Mit einem Bein im Schachtloch drin

Erneuter Tagesbruch:

Bergamt Recklinghausen in Gosenbach im Einsatz / Montag Kamerabefahrung

kalle Gosenbach. Als am Mittwoch vergangener Woche Peter Grümbel am frühen Abend hinter dem elterlichen Haus am Freisberger Weg die Hühner füttern wollte, passierte es: Sein linkes Bein versackte im hart gefrorenen Erdreich. Nach unten hin gab es keinen Bodenkontakt. Sein erster Gedanke: Auf der Wiese sei Erdreich nachgesackt, nachdem vor einigen Jahren dort Baumwurzeln entfernt wurden. Also kein großes Problem. Am Donnerstagvormittag sah dann die Sache schon anders aus. Der Versuch, mit einer sechs Meter langen Holzleiste den Grund des Loches zu ertasten, scheiterte. Als man dann mit schweren Handleuchten das Loch ausleuchten wollte, kam die Erleuchtung: Ein tiefer Schachtgraben hatte sich etwa fünf Meter vom Wohnhaus aufgetan. Peter Grümbel: »Wir haben dann unverzüglich das Ordnungsamt der Stadt Siegen informiert, und wenig später war ein Mitarbeiter des Bergamts Recklinghausen in dem ehemaligen Bergmannsdorf Gosenbach vor Ort«.

Bergoberinspektor Ingo Milas bestätigte gegenüber der Siegener Zeitung den Tagesbruch auf einem vermutlich alten Luftschacht. Nach seinen Beobachtungen geht der Schacht zunächst in eine Tiefe von sechs bis sieben Metern und setzt sich dann schräg nach unten fort. Die Bergbauspezialisten durchforsteten das verfügbare Kartenmaterial. Das Ergebnis: Dieser Schacht ist nirgends aufgeführt. Und trotzdem, so Milas, sei nicht auszuschließen, dass es in dem Bereich weitere bergbauliche Aktivitäten gibt. Der Querschnitt des Schachtes, der mit Holzbohlen abgesichert worden ist, sei etwa einen mal zwei Meter groß, so der Bergoberinspektor. Das Gelände ist jetzt weiträumig abgesperrt worden.

Am kommenden Montag sollen die weiteren technischen Untersuchungen anlaufen. Milas: »Wir werden mit einer fahrbaren Kamera versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen.« Das schicke Wohnhaus sieht Milas zum Glück nicht in Gefahr. Nach der Kameratour soll auch entschieden werden, wie man von Seiten des Bergamts mit dem Tagesbruch weiter umgeht. Die Familie Grümbel zeigte sich gestern trotz des Tagesbruchs im Garten entspannt. Peter Grümbel: »Wir sehen der Sache gelassen entgegen.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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