Migrationsdöner – extra scharf

Verbale „Tritte“ verpasste Django Asül der CSU, Angela Merkel, Finanztheologen und Bildungsbulimisten.  Foto: hel
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hel Siegen. Ausverkauftes Haus konnte man auch bei Django Asüls zweitem Auftritt nach 2002 im Lÿz vermelden, als sich der türkische Niederbayer über das Fragile in Gesellschaft und Politik mit bitterbösen Erkenntnissen und lustigen Sprüchen ausließ. Das Siegener Publikum wusste seinen niveauvollen, temporeichen Auftritt zu schätzen, ebenso wie der Kabarettist seine Zuhörer. Anderenfalls hätte er ja gleich nach Kreuztal weiterfahren können.

„Leicht ist es nicht – aber lustig!“ So lautete das Motto von Django Asül, der am Samstagabend zwei Stunden lang mit schonungsloser Politsatire im Schnellgang aufwartete. Um Fragilität, die längst zum Alltagsphänomen in unserer Gesellschaft geworden ist, ging es in seinem aktuellen Programm, die sich von Bayern und der CSU über Merkel bis in die Spitzen der Finanzwelt seuchenartig ausgebreitet hat. Selbst das einst so stabile Deutschland ist unter die Räder geraten, ist fragiler als erwartet. Asül verschaffte seinen Zuhörern Einblicke in die zerbrechlichen Strukturen, die sich von oben bis unten, von quer bis rüber und bis überhaupt in unser aller Bewusstsein bohren. Laut Asül ist die Stimmung jedoch überbordend: „Wegen der Hoffnung auf den nächsten Aufschwung.“

Die Politik lässt ja bekanntlich nichts unversucht, um sich zu profilieren. Doch was kommt dabei heraus: Die Armen fühlen sich im Stich gelassen, die Reichen verfolgt und die Leistungsträger ausgebeutet. Und so ließ Django kein gutes Haar an der Krisenmanagerin Angela Merkel („die kam ja erst 1989 mit Autos in Berührung!“), an der CSU („die treibende Kraft auf dem Globus“) und der SPD („krönt man Neid und Misserfolg, kommt SPD dabei heraus“).

Die Finanzkrise und die Integrationspolitik waren weitere, äußerst fragile Themen im Kuriositätenkabinett des Niederbayern. „Das Geld ist nur virtuell. Aber jetzt, wo’s weg ist, muss es wer bezahlen“, konstatierte er und drang immer tiefer ein in den Sumpf aus Gier und Korruption.

Dass man bei den Aus- und Einlassungen des deutsch-türkischen Satirikers dennoch nicht weinen, sondern herzhaft lachen musste, lag wohl daran, dass er seinen Zuhörer den Irrsinn mit galligem Humor und vortrefflicher Ironie nahebrachte. „Es kann nie genug Blöde geben“, bekannte Asül, und ließ sein türkisches Alter Ego über Deutschland und seine Repräsentanten reden.„Auch in der globalisierten Welt ist der Deutsche gerne daheim“, erkannte der Vertreter eines speziellen „Kabarettismus“, der als normales Kind mit Migrationshintergrund von seinem Vater, der Deutscher wurde, als Türke zurückgelassen wurde.Doch wer bekennt, dass Allah groß ist, wenn er den FC Meister werden lässt, geht sowieso mehr als bekennender (Nieder-)Bayer durch. Und so war die Stimmung echt très bon im Lÿz.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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