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Mit ganzer Kraft

SZ-Redakteur Dr. Andreas Göbel.
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Früher war alles besser – ich kann diesen Satz nicht leiden. Beim Thema Artenvielfalt lasse ich ihn allerdings gelten. Gestern las ich in einer alten Novelle des russischen Dichters Turgenjew, die im Frühling spielt, folgenden Satz: „Und die ersten Käfer dröhnten schwer durch die Luft“. Mich packt bei solchen Aussagen immer Verlusttraumatraurigkeit. Heute würde das niemand mehr schreiben können, denn es gibt diese Käfer einfach nicht mehr. Wir leben in der Ära des Insektensterbens, des Vogelsterbens, des Amphibiensterben, des Nashornsterbens, des Waldsterbens. Heute dröhnen bei uns allenfalls die Laubbläser.

Ist das ein Grund aufzugeben? Keineswegs, auch wenn es schwer fällt, auch wenn es so schlimm bestellt ist um die Natur im Jahr 2021 wie nie zuvor. Nur, wo soll man anfangen?

Früher war alles besser – ich kann diesen Satz nicht leiden. Beim Thema Artenvielfalt lasse ich ihn allerdings gelten. Gestern las ich in einer alten Novelle des russischen Dichters Turgenjew, die im Frühling spielt, folgenden Satz: „Und die ersten Käfer dröhnten schwer durch die Luft“. Mich packt bei solchen Aussagen immer Verlusttraumatraurigkeit. Heute würde das niemand mehr schreiben können, denn es gibt diese Käfer einfach nicht mehr. Wir leben in der Ära des Insektensterbens, des Vogelsterbens, des Amphibiensterben, des Nashornsterbens, des Waldsterbens. Heute dröhnen bei uns allenfalls die Laubbläser.

Ist das ein Grund aufzugeben? Keineswegs, auch wenn es schwer fällt, auch wenn es so schlimm bestellt ist um die Natur im Jahr 2021 wie nie zuvor. Nur, wo soll man anfangen? Antwort: Jeder bei sich selbst. Am besten geht man in mehreren Schritten vor: Erstens: Schau dir dein eigenes Konsumverhalten an und verbessere die Natur vor deiner Haustüre. Konkret: Keine Getränkedosen kaufen, Fleischverzehr runter, Wildwiese im Garten, Bienenhotel und kleiner Amphibienteich.

Zweitens: Appelliere an die Behörden, mehr für den Naturschutz zu tun. Konkret: Die Stadt Siegen könnte auf der Trupbacher Heide endlich die längst überfällige Anleinpflicht für Hunde durchsetzen. Das Konzept liegt doch vor. Weil ständig Hunde frei herumlaufen, sind vergangenes Jahr von elf Bruten der Heidelerche zehn zugrunde gegangen. Drittens: Übe Druck aus auf die Politik. Der Klima- und Naturschutz muss auf nationaler und internationaler Ebene einen viel höheren Stellenwert bekommen als bisher. Konkret: Petitionen unterzeichnen, Mitgliedschaften eingehen, Politikern auf die Pelle rücken.

Und schließlich, da sind wir wieder am Anfang: So behutsam konsumieren, als hinge von deinem Verhalten das Schicksal der Welt ab. Das tut es nämlich. Wir haben nur eine Mutter, und ihr Schutz ist uns das Wichtigste.

a.goebel@siegener-zeitung.de

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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