Mittelstand und Region fest im Blick

Prof. Dr. Peter Letmathe leitet das Fachgebiet »Betriebliche Umweltökonomie«

kk Siegen. Die Zeiten ändern sich bekanntlich. In manchen Dingen mehr, in anderen weniger. So auch an der Universität Siegen. Vor wenigen Jahren musste Prof. Dr. Eberhard Seidel, seines Zeichens nun emeritierter Experte für Betriebliche Umweltökonomie, noch für die Einrichtung dieses zukunftsweisenden Wahlpflichtfaches kämpfen. Nunmehr ist das Fachgebiet etabliert. Seidels Nachfolger Prof. Dr. Peter Letmathe: »Die Universität hat sich mit meiner Berufung klar zum Lehrstuhl und dessen Ausbau bekannt.« Die Basis ist vorhanden. Der 37-jährige gebürtige Ostwestfale, der seit dem vergangenen Jahr auf dem Haardter Berg forscht und lehrt, kann sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren. Und die hat gleich drei Standbeine. Neben eben der Betrieblichen Umweltökonomie – einem Steckenpferd des Hochschullehrers seit den ersten Tagen seines eigenen Studiums – sind diese das Produktmanagement sowie das Controlling.

Er ist noch nicht lange im Siegerland zu Hause, und dennoch hat der gelernte Industriekaufmann und studierte Betriebswirt seine Ziele schon fest abgesteckt. Zum einen soll der Mittelstand im Fachgebiet eine besondere Rolle spielen, zum anderen peilt der Neuling, der sich aus Bayreuth nach Siegen bewarb, einen stärkeren Regionalbezug an. Vor allem heimischen Unternehmen will er die Hand zu Kooperationen reichen. Last not least soll die Internationalität nicht auf der Strecke bleiben. Letmathe bietet auch Lehrveranstaltungen in englischer Sprache an. Dienlich ist ihm dabei sicherlich seine fünfmonatige Gastprofessur an der US-amerikanischen Clemson-University (South Carolina) im Jahr 1999.

Dass sich Ökonomie und Ökologie keinesfalls beißen oder gar ausschließen, davon ist der Professor überzeugt. Letmathes Definition der Betrieblichen Umweltökonomie: »Sie stellt die ökonomischen Bezüge des Unternehmens zur natürlichen Umwelt heraus.« Und just darin liegen nach Ansicht des Experten enorme Einsparpotenziale verborgen. Letmathe: »Ein Blick auf den negativen Output kann sich lohnen.« Konkret bedeutet das: Wer Wertschöpfungsverluste (Energiekosten, Abfälle etc.) minimiert, spart Kosten.

Die Betriebliche Umweltökonomie und vor allem die Absolventen des Wahlpflichtfachs haben gute Perspektiven. Letmathe: »Das erwartete Wachstum in der Umweltindustrie (ohne Dienstleistungen) wird von 320 Mrd. e im Jahr 2000 auf 572 Mrd. e in 2010 geschätzt.« Auch die Unternehmen würden in diesem Bereich immer mehr in die Verantwortung genommen. Man denke nur an Produktrücknahmeverordnungen.

Eine weitere Thematik – die Dezentralisierung im Management – will der Experte in der Krönchenstadt vertiefen. Möglichst in Kooperation mit Unternehmen. Denn: In den Firmen stecke viel Mitarbeiterwissen. Würden diese Kenntnisse besser genutzt, könnten Wertschöpfungsverluste effektiver reduziert werden. Letmathe: »Der Mittelstand kann dadurch noch stärker werden.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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