Pro-Fil spendet 20.500 Euro für Hilfe in Cebu
Menschen fehlt es an Essen und medizinischer Versorgung

Regelmäßig besucht Pater Prof. Dr. Heinz Kulüke die Menschen in den Slums und auf den Mülldeponien von Cebu auf den Philippinen.
  • Regelmäßig besucht Pater Prof. Dr. Heinz Kulüke die Menschen in den Slums und auf den Mülldeponien von Cebu auf den Philippinen.
  • Foto: Pro-Fil
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

gro/sz Siegen. Die Pandemie stellt alle Menschen seit vielen Monaten vor große Herausforderungen. Nicht nur in Deutschland und Europa, auch in anderen Teilen der Erde sind die Auswirkungen deutlich zu spüren. Besonders die Entwicklungsländer trifft das stark. Der Verein Pro-Fil, der vor allem im Siegerland ansässig ist, möchte deshalb auf die Corona-Problematik in den ärmeren Ländern der Welt aufmerksam machen.

20.500 Euro für Kinder in Not

Pro-Fil sammelt seit 2002 regelmäßig Spenden, um Kinderhilfsprojekte in Asien und Afrika zu unterstützen. Erst kürzlich konnten 20.500 Euro gesammelt werden. Normalerweise sichert der größte Teil der Spenden den Kindern in den Slums, auf der Straße und den Mülldeponien den regelmäßigen Schulbesuch, damit sie einen sicheren Weg aus der Armut beschreiten können. So werden Kinder vom Müllsammeln, von Menschenhändlern und von Drogen ferngehalten. Doch die Prioritäten des Vereins liegen in Zeiten der Pandemie woanders.

Nahrung und medizinische Grundversorgung

Momentan ist in den Entwicklungsländern, beispielsweise auf den Philippinen in der Metropole Cebu, wegen der anhaltenden Pandemie kein Schulunterricht möglich. Aus diesem Grund muss die Priorität auf Nahrung und medizinischer Grundversorgung liegen: „Ich bin immer wieder tief bewegt von der Großzügigkeit der Spender von Pro-Fil. Derzeit müssen wir bis zu 5000 Familien in unseren Projektgebieten mit Grundnahrungsmitteln versorgen. Es sind Familien von den Mülldeponien, Stadtslums und Bewohner von Friedhöfen und Gehwegen. Sie haben schlicht nichts zu essen“, sagt Prof. Dr. Heinz Kulüke von der San Carlos University in Cebu, die die Verwendung der Spendengelder zusammen mit vielen ehrenamtlich Aktiven und dem Verein Pro-Fil koordiniert.

Politische Unruhen

Erschwerend kommt hinzu, dass die Slums kürzlich von Militäreinheiten abgesperrt wurden und die Menschen somit momentan auf sich allein gestellt sind. Auch bei anderen Projekten, die von Pro-Fil unterstützt werden, treten vermehrt Probleme auf.
Im Kumbaya-Waisenhaus in Kampala kämpfen Kinder täglich ums Überleben. Das Heim kann bis zu 50 Kinder aufnehmen und ihnen neben Schulbildung auch eine musikalische Ausbildung ermöglichen. Seit Jahren fördert Pro-Fil dieses Waisenhaus. Durch politische Unruhen, so Pro-Fil, seien auch diese Kinder in großer Not.

Heimleiter festgenommen

„Wir haben derzeit mit den Helfern vor Ort nur über SMS und Telefon Kontakt und mussten erfahren, dass der Heimleiter Robert Ssenfuma von marodierenden Polizisten festgenommen wurde und nur gegen ein Schutzgeld freigelassen wurde“, teilt Pro-Fil-Vorsitzender Matthias Merzhäuser der SZ mit.
Dem Heimleiter sei ohne Begründung und ohne Gerichtsverhandlung eine Gefängnisstrafe bis Ende des Jahres 2021 angedroht worden. Die Kumbaya-Kinder seien nun ohne seine aufopferungsvolle Betreuung besonders bedroht, da noch weitere Helfer unter Druck gesetzt werden sollen und ihre Arbeit nicht ausführen können. Derzeit sei lediglich eine einzige Betreuerin für 50 Kinder im Einsatz.

Kumbaya-Heim lebt von Spenden

„Das Heim lebt nur von Spenden. Wir hoffen, dass sich die politische Lage dort schnell beruhigt, und Robert frei kommt. Ansonsten sterben Kinder“, so der Vorsitzende von Pro-Fil besorgt.
Der Verein hofft, auch in Zukunft weiterhin Spenden für die Ärmsten der Armen sammeln zu können. „Die Menschen in den Entwicklungsländern wären froh, sie könnten ihre Kinder zu Hause betreuen, unterrichten und ernähren. Das ist der Unterschied zwischen denen und uns“, so Merzhäuser besorgt und nachdenklich. Ob er in naher Zukunft wieder mal nach Cebu reisen kann? Je nach Lage der Dinge in der Corona-Pandemie. Bis dahin will er weiterhin von seiner Heimat Siegen aus versuchen, den Kindern in Not zu helfen.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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