Mensch und Technik zum Wohle des Kindes

Neuropädiatrische Abteilung der DRK-Kinderklinik Siegen existiert seit 25 Jahren

Siegen. Ein Viertel Jahrhundert ist sie schon alt: die neuropädiatrische Abteilung der DRK-Kinderklinik Siegen. „Dass wir schon 25 Jahre lang Kindern helfen, ist ein Grund zum Feiern”, gab der Chefarzt der Abteilung, Dr. Wilfried Pott, gestern seine persönliche Einschätzung des Jubiläums ab.

Ein Blick zurück: Am 1. Juni 1975 wurde die damalige „Sonderambulanz für anfallskranke Kinder” umgewandelt in die „neuropädiatrische Abteilung”. Somit ist sie die jüngste der fünf selbständigen Fachabteilungen der DRK-Kinderklinik. Doch bereits seit Anfang der 60er Jahre beschäftigte man sich in der Klinik mit neuen Möglichkeiten einer wirkungsvollen Hilfe für anfallskranke Kinder. Bereits 1963, als die Ableitung und Messung von Hirnströmen (Elektroencephalografie = EEG) noch in den Kinderschuhen steckte, richtete der damalige ärztliche Direktor Gerhard Körver († 1999) ein EEG-Labor ein und organisierte die qualifizierte Ausbildung seines Teams. Elf Jahre später wurde Dr. Dierck Heye Mitarbeiter der Klinik und übernahm von 1975 bis 1996 die Leitung der neugeschaffenen neuropädiatrischen Abteilung. Im ersten Jahr wurden nahezu 2200 EEGs abgeleitet. Anfang der 90er waren es bis zu 4000. Chefarzt Pott: „Die Zahl ist schon sehr hoch und spricht für unsere Klinik.”

„Durch die Bildung einer einzelnen Abteilung mit einer eigenen Leitung bietet sich uns eine bessere Problemorientierung”, erklärte Pott. So werden heute alle neurologischen Krankheitsbilder des Kindes- und Jugendalters diagnostiziert und behandelt. Behandlungsschwerpunkte sind Erkrankungen des Nervensystems, insbesondere kindliche Anfallserkrankungen (Epilepsie). „Natürlich gehört auch die Behandlung chronisch kranker, mehrfach behinderter Patienten – beispielsweise verursacht durch Unfälle – dazu”, so der Chefarzt. In Zusammenarbeit mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum werden sogar zur Zeit die Voraussetzungen geschaffen, damit Kinder und Jugendliche nach ihrem stationären Aufenthalt in der DRK-Kinderklinik teilstationär und ambulant weiter wohnortnah rehabilitiert werden können. Pott: „Anfang der Neunziger lagen unsere kleinen Patienten noch durchschnittlich elf Tage auf unserer Station, dieses Jahr sind es nur noch sechs.”

Die Station wartet mit hochmodernen Geräten auf: ein videoüberwachtes Patientenzimmer steht ebenso zur Verfügung wie der so genannte „Snoezelenraum”, sprich Entspannungsraum. In der EEG-Abteilung können Kinder mit Anfallsleiden durch den Einsatz digitaler Computer-EEG-Ableitungen optimal betreut werden. „Wir beobachten die Kinder teilweise über mehrere Stunden”, erzählt der Chefarzt. „Die Daten werden direkt an den Computer weitergeleitet, wo wir uns die EEGs parallel zu den Videoaufzeichnungen ansehen können. Die früher üblichen Stapel von Endlospapier gehören damit der Vergangenheit an.”

Neben der hochmodernen Technik kümmern sich 15 Schwestern und Pfleger, zwei Ärzte, ein Psychologe und eine Erzieherin um die Kinder. Heilpädagogen, Krankengymnasten und Logopäden komplettieren das Team. „Dazu kommt die gute Zusammenarbeit mit der Villa Dorothee in Kreuztal”, ergänzt der Arzt. „Wenn Eltern beispielsweise mal zwei Wochen in den Urlaub möchten, werden die Kinder dort vorbildlich betreut. So kann man alles zusammen vielleicht als eine Art Zufluchtsort bezeichnen.” matz

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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