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Nach Insolvenz der Firma Flender Rohr
Mitarbeiter warten noch auf Zahlungen

Ein Traditionsunternehmen hat die Krise in der Rohrindustrie nicht überstanden: Die Rudolf Flender Rohr GmbH ist insolvent. Die Mitarbeiter haben noch kein Geld aus dem Sozialplan bekommen. Mehrere Gerichte müssen sich nun mit den Folgen der Pleite beschäftigen.
  • Ein Traditionsunternehmen hat die Krise in der Rohrindustrie nicht überstanden: Die Rudolf Flender Rohr GmbH ist insolvent. Die Mitarbeiter haben noch kein Geld aus dem Sozialplan bekommen. Mehrere Gerichte müssen sich nun mit den Folgen der Pleite beschäftigen.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ihm Siegen. Ein stolzes Traditionsunternehmen musste im vergangenen Jahr endgültig die Segel streichen – auch Corona hat dazu beigetragen. Die Rudolf Flender Rohr GmbH an der Eiserfelder Straße hat zwar schon 2019 Insolvenz angemeldet, aber die erhoffte Übernahme durch finanzkräftige Investoren scheiterte auch an den schwierigen Bedingungen in der Pandemie.

Die Kündigung aller Arbeitnehmer hatte nun ein Nachspiel vor dem Siegener Arbeitsgericht. Richter Sebastian Schulte hatte sich mit einer Kündigungsschutzklage zu befassen, die ein langjährig Beschäftigter erhoben hatte. Neben dem Arbeitsgericht sind auch noch das Landgericht Siegen und das Verwaltungsgericht Arnsberg mit den Folgen der Flender-Pleite befasst.

ihm Siegen. Ein stolzes Traditionsunternehmen musste im vergangenen Jahr endgültig die Segel streichen – auch Corona hat dazu beigetragen. Die Rudolf Flender Rohr GmbH an der Eiserfelder Straße hat zwar schon 2019 Insolvenz angemeldet, aber die erhoffte Übernahme durch finanzkräftige Investoren scheiterte auch an den schwierigen Bedingungen in der Pandemie.

Die Kündigung aller Arbeitnehmer hatte nun ein Nachspiel vor dem Siegener Arbeitsgericht. Richter Sebastian Schulte hatte sich mit einer Kündigungsschutzklage zu befassen, die ein langjährig Beschäftigter erhoben hatte. Neben dem Arbeitsgericht sind auch noch das Landgericht Siegen und das Verwaltungsgericht Arnsberg mit den Folgen der Flender-Pleite befasst.

Klage verhindert Geldfluss

Mit wenigen Worten umriss Rechtsanwalt Arne Buch, der für den Insolvenzverwalter Martin Buchheister sprach, die Lage. Das 111 Jahre alte Unternehmen sei schon vor Jahren – genau 2015 – in die Insolvenz gegangen. Damals habe es einen Sozialplan und einen Interessenausgleich gegeben, danach habe man mit einem Sanierungstarifvertrag weitergemacht. Das endgültige Ende kam 2019. Die SZ berichtete seinerzeit, dass es vor allem zu einem Nachfrageeinbruch im Bereich der Rundrohre gekommen sei. Große Verluste waren die Folge.

Nachdem die Versuche, einen Investor zu finden, gescheitert waren, habe die Gläubigerversammlung die Schließung der Firma beschlossen. „Es wurde allen gekündigt, und es gibt auch wieder einen Sozialplan und einen Interessenausgleich.“ Allerdings wurde bisher kein Geld ausgezahlt, die Schlussverteilung sei nicht möglich. Grund: Ein Unternehmen habe beim Landgericht Siegen Klage eingereicht, um die vorrangige Befriedigung seiner Forderungen zu erreichen. Es handele sich um eine „Millionenklage“, deutete Buch die Größenordnung an. Deswegen könne der Insolvenzverwalter den ehemals Beschäftigten derzeit ihr Geld nicht auszahlen.

Wird in der Firma noch gearbeitet?

Rechtsanwalt Ingo Theissen-Graf Schweinitz aus Hagen, der den ehemaligen Flender-Beschäftigten vertritt, äußerte vor Gericht Zweifel am Betriebsende zum 31. Dezember 2020. Noch immer seien 13 Mitarbeiter in der Firma: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die nur fegen und das Licht an- und ausknipsen.“ Der gegnerische Anwalt schüttelte den Kopf angesichts der Vorwürfe: „Es gibt keine Mitarbeiter mehr, alle sind gekündigt worden.“ Er räumte ein, dass das zu zwei verschiedenen Terminen geschehen sei. „Wir hatten ja die Hoffnung, dass noch jemand im letzten Moment zuschnappt, deshalb wollten wir arbeitsfähig sein bis zum letzten Tag“. Aber als die Chance für eine Übernahme sich zerschlagen hatte, seien die verbliebenen Beschäftigten auch gekündigt worden.

Ingo Theissen-Graf Schweinitz will nun bis zum nächsten Termin Beweis antreten über die Behauptung, dass bei Flender noch gearbeitet wird. Zur Kündigungsschutzklage seines Mandanten sagte der Unternehmens-Anwalt nur so viel: „Wir werden keine Extrawürste braten, wo wir die ganze Mannschaft vor die Tür gesetzt haben.“

Zusätzlicher Aspekt in der Sache: Der Kläger ist schwerbehindert. Das Integrationsamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe muss daher der Kündigung zustimmen. Das Amt hat das getan und einen daraufhin eingelegten Widerspruch des Betroffenen abgelehnt. Gegen diesen ablehnenden Bescheid klagt der Mann nun beim Verwaltungsgericht Arnsberg.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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