Michael Sittler hat Spielchen satt

 Seit fünf Monaten müssen die Berufspendler, die von Richstein aus ihre Arbeitsplätze im Raum Bad Laasphe oder im benachbarten Hessen erreichen wollen, erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Foto: Timo Karl
  • Seit fünf Monaten müssen die Berufspendler, die von Richstein aus ihre Arbeitsplätze im Raum Bad Laasphe oder im benachbarten Hessen erreichen wollen, erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Foto: Timo Karl
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vö - Um Michael Sittler, dem Richsteiner Ortsvorsteher, den Puls richtig nach oben zu treiben, muss man sich normalerweise größte Mühe geben. Am Dienstag war es allerdings so weit, der langjährige Stadtverordnete hatte Mühe, seine Emotionen unter Kontrolle zu behalten – ausgerechnet nach der Lektüre der Siegener Zeitung. Grund dafür war die erneute Berichterstattung der SZ über die erheblichen Verzögerungen bei der Sanierung der L903 zwischen Richstein und Puderbach. Bernhard Hackner, Vorstandsmitglied der bauausführenden Fritz Herzog AG, hatte mögliche Qualitätsmängel beim Straßenbau – wie von Straßen NRW öffentlich gemacht – aus seiner Sicht deutlich zurückgewiesen und die ungeplante Verlängerung der Maßnahme mit den topographischen Schwierigkeiten erklärt. Hackner wörtlich: „Wir haben keine falschen Mischungen verwendet, das ist definitiv nicht der Fall. Wir hatten punktuell Schwierigkeiten mit dem Einbau, weil die Strecke teilweise eng und steil ist.“

Diese Aussage trieb Michael Sittler allerdings die Zornesröte ins Gesicht: „Wenn ich mich als Unternehmen um die Ausschreibung einer Straßensanierung bewerbe, dann schaue ich mir die Straße doch wohl vorher an. Die Topographie der L903 ist doch nicht vom Himmel gefallen.“ Er kenne die Straße, so der Ortsvorsteher, wie viele Richsteiner, seit Jahrzehnten und könne über derartige Ausreden nur den Kopf schütteln. „Wenn ich weiß, dass es sich um eine schwierige Straße handelt, muss ich möglicherweise mit einem anderen Preis an die Sache gehen oder muss darauf verzichten, wenn mir eventuell die Möglichkeiten fehlen.“

Leidtragende seien viele Richsteiner Berufspendler, die jeden Morgen zu ihren Arbeitsplätzen im Raum Bad Laasphe oder im angrenzenden Hessen kommen müssten. Dass die Straße endlich saniert werde, sei absolut positiv „und die Umleitung wurde klaglos in Kauf genommen“. Mittlerweile sei der Zeitrahmen aber um zwei Monate überschritten und eine Fertigstellung Mitte September – wie angekündigt – sehe er auch noch nicht wirklich, schob der Ortsvorsteher hinterher: „Aus Sicht der Betroffenen ist das eine Frechheit. Dass der schwarze Peter bei Baumaßnahmen, die nicht reibungslos ablaufen, gerne von A nach B geschoben wird, ist nicht neu und gängiges Geschäft. Hier werden die Spielchen aber auf dem Rücken der Dorfbevölkerung ausgetragen. Das geht so nicht.“ Irgendwann seien diese Einschränkungen und nicht unerhebliche Umwege einfach nicht mehr hinnehmbar.

Zumal, und darauf wies Michael Sittler in diesem Zusammenhang ebenfalls hin, auch die Sanierung der K53 alles andere als planmäßig über die Bühne gegangen sei. Mit Spannung darf jetzt erwartet werden, wie die Arbeiten an der L903 in den nächsten Tagen fortgesetzt werden – denn Karl-Josef Fischer, Pressesprecher von Straßen NRW, hatte angekündigt, dass die Behörde Mitte September mit der Freigabe der Straße rechne. Dann nach einer Bauzeit von fünfeinhalb Monaten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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