die Gelder zusammengestrichen, geht es ans Eingemachte.

In Siegen standen Gespräche mit dem Rektorat, dem Senat, dem AStA, dem Fachbereich Chemie sowie ein Besuch in der Firma PMD Technologies an. Ein Thema waren nicht zuletzt die schwach ausgelasteten Fachbereiche Chemie und Physik. Die Ministerin plädierte für eine verstärkte Kooperation mit den Schulen, um Mädchen und Jungen frühzeitig für die Natur- und auch für die Ingenieurwissenschaften zu begeistern. Ein Hochlohnland wie Deutschland, das auf die Qualität seiner Produkte setze, brauche in diesen Bereichen ausreichend Nachwuchs. Zur Auslastung: »Wir wollen nicht zu viel Überkapazitäten.« Das bedeute aber nicht, dass Kapazitäten abgebaut werden sollten. Zumal sowohl die Physik als auch die Chemie in ganz NRW nicht sonderlich hoch in der Gunst der Studienanfänger stünden. Kraft: »Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Qualitätspakt eingehalten wird.« Ein schweres Wort in finanzarmen Zeiten. Ein Schelm, der in Anbetracht ständiger Streichlisten zumindest vage ans Eingemachte denkt…

Einen Kritikpunkt brachte der Gast aus Düsseldorf an: Die Zielvereinbarungen müssten noch konkreter und einheitlicher werden, um einen Vergleich zwischen den Hochschulen zu ermöglichen. Die Ministerin ihrerseits sicherte zu, den Universitäten eine Landesplanung an die Hand zu geben: »Die Hochschulen wollen wissen, wo das Land hin will.« Ansonsten war Hannelore Kraft voll des Lobes. Im Gespräch mit dem Rektorat habe sie »einen positiven Eindruck« gewonnen. Aus dem Austausch mit dem Allgemeinen Studierenden-Ausschuss nehme sie vor allem die Anregung mit, ein landesweit gültiges Semesterticket einzuführen. Und zur Mikro- und Nanochemie mit Prof. Dr. Alfred Meixner: »Es ist schon beeindruckend, was der dort macht.«

Zwar hatte sich Hannelore Kraft bereits bei der Verleihung des Zukunftspreises in Berlin ein Bild von Prof. Dr. Rudolf Schwarte und der Firma PMD Technologies machen können, sie nutzte aber die Gelegenheit, sich vor Ort über die Situation des Wissenschaftlers als Existenzgründer zu informieren. Schwarte legte ihr ans Herz, auch künftig für ausreichend Geld in der Forschung zu sorgen und besonders Kooperationen zur Schaffung innovativer Produkte zu unterstützen. Ein Besuch im Technologiezentrum rundete den Besuch der Ministerin in Siegen ab.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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