Missbrauch des Rettungsdienstes?

Der Rettungsdienst wird immer mehr mit Einsätzen konfrontiert, die eigentlich nicht zu seinen Aufgaben zählen. Foto: kalle
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mir - Ohne kritische Debatte votierte der Siegener Feuerschutz-Ausschuss für die Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans im gesamten Kreis, und zwar einstimmig.

Zuvor hatte Feuerwehr-Chef Matthias Ebertz die wichtigen Eckpunkte benannt und kommentiert. 73,5 Prozent der Rettungsdiensteinsätze erfolgen zeitgerecht in acht Minuten. 90 Prozent sind gefordert. „Siegen führt zu viele Fahrten im umliegenden Siegerland durch“, stellte Ebertz fest. Über 1300 Fahrten sind das nach seinen Worten pro Jahr. Ein viertes Fahrzeug am Standort Weidenauer Straße soll deshalb für den 24-Stunden-Betrieb aufgestockt werden, „aber selbst das wird nicht reichen, um die 90 Prozent zu schaffen“. Ebertz: „Im gesamten Kreisgebiet muss aufgerüstet werden, 32 neue Stellen hängen daran.“

Auch der normale Krankentransport von Patienten ohne Notfallindikation sollte bzw. müsste optimiert werden. „Es gibt in dem Bereich nicht genug Fahrzeuge, deshalb müssen wir auch Rettungsfahrzeuge dafür einsetzen, die uns an anderer Stelle wieder fehlen“, so Ebertz.

Warum aber hat sich die Zahl der Gesamteinsätze auf über 19. 000 in Siegen erhöht? Der Siegener Feuerwehrleiter nannte dazu einige Gründe: „Viele Menschen wissen sich allein nicht mehr zu helfen, auch wenn es nur kleinere Blessuren gegeben hat. Und es kommt hinzu, dass viel mehr Leute nicht mehr mit sich klar kommen. Personen, die eigentlich einen Sozialarbeiter an ihrer Seite bräuchten.“ Aussagen mit einiger Qualität.

Zum hausärztlichen Notdienst hat der Feuerwehr-Chef aus den Notrufen und sonstigen Anrufen seine Analyse der Zustände so formuliert: „Wenn die Leute am Wochenende nach drei oder vier Stunden Warten auf den Arzt nicht mehr weiter wissen, dann rufen sie bei uns an. Und letztlich fährt der RTW doch raus.“ Außerdem vermutet er, so meinte Ebertz, hinter etlichen Einsätzen einen erheblichen Fachärztemangel. „Eigentlich darf ich das ja nicht sagen. Aber offenbar haben Leute herausgefunden, es geht alles viel schneller, wenn sie ein Notfallpatient sind. Das kann ein Missbrauch sein, aber das lässt sich halt nicht beweisen.“ Jedenfalls sei die Zahl der tatsächlichen Notfälle nicht gestiegen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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