Mit Lack Wohnung „eingesaut“

 Doris Zahlmann versteht die Welt nicht mehr. Der Mieter einer Wohnung in ihrem Dreifamilienhaus in Flammersbach hat die Wohnung unbewohnbar hinterlassen. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. Foto: kalle
  • Doris Zahlmann versteht die Welt nicht mehr. Der Mieter einer Wohnung in ihrem Dreifamilienhaus in Flammersbach hat die Wohnung unbewohnbar hinterlassen. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. Foto: kalle
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kalle  - Die 71-jährige Doris Zahlmann aus Flammersbach steht geschockt in ihrer weitgehend leeren Wohnung in ihrem Dreifamilienhaus Im Borngarten. Bis auf eine alte Wohnzimmergarnitur und einen Schrank im Schlafzimmer ist die Wohnung leergeräumt.

Vor wenigen Minuten erst hat ein Schlüsseldienst die bisher vermietete Wohnung im Erdgeschoss geöffnet. Alle Räume der 76 Quadratmeter großen Vier-Zimmer-Wohnung mit Blick aufs Dorf befinden sich in einem chaotischen Zustand.

Unglaublich: Die Wände und Fenster sind mit unterschiedlichen Lacken beschmiert worden. Wäre die Sache nicht so ernst und eine Renovierung bzw. Sanierung nicht so kostenintensiv, könnte man auch von einer künstlerischen Arbeit sprechen, die der Mieter und seine Frau an Decken und Wänden hinterlassen haben. Nicht nur Decken und Wände sind „versaut“, die Fenster sind mit Silikon abgedichtet, Kacheln im Bad und in der Küche sind von den Wänden geschlagen worden.

Doris Zahlmann wird jetzt erst einmal abwarten. Ein komplette Renovierung ist ihr im Moment zu kostspielig. Jetzt ermittelt die Polizei. Sie hat nach einer ersten und groben Durchsicht die Schadenshöhe auf 15 000 Euro taxiert.

Ein Jahr war die Wohnung vermietet. Schnell war aber klar, dass es zwischen Vermieterin und Mietern nicht so richtig funktionierte. Baumfällungen auf dem Grundstück wurden ohne Absprache durchgeführt. Ein Gartenbereich wurde zur Ablage für Autoreifen umfunktioniert. Häufiger musste die Polizei nach Flammersbach ausrücken.

Doris Zahlmann sah nur noch einen Ausweg, um ihren Frieden zu finden – die Kündigung. Der erste Auszugstermin am 31. August verlief im Sande, ein Gericht wurde eingeschaltet, das übliche Prozedere nahm seinen Lauf. Mittlerweile hatte der Mieter die Wohnung untervermietet. Wieder ging Zeit ins Land, wieder kam Doris Zahlmann nicht zu ihrem Recht.

Glücklicherweise blieben die Mietausfälle eher gering. Noch bis zum Ende 2013 sind regelmäßig die 300 Euro Miete vom Jobcenter eingegangen. Wie es weiter geht? Doris Zahlmann weiß es nicht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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