Mit der »Friedenspfeife« ins neue Jahr

Unternehmen »Klassenerhalt« hat für die Sportfr. Siegen gestern begonnen

Feichtenbeiner hat Suspendierung von Kotula aufgehoben / Dresdner Kunert im Probetraining

rege Geisweid. Für die Fußballer der Sportfr. Siegen hat gestern das Unternehmen »Klassenerhalt in der Regionalliga Süd« begonnen. Den »Sportfreunde«-Akteuren, die auf einem Abstiegsplatz überwintern, stehen harte Monate bevor – und auch gestern Morgen beim Trainingsauftakt ging’s gleich richtig zur Sache. Von einem »lockeren« Start ins Jahr 2004 zu sprechen, wäre wohl untertrieben, denn während sie im Geisweider Hofbach-Stadion ihre Runden drehten, gerieten die Spieler kräftig ins Schwitzen und einige waren nach den Laufeinheiten auch richtig aus der Puste.

Strapaziert wurden gestern Morgen aber nicht nur die Beine der Spieler, sondern auch die Ohren, denn um einen exakten Überblick über den Ausdauerzustand der einzelnen Spieler zu bekommen, führten die »Sportfreunde« einen Laktattest durch. Studenten der Sporthochschule Köln waren ins Siegerland gereist, um den Kickern etwas »Lebenssaft« abzunehmen. Die Blutproben werden jetzt ausgewertet, und spätestens morgen weiß Trainer Michael Feichtenbeiner genau, wer über den Jahreswechsel »geschludert« hat und wer etwas für seine Fitness getan hat.

Die Zahl derer, die sich gestern auf der Laufbahn tummelten, war erfreulich groß, denn der Regionalliga-Kader der Siegener hat in der Winterpause Zuwachs bekommen. Neben dem einzigen »echten« Neuzugang Marco Stark begrüßten der Coach und sein »Co« Gerhard Noll gestern auch zwei alte Bekannte im Stadionrund. Da war zum einen Tilman Waegner, der ab sofort wieder richtig einsteigen wird (SZ berichtete), und zum anderen Jozef Kotula.

Thema »Kotula« für den Trainer erledigt

Ja genau, der Jozef Kotula, den Michael Feichtenbeiner nach einer »verbalen Disziplinlosigkeit« Anfang September ins sportliche Exil geschickt hatte. Wochen und Monate vergingen, ohne dass ein Wort miteinander gesprochen wurde, aber seit gestern ist die Funkstille beendet. Im Kampf gegen den drohenden Abstieg wollen jetzt doch alle an einem Strang ziehen. »Ich habe heute mit ihm gesprochen. Vier Monate Suspendierung sind Strafe genug. Kotula hat Fehler gemacht, doch der heutige Tag ist ein Neuanfang. Für mich ist das Thema damit erledigt. Er trainiert ab sofort wieder mit dem Regionalliga-Kader und wird bei entsprechender Leistung auch spielen«, hat der Trainer mit dem Slowaken die »Friedenspfeife« geraucht.

Außer Stark, Waegner und Kotula haben die nur sehr wenigen »Kiebitze« aber auch noch ein ganz neues Gesicht entdeckt. Dieses gehört zu einem jungen Mann aus Ostdeutschland. Das Talent heißt Alexander Kunert, ist 19 Jahre alt und schnürt seine Fußballschuhe seit sieben Jahren für Dynamo Dresden. Der offensive Mittelfeldspieler wurde vor dieser Saison in den Regionalliga-Kader befördert, hat hier jedoch sehr starke Konkurrenz, gegen die der »Youngster« sich noch nicht durchsetzen konnte. »Alexander Kunert ist mir sehr empfohlen worden. Ich habe ihn mir am Samstag im DSF bei einem Hallenturnier in Riesa angesehen, und da hat er sich sehr gut verkauft. Er hat in Dresden einen guten Ruf und gilt als sehr talentiert. Deshalb würde Dresden ihn vermutlich auch nur ausleihen«, erläuterte Feichtenbeiner, der sich – bei entsprechenden Leistungen im derzeitigen Probetraining – auch vorstellen könnte, den Sachsen im Sommer zu verpflichten.

Viel Raum für Spekulationen

Weitere Namen, die momentan noch auf der »Wunschliste« des Trainers stehen, wollte Feichtenbeiner gestern nicht preisgeben. »Damit würden wir nur schlafende Hunde wecken«, nannte der Coach auch einen plausiblen Grund. Er hofft, bis zum Ende der Wechselfrist am 31. Januar im »Winterschlussverkauf« noch den ein oder anderen Fisch an Land ziehen zu können. Feichtenbeiner: »Wir halten die Augen offen. Ich hoffe, dass noch was passiert, aber die Konkurrenz schläft nicht und die Spieler sind nicht nur bei uns gefragt. Es kann sein, dass heute noch was passiert, es kann sein, dass sich in zwei Wochen was tut, es kann sein, dass es bis zur allerletzten Sekunde dauert, und es kann aber auch sein, dass nichts mehr passiert, denn blinden Aktionismus wird es definitiv nicht geben.«

Zott verletzte sich bei Trainingsspiel

Feichtenbeiner muss vorerst also mit den Herren vorlieb nehmen, für die im Hofbachtal gestern der Fußball-Alltag wieder begonnen hat. Keinen guten Start ins Fußball-Jahr 2004 hatte Tobias Zott, der sich gestern Nachmittag bei einem Trainingsspiel an der Wade verletzte. Wahrscheinlich hat sich der Franke aber »nur« eine leichte Zerrung zugezogen, weshalb er in den nächsten Tagen etwas kürzer treten muss.

Bis zum Trainingslager in Mallorca, das am 3. Februar beginnt, stehen vormittags Kraft- und Konditionstraining auf dem Programm. Bei den nachmittäglichen Einheiten möchte der Trainer sich dann eher technischen und taktischen Dingen widmen. Zur Vorbereitung gehören außerdem gemeinsame Besuche des Geisweider Fitness-Tempels T1, mit dem die Sportfr. Siegen nun intensiv zusammenarbeiten. Ob der Trainingsfleiß nicht vergebens war, werden Spieler und Fans spätestens am 5. Juni wissen, denn dann findet der letzte Spieltag der Regionalliga Süd statt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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