83-jährige Feudingerin nimmt Fahrdienst in Anspruch
Mit dem DRK ins Impfzentrum

Käthe Till wird von Frank Tegeler nach Eiserfeld begleitet. Die 83-Jährige, die in Feudingen lebt, hat am Erfolg der Corona-Schutzimpfung überhaupt keinen Zweifel.
  • Käthe Till wird von Frank Tegeler nach Eiserfeld begleitet. Die 83-Jährige, die in Feudingen lebt, hat am Erfolg der Corona-Schutzimpfung überhaupt keinen Zweifel.
  • Foto: vc
  • hochgeladen von Marc Thomas

vc Eiserfeld/Feudingen. Käthe Till war nicht sonderlich aufgeregt, als Frank Tegeler vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) bei ihr klingelte. Der Mitarbeiter der Hilfsorganisation hatte am Donnerstagnachmittag die Aufgabe, die Mieterin im betreuten Wohnen von Engedi in Feudingen abzuholen. Ziel war das Impfzentrum in Eiserfeld, wo sie am späten Nachmittag eine von täglich 171 Impfdosen injiziert bekam.

Vor der Abfahrt sprach Käthe Till mit der Siegener Zeitung. „Ich habe keine Befürchtungen. Impfen ist so wichtig. Das wissen wir doch, seitdem erstmals gegen Pocken geimpft wurde – übrigens mit Kuhpocken.“ Die 83-Jährige ist vom Fach – wie man so schön sagt. 1958 begann ihre berufliche Laufbahn als Krankenschwester. „Gelernt habe ich bei Dr. Lohe im Krankenhaus in Bad Berleburg“, erinnerte sich Käthe Till an ihren beruflichen Einstieg. Zwei Jahre arbeitete sie dort auf der Isolierstation. „Wir können doch froh sein, dass Impfungen möglich sind“, unterstrich die resolute Frau, bevor sie sich ihren Mantel anzog und mit Frank Tegeler zum wartenden Fahrzeug des DRK ging.

Anruf beim Kreis half weiter

Ihre Tochter Ingeborg Till hätte ihre Mutter gerne selbst gefahren, was ihr aus gesundheitlichen Gründen allerdings verwehrt blieb. „Ich habe zuerst einen Impftermin für meine Mutter vereinbart. Sie war sehr erfreut darüber und auch erleichtert“, berichtete Ingeborg Till im SZ-Gespräch. Sie fragte sich, wie man das Problem lösen und ihre Mutter nach Eiserfeld in das Impfzentrum bringen könne. Der Anruf von Ingeborg Till beim Kreis Siegen-Wittgenstein half ihr weiter. „Die Hotline des Kreises Siegen-Wittgenstein hat mich wahnsinnig toll unterstützt und alles in die Wege geleitet“, gab eine glückliche Ingeborg Till zu Protokoll. Ihre Mutter habe sich sehr auf die Fahrt gefreut.

Käthe Till stammt, verriet ihre Tochter, ursprünglich aus Kunst-Wittgenstein bei Bad Laasphe. Sie heiratete und zog dann ins benachbarte Biedenkopf. „Sie hat sich aber immer nach ihrer Heimat gesehnt“, berichtete Ingeborg Till im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Als der Ehemann von Käthe Till starb, wurde das gemeinsame Haus schnell zu groß. „Sie wollte zurück in ihre Heimat. Da fanden wir mit dem betreuten Wohnen im Engedi in Feudingen eine passende Lösung. So kann sie in der Gegend leben, in der sie ihre Kindheit verbracht hat.“

Corona-Hotline für Transporttermin

Wer einen Transporttermin benötigt, sollte, so Thorsten Manges, Pressesprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein, die Corona-Hotline des Kreises kontaktieren. „Wir arbeiten dort mit einem Fragebogen, der auch klären soll, ob die Notwendigkeit eines Transports besteht.“

Das Angebot der Begleitung und Unterstützung richte sich nur an Menschen, die diese Unterstützung auch benötigten, so Thorsten Manges. Wenn ein solcher Fall gegeben sei, benachrichtige der Kreis das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das sich wiederum selbst mit den Bürgern in Verbindung setze und alles weitere regele. Prinzipiell sehe man sich nicht als Konkurrenz zu Taxiunternehmen, betonte Marcus Sting, Pressesprecher des DRK Siegen-Wittgenstein, in diesem Zusammenhang.

Das Projekt mit dem klaren Ziel, die Impfquote in der Region nach oben zu schrauben, unterstützt die Sparkasse Siegen mit 100 000 Euro (die SZ berichtete).

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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