SZ

Unfallstatistik der Polizei Siegen-Wittgenstein
Mehr Tote im Straßenverkehr

Diese Bilder sind auf unseren Straßen leider immer häufiger zu sehen: E-Bikes werden öfter in Unfälle verwickelt. Im Mai 2020 z. B. raste ein Pedelec-Fahrer in Wilden ungebremst in eine Hauswand.
  • Diese Bilder sind auf unseren Straßen leider immer häufiger zu sehen: E-Bikes werden öfter in Unfälle verwickelt. Im Mai 2020 z. B. raste ein Pedelec-Fahrer in Wilden ungebremst in eine Hauswand.
  • Foto: kay (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz/js Siegen/Bad Berleburg. Auch wenn die Bilanz der Pandemie unterm Strich einem Totalschaden gleichen dürfte, in der Verkehrsunfallstatistik der Polizei hat sie sich positiv niedergeschlagen – das ist landesweit der Fall, aber auch auf regionaler Ebene. Lockdown-Phasen und der damit verbundene Rückgang der Mobilität lassen sich deutlich ablesen. Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein vermeldet so für ihren Zuständigkeitsbereich einen deutlichen Rückgang von Verkehrsunfällen im Jahr 2020.
Weniger Unfälle
Demnach wurden 8336 Verkehrsunfälle registriert, das sind 1777 weniger als 2019. Ein Rückgang um 18 Prozent. NRW-weit verkündete Innenminister Herbert Reul am Mittwochvormittag einen Rückgang um 16,4 Prozent.

sz/js Siegen/Bad Berleburg. Auch wenn die Bilanz der Pandemie unterm Strich einem Totalschaden gleichen dürfte, in der Verkehrsunfallstatistik der Polizei hat sie sich positiv niedergeschlagen – das ist landesweit der Fall, aber auch auf regionaler Ebene. Lockdown-Phasen und der damit verbundene Rückgang der Mobilität lassen sich deutlich ablesen. Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein vermeldet so für ihren Zuständigkeitsbereich einen deutlichen Rückgang von Verkehrsunfällen im Jahr 2020.

Weniger Unfälle

Demnach wurden 8336 Verkehrsunfälle registriert, das sind 1777 weniger als 2019. Ein Rückgang um 18 Prozent. NRW-weit verkündete Innenminister Herbert Reul am Mittwochvormittag einen Rückgang um 16,4 Prozent.
Sowohl die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden (54 weniger als im Vorjahr, Rückgang um 8 Prozent) als auch die Anzahl der verunglückten Personen (60 bzw. 7 Prozent weniger) nahm im Vergleich zum Jahr 2019 ab. „Die Entwicklungen der Verunglücktenzahlen in den Risikoaltersgruppen sind in nahezu allen Bereichen sehr positiv“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Pedelec-Unfälle nehmen deutlich zu

In der Unfallhäufigkeit – so bezeichnen die Beamten die Anzahl der Verkehrsunfälle bezogen auf jeweils 100 000 Einwohner – belegt Siegen-Wittgenstein mit 233 im landesweiten Vergleich Rang 5.

Neun statt drei Tote

Auch wenn die Kreispolizeibehörde im Landesvergleich nach eigener Bewertung „wieder sehr gut“ abschneidet, meldet sie doch auch eine bedauerliche Entwicklung: Die Anzahl der Verkehrsunfalltoten stieg von drei auf neun. „Dies ist nach dem niedrigsten Stand im Vorjahr nun neben 2015 der höchste Stand seit 2010.“
Bis auf einen Anstieg der Verunglücktenzahlen (sowohl Leichtverletzte als auch Schwerverletzte und Getötete) in der Altersgruppe der Jugendlichen sanken die Zahlen in den übrigen Altersgruppen. Erstmals seit 2015 verlor tragischerweise wieder ein Kind sein Leben bei einem Verkehrsunfall. „Ein weiterer für die Statistik bedeutsamer Unfall ereignete sich im August, als ein Schulbus im Bereich Wilgersdorf beteiligt war.“ Hierbei gab es alleine zwölf verletzte Kinder sowie zwölf verletzte Jugendliche.

Mehr E-Bikes, mehr Unfälle

Bei den Verkehrsbeteiligungsarten falle auf, dass es einen permanenten Anstieg bei den verunglückten E-Bike-Fahrern gibt. Waren dies 2014 noch fünf Verunglückte, so mussten vergangenes Jahr bereits 39 Verunglückte gezählt werden. „Dies ist auf die rasant wachsende Anzahl an E-Bike-Nutzern zurückzuführen.“ Zudem erlebte das Fahrrad als Fortbewegungsmittel im vergangenen Jahr einen nochmals deutlich ansteigenden Boom. Die Anzahl der verunglückten Fahrradfahrer stieg ebenfalls an, wobei sich die Zahl durchaus im Rahmen der vergangenen Jahre bewegt, sodass kein grundsätzlicher Trend erkennbar ist.
Im Bereich der Motorradfahrer ist mit 54 verunglückten Bikern der drittniedrigste Stand innerhalb der vergangenen zehn Jahre erreicht worden. „Leider sind im vergangenen Jahr vier getötete Kradfahrer zu beklagen“, so die Polizei.

Zu hohes Tempo oft Unfallursache

Was fällt bei den Unfallursachen auf? „Vorfahrt/Vorrang“ und „Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren“ haben einen Anteil von 47 Prozent an allen Personenschadensunfällen mit Hauptunfallursachen ausgemacht. „Insgesamt muss allerdings berücksichtigt werden, dass bei Unfällen mit anderen Ursachen die Geschwindigkeit meist nur sehr schwer exakt zu ermitteln ist, wohingegen z. B eine Vorfahrtsverletzung oftmals eindeutig ist.“ Schon geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen in Kombination mit anderem Fehlverhalten erhöhten die Unfallgefahr deutlich. „Insofern wird die Hauptunfallursache Geschwindigkeit auch weiterhin einen Schwerpunkt in der polizeilichen Verkehrsunfallbekämpfung bilden.“

Unfallflucht: viermal täglich

Fersengeld zu geben, liegt weniger im Trend: Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Unfallflüchtigen ging im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurück. „Trotzdem kam es insgesamt im Schnitt viermal täglich im Kreisgebiet zu einer Verkehrsunfallflucht.“

Mehr illegale Autorennen

Die Zahl der illegalen Autorennen hat im Kreisgebiet zugenommen. Wie die Polizei der SZ sagte, wurden 17 Fälle des gefährlichen motorisierten „Kräftemessens“ registriert, keiner davon endete in einem Unfall. Im Jahr zuvor waren es noch zwölf solcher Rennen gewesen, eines davon hatte Folgen, führte zu einem Unfall. Die meisten dieser illegalen Bleifuß-Jadgen finden im Siegener Stadtgebiet statt, aber längst nicht alle. Polizeisprecher Stefan Pusch berichtet von Rennen über das gesamte Kreisgebiet verteilt.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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