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Prozess gegen 65-jährige Wendenerin vor dem Schwurgericht
Mit 2,2 Promille auf Mann eingestochen

Vor dem Schwurgericht ist heute der Prozess gegen eine 65-jährige Wendenerin gestartet, die auf ihren Mann eingestochen haben soll.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

juka Siegen/Brün. Warum hat eine 65-jährige Wendenerin mutmaßlich mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser auf ihren schlafenden Ehemann (67) eingestochen? Das ist eine der zentralen Fragen, die sich vor der Schwurkammer des Siegener Landgerichts seit Donnerstag stellt.

Die Frau

juka Siegen/Brün. Warum hat eine 65-jährige Wendenerin mutmaßlich mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser auf ihren schlafenden Ehemann (67) eingestochen? Das ist eine der zentralen Fragen, die sich vor der Schwurkammer des Siegener Landgerichts seit Donnerstag stellt.

Die Frau ist wegen versuchten Mordes angeklagt, das Motiv ist aber völlig unklar. Laut der Anklage hatten die Beschuldigte und ihr zwei Jahre älterer Gatte, mit dem sie seit gut einem Jahr verheiratet ist, am Abend des 16. Februars 2021 friedlich Karten gespielt und dabei Alkohol konsumiert. Eine Auseinandersetzung hat es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht gegeben.

Der Mann ging schließlich zuerst ins Bett, legte sich schlafen. G. schnappte sich in der Folge wohl das Messer und stach dreimal auf den Schlafenden ein. Ein Stich verfehlte die Leber nur knapp. Lebensgefährlich waren die Verletzungen nicht, dennoch verlor der Mann große Mengen Blut und musste einige Tage im Siegener Kreisklinikum behandelt werden.

"Sie wird sich so weit
sie kann einlassen."

Martin Kretschmer
Strafverteidiger

Die Staatsanwaltschaft geht daher davon aus, dass die Angeklagte den Tod ihres Mannes mindestens billigend in Kauf genommen habe. Es ist davon auszugehen, dass die Frau unter verminderter Schuldfähigkeit gehandelt hat, die Blutuntersuchung ergab einen Wert von 2,23 Promille. Die Frau weiß daher wohl auch nicht mehr genau, was an dem Abend überhaupt passiert ist. Erst mit dem Gewahrsam bei der Polizei setzt die Erinnerung wohl wieder ein.

Auch ihr Mann stehe vor einem Rätsel. Er hatte selbst in der Nacht den Notruf gewählt und war schließlich blutüberströmt in der gemeinsamen Wohnung aufgefunden worden. Mit der Hochzeit war das Paar nach Brün gezogen, ihr Gatte hatte bereits längere Zeit dort gelebt.

Zeugen wurden am ersten Verhandlungstag noch keine gehört, beim nächsten Termin am 20. August (9.30 Uhr) werde sich seine Mandantin aber selbst einlassen, „so weit sie kann“, erklärte Verteidiger Martin Kretschmer. Insgesamt sind fünf Verhandlungstage angesetzt, das Urteil soll am 27. August gesprochen werden.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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