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Netphener wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht
Messer durchs Gesicht gezogen

Bewaffnet näherte sich die Polizei im Januar des vergangenen Jahres dem Haus, in dem sich Ralf Carsten M. aufhielt, der kurz zuvor einem Nachbarn eine schlimme Schnittverletzung im Gesicht zugefügt hatte. Nun steht M. vor dem Landgericht.
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  • Bewaffnet näherte sich die Polizei im Januar des vergangenen Jahres dem Haus, in dem sich Ralf Carsten M. aufhielt, der kurz zuvor einem Nachbarn eine schlimme Schnittverletzung im Gesicht zugefügt hatte. Nun steht M. vor dem Landgericht.
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juka Siegen/Netphen. Sichtlich nervös und mit leicht zittriger Stimme berichtet Ralf Carsten M. vom 4. Januar 2020. Seit Donnerstag muss sich der 53-Jährige vor dem Siegener Landgericht wegen schwerer Körperverletzung verantworten. „Es war ein Unfall, den ich so nicht wollte. Es tut mir von ganzem Herzen leid“, beteuert der Angeklagte. Anfang Januar 2020 war auf dem Parkplatz vor einem Wohnhaus in der Netphener Kronprinzenstraße ein wochenlanger Streit eskaliert. M. zückte ein Messer und zog seinem heute 54-jährigen Opfer, mit dem er zu diesem Zeitpunkt im gleichen Haus wohnte, die Klinge durch das Gesicht, fügte ihm dabei eine Stichverletzung von der Ohrmuschel bis zum Mundwinkel zu.

juka Siegen/Netphen. Sichtlich nervös und mit leicht zittriger Stimme berichtet Ralf Carsten M. vom 4. Januar 2020. Seit Donnerstag muss sich der 53-Jährige vor dem Siegener Landgericht wegen schwerer Körperverletzung verantworten. „Es war ein Unfall, den ich so nicht wollte. Es tut mir von ganzem Herzen leid“, beteuert der Angeklagte. Anfang Januar 2020 war auf dem Parkplatz vor einem Wohnhaus in der Netphener Kronprinzenstraße ein wochenlanger Streit eskaliert. M. zückte ein Messer und zog seinem heute 54-jährigen Opfer, mit dem er zu diesem Zeitpunkt im gleichen Haus wohnte, die Klinge durch das Gesicht, fügte ihm dabei eine Stichverletzung von der Ohrmuschel bis zum Mundwinkel zu. Drei Liter Blut verlor das Opfer dabei, eine Arterie in der rechten Wange wurde durchtrennt, mehrere Stunden musste er notoperiert werden.

„Es ging alles so schnell, ich konnte überhaupt nicht reagieren“, erklärte das Opfer beim Prozessauftakt, der nach eigenen Aussagen durch die Verletzung noch immer Probleme beim essen und schlafen hat und auch äußerlich gezeichnet ist. Nach dem Angriff ergriff der Geschädigte sofort die Flucht, hielt ein vorbeifahrendes Auto an und wurde in ein Siegener Krankenhaus gebracht.

Immer wieder von Jugendlichen bedroht

„Mir sind einfach die Nerven durchgegangen, ich wollte ihn mit dem Messer bedrohen, damit er mir die Wahrheit sagt“, berichtet M. Das Messer habe er auf einem Flohmarkt gekauft und immer bei sich getragen, da er immer wieder von Jugendlichen bedroht und beleidigt werde. „Ich wollte ihm eigentlich nur ein paar ins Gesicht schlagen, das gebe ich zu, aber so wollte ich das wirklich nicht“, beteuert der Angeklagte.

Die Polizei sperrte das Gelände großräumig ab.
  • Die Polizei sperrte das Gelände großräumig ab.
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Wie es zu den schlimmen Schnittverletzungen dann genau gekommen ist, könne er sich nicht erklären. Die Tatwaffe schmiss M. später in die nahegelegene Netphe. Nach seiner Festnahme stritt der 53-Jährige die Tat zuerst ab, zeigte sich dann aber doch geständig. „Ich hatte einfach Angst. Mir ist dann aber doch klar geworden, dass es besser ist, ehrlich zu sein“, so M., der die Beamten schließlich auch zum Fundort des Messers führte. Laut eines psychiatrischen Gutachtens zeigt der Angeklagte Anzeichen für eine seicht verlaufende Psychose. Auffassungs- und Konzentrationsfähigkeit seien eingeschränkt, zudem gebe es Zeichen des Wahnerlebens und von akustischen Halluzinationen. „Die Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit könnte eingeschränkt gewesen sein. Die Gefahr für weitere rechtswidrige Taten ist nicht naheliegend, aber zu befürchten“, heißt es weiter.

Auseinandersetzung hoch geschaukelt

Der Ursprung für den Konflikt lag dabei schon einige Wochen zurück. Der Roller des Angeklagten sprang morgens nach eigenen Angaben nicht mehr an und funktionierte auch in der Folge nicht normal. „Aber ich brauchte ihn, um auf die Arbeit zu kommen“, so M. Daraufhin habe das spätere Opfer ihm sein Gerät für drei Wochen geliehen. Doch auch dieses lief laut des Angeklagten nicht einwandfrei. „Er hat meinen Vergaser ausgebaut und seinen bei mir eingebaut und meinen bei sich eingesetzt“, wirft M. dem Opfer, zu dem er eigentlich ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt habe, vor. „Das stimmt aber einfach nicht, ich habe noch den ursprünglichen Vergaser drin, nie etwas daran gemacht“, erwidert das Opfer. „Was hätte ich denn überhaupt für einen Grund, das zu tun“, fragt der Mann Richterin Elfriede Dreisbach.

Auf Straße niedergestochen

In der Folge habe sich die Auseinandersetzung immer wieder hoch geschaukelt, es sei aber zuerst bei verbalen Attacken geblieben. „Lass mich in Ruhe, sonst passiert was“, erinnert sich das Opfer an einen der Konflikte. Erst Anfang Januar des vergangenen Jahres, als M. sich aus seiner Wohnung ausgesperrt hatte und auf den Schlüsseldienst wartete und das Opfer nach eigenen Aussagen vom einkaufen zurückkam, blieb es nicht mehr bei einem verbalen Angriff. Mit schweren Folgen für den 54-jährigen Geschädigten. Bereits am Freitag wird die Verhandlung fortgesetzt.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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