Mengel und Stötzel machen Ernst

 Zwar hätte am Donnerstag die Teilnehmerzahl nicht ausgereicht, um alle 22 Listenplätze zu besetzen – aber der Abend hat Jens Stötzel und Matthias Mengel darin bestärkt, eine freie Liste für den Rat Mudersbach aufstellen zu wollen.
  • Zwar hätte am Donnerstag die Teilnehmerzahl nicht ausgereicht, um alle 22 Listenplätze zu besetzen – aber der Abend hat Jens Stötzel und Matthias Mengel darin bestärkt, eine freie Liste für den Rat Mudersbach aufstellen zu wollen.
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damo - Es ist kein Alleinstellungsmerkmal des Mudersbacher Gemeinderats, dass bei Abstimmungen häufig nur gefragt wird, ob es Gegenstimmen gibt – in vielen Räten wird nach diesem Muster gezählt, schließlich geht das, wenn Konsens herrscht, deutlich schneller. Aber im Mudersbacher Rat sitzt jemand, der dieses Procedere kaum mit seinem Demokratieverständnis in Einklang bringen kann: „Mir tut das weh“, sagt Matthias Mengel. „Ich freue mich doch, für etwas zu sein. Also will ich dafür abstimmen.“ Außerdem irritiert es ihn, dass es im Regelfall ohnehin keine Gegenstimmen gibt. Und damit steht er nicht allein: „Wenn immer 22 dafür sind, stimmt doch was nicht“, meint Jens Stötzel.

Gemeinsam wollen die beiden eine andere Diskussionskultur in den Gemeinderat bringen (die SZ berichtete). Aber nicht allein – und deshalb haben sie am Donnerstag bei einem offenen Infoabend in Niederschelderhütte Mitstreiter gesucht.

Noch würde es nicht reichen, um wirklich alle 22 Listenplätze (so viele Sitze gibt es im Rat Mudersbach) zu besetzen. Aber unter sich sind Stötzel und Mengel am Donnerstagabend auch nicht geblieben. Exakt elf Menschen sind erschienen – man darf unterstellen, dass sie sich von der Ankündigung, mehr Ideen, mehr Kontroversen und mehr Transparenz in die Kommunalpolitik zu bringen, angesprochen fühlen.

Denn Mengel und Stötzel bekamen keinen Gegenwind – so hat keiner der Anwesenden die Arbeit der beiden etablierten Fraktionen gegen die Kritik, die Mengel und Stötzel unlängst im SZ-Gespräch erhoben hatten, verteidigt. Ganz im Gegenteil: Es ist den beiden Initiatoren – zumindest phasenweise – gelungen, lebhafte inhaltliche Diskussionen zu entfachen.

Und genau das wollen die beiden bekanntlich: Platz schaffen für neue Ideen und neue Blickwinkel, abseits von Fraktionszwängen. „Wenn zwei Stimmen im Rat sich immer mehr entsprechen, dann wollen wir die dritte sein“, sagte Mengel.

Dass sie einiges zu sagen hätten, wurde gestern durchaus deutlich: Gut anderthalb Stunden lang skizzierten sie die Felder der Kommunalpolitik, auf denen sie Handlungsbedarf sehen.

Bis sie aber wirklich den Wählern die angekündigte Alternative bieten können, sind noch ein paar bürokratische Hürden zu nehmen – denn an dem Status „Freie Wählergruppe in Gründung“ hat sich gestern noch nichts geändert. Aber das wird am 15. Februar so weit sein: Dann soll in Mudersbach eine formelle Gründungsversammlung stattfinden. Diese wird aber ohne die üblichen Vereinsregularien auskommen: Eine Satzung und einen Vorstand braucht eine Wählergruppe nicht.

Der nächste Schritt soll dann die Aufstellung einer Liste sein. Dazu müssen sich keine 22 Mitstreiter finden, denn nicht alle Plätze müssen besetzt sein. Aber mehr „als drei, vier Leute“ sollten es schon sein, ließ Stötzel anklingen. Die Aufstellung der Liste sollte etwa Anfang März, wenn Karneval vorbei ist, vollzogen werden, führte er aus.

Wer dann auf der Liste steht, ist noch offen, und natürlich weiß auch noch keiner, wie der Wahlkampf aussehen wird. Nur, wie er nicht sein wird, ist jetzt schon klar: Große, teure Plakate wird’s nicht geben. „Wir werden eher Themen besetzen und die Menschen direkt ansprechen“, kündigte Matthias Mengel an.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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