Mehr Lokalpatriotismus

 Im Kreis Siegen-Wittgenstein sind nach Informationen der Kreisverwaltung aktuell 4136 Fahrzeuge mit BLB-Kennzeichen angemeldet. Foto: kalle
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kalle/sz - Aktuell sind 4136 Fahrzeuge mit BLB-Kennzeichen im Kreis Siegen-Wittgenstein zugelassen. Darunter sind 849 Fahrzeuge die neu zugelassen worden sind („Erstzulassungen“). Bei 600 Fahrzeuge wurden die Kennzeichen auf Blech von SI auf BLB geändert. Aus anderen Zulassungsbezirken kamen 1652 Fahrzeuge ins Kreisgebiet, die sich dann für ein BLB-Kennzeichen entschieden haben. Der Rest sind dann – von einigen Spezialfällen abgesehen (Fahrzeuge aus dem Ausland, Wiederzulassungen etc.) – Gebrauchtfahrzeuge, die innerhalb des Kreisgebietes von einem auf einen anderen Halter umgemeldet wurden. Das sind die regionalen Fakten zum Thema „Vielfalt der Autokennzeichen“ im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Auf den NRW-Straßen herrscht immer größere Vielfalt. Egal ob GLA für Gladbeck (statt RE für Recklinghausen) oder GEL für Geldern (statt KLE für Kleve) – mittlerweile sind 22 einst ausrangierte Buchstabenkombinationen wieder eingeführt worden. Es ist noch kleine zwei Jahre her, dass die Städte und Kreise beim Bund in Berlin alte Kürzel beantragen können, die bei der Gebietsreform in den 70-er Jahren weggefallen waren. Die Buchstabenkombinationen, die jetzt wieder aus dem Hut gezaubert werden, „liefern eine Identifikationsfläche“, sagt Tourismusforscher Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn. „Sie wirkt vor allem stark nach innen!“ Soll heißen: Zum Beispiel unsere Wittgensteiner freuen sich darüber, ihren Heimatort auf dem eigenen Nummerschild zu tragen. Bochert hat in einer Studie bundesweit mehr als 50 000 Menschen befragen lassen, ob sie die alten Kennzeichen zurück haben möchten. Die Antwort war eindeutig: 72 Prozent wünschten sich eine Rückkehr. Auch Markus Faber, Referent für Wirtschaft und Verkehr beim Landkreistag NRW, geht von einer identitätsstiftenden Wirkung der Kürzel aus – sieht den sonstigen Zusammenhalt in den Kreisen aber nicht gefährdet. „Dafür sind die Kennzeichen zu symbolisch“, sagt Faber, „sie sind nicht das Fundament der kommunalen Selbstverwaltung.“

Ohnehin scheinen Lokalpatriotismus und Nostalgie nicht die einzigen Gründe für die Wahl der Buchstabenkombination zu sein. Viele junge Menschen, die vor der Gebietsreform noch nicht auf der Welt waren, haben andere Gründe für die neuen Kennzeichen. Etwa weil viele Wunschkennzeichen mit individuellen Extra-Kombinationen unter dem neuen Kennzeichen möglich sind.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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