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Prozess um sexuellen Missbrauch
Mit einem Urteil ist erst im Spätherbst zu rechnen

Der Prozess um sexuellen Missbrauch in Bad Laasphe wird erst im September fortgesetzt.

mick Siegen/Bad Laasphe. Diverse Urlaubs- und andere Termine führen dazu, dass ein Urteil im Verfahren um mutmaßliche Missbrauchsfälle in Bad Laasphe jetzt frühestens im Oktober oder sogar November fallen wird. Zu Beginn des Verhandlungstages am Montag lehnte die 1. große Strafkammer des Siegener Landgerichts auch die abgeänderten Anträge des Verteidigers ab, die mutmaßlichen Opfer per Gutachten auf ihre Glaubwürdigkeit untersuchen zu lassen.
Lebensgefährtin des Angeklagten erneut im ZeugenstandNachgekommen wurde hingegen dem Antrag, die Lebensgefährtin des Angeklagten noch einmal zu vernehmen. Dabei ging es um die von diesem behaupteten Übergriffe seines Schwagers gegen die beiden Mädchen.

mick Siegen/Bad Laasphe. Diverse Urlaubs- und andere Termine führen dazu, dass ein Urteil im Verfahren um mutmaßliche Missbrauchsfälle in Bad Laasphe jetzt frühestens im Oktober oder sogar November fallen wird. Zu Beginn des Verhandlungstages am Montag lehnte die 1. große Strafkammer des Siegener Landgerichts auch die abgeänderten Anträge des Verteidigers ab, die mutmaßlichen Opfer per Gutachten auf ihre Glaubwürdigkeit untersuchen zu lassen.

Lebensgefährtin des Angeklagten erneut im Zeugenstand

Nachgekommen wurde hingegen dem Antrag, die Lebensgefährtin des Angeklagten noch einmal zu vernehmen. Dabei ging es um die von diesem behaupteten Übergriffe seines Schwagers gegen die beiden Mädchen.
Nachdem die Kammer vorgebracht hatte, solche Vorgänge seien ausschließlich vom Angeklagten behauptet worden, und dies auch nur in der Hauptverhandlung, sollte die Zeugin dies widerlegen. Sie wiederholte auf Nachfrage noch einmal, von ihrem Lebensgefährtin von dem mutmaßlichen Missbrauch im Keller zu Lasten der jüngeren Nichte erfahren zu haben. Ergänzend nach der Älteren gefragt, bestätigte sie, auch darüber etwas zu wissen. Der Angeklagte habe ihr erzählt, dass die ältere Nichte „einmal sauer auf ihren Vater war“, und ihm bei dieser Gelegenheit eröffnete, vom betrunkenen Vater in der Küche an Brust und Po betatscht worden zu sein.

Zweifel am Wert der nachträglichen Aussage

„Ich habe mich damals für seine Familie interessiert und gedacht, wir besuchen die ja sicher mal“, erläuterte die Zeugin den Hintergrund des Gesprächs, in dem der Angeklagte „sich mir gegenüber geöffnet hat“. Aus ihrer Sicht sei er emotional sehr betroffen und überfordert mit diesen Dingen gewesen.Schon beim Antrag in der vergangenen Woche hatte es Zweifel am Wert einer solchen nachträglichen Aussage gegeben. „Warum haben Sie das denn nicht schon erwähnt, als Sie das erste Mal im Zeugenstand waren?“, wollte entsprechend an dieser Stelle Staatsanwältin Katharina Burchert wissen. Es falle ihr schwer, überhaupt über diese Vorgänge zu sprechen, die für sie auch „sehr schlimm“ seien, entgegnete die Zeugin: „Hätten Sie mich direkt gefragt, hätte ich es auch erzählt.“ Sie habe den Vater der Mädchen bei ihren zwei Besuchen in Wittgentein nie getroffen. Vom Angeklagten sei ihr berichtet worden, dass dieser „ein Schlägertyp“ gewesen sei, der seine Frau „verdroschen und einmal auch mit dem Kopf unter Wasser gedrückt“ habe.

Fortsetzung erst am 23. September

Schon vor der Vernehmung stand fest, dass an diesem Tag nicht mehr plädiert werden sollte. Aufgrund vielfältiger Terminschwierigkeiten kann die Hauptverhandlung nun erst am 23. September fortgesetzt werden, dann auch nur mit einem Schiebetermin. In einem Rechtsgespräch wurde die von der Kammer bereits geäußerte Einschätzung wiederholt, dass der mögliche Missbrauchsfall auf der Insel Rhodos verjährt sein könnte. Staatsanwältin Katharina Burchert hat nach Auskunft des Gerichts angeboten, diverse Anklagepunkte einzustellen. Mehr sei nicht erörtert worden, erklärte Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach im Anschluss.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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