Ausstellung zum Projekt „Uni (kommt) in die Stadt“
Mittendrin statt außerhalb

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Oktober in den Räumlichkeiten der Sparkasse Siegen zu sehen.
  • Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Oktober in den Räumlichkeiten der Sparkasse Siegen zu sehen.
  • Foto: Uni Siegen
  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

sz Siegen/Weidenau. Als „Bildungshügel“ ist der Haardter Berg in der Siegener Bevölkerung seit Jahren bekannt. Den Standort wird die Universität Siegen erhalten, doch das Projekt „Uni (kommt) in die Stadt“ nimmt immer konkretere Züge an. „Wir haben die einmalige Chance, die Universität in der Stadt neu zu platzieren“, sagt Uni-Kanzler Ulf Richter. Die Hochschule möchte mit zwei weiteren Fakultäten in die City ziehen. Neben der Fakultät „Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsrecht“ sollen auch die Philosophische Fakultät und die Fakultät Bildung-Architektur-Künste hier ihre neue Heimat finden. Begleitend zu diesem Projekt ist in den Räumen der Sparkasse Siegen noch bis zum 7. Oktober die Wanderausstellung „UniverCity – Stadt und Universität“ zu sehen. Am 30. September fand die Eröffnung statt, dabei betonten Tillmann Reusch (Mitglied des Vorstands der Sparkasse Siegen), Henrik Schumann (Stadtbaurat der Stadt Siegen) und Ulf Richter die Bedeutung des Projekts.


Peking und Oldenburg waren schon dran


Die Ausstellung wurde 2013 am Städtebau-Institut der Universität Stuttgart konzipiert und war seitdem an verschiedenen Orten weltweit zu sehen, u. a. Peking und Oldenburg. Sie veranschaulicht die historische Entwicklung des Universitätsbaus vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Prof. Dr. Thorsten Erl war an der Konzeption beteiligt, inzwischen lehrt und forscht er an der Universität Siegen. In seinem Vortrag bei der Eröffnung formulierte Prof. Erl den Anspruch an neue Bauten im Rahmen des Projekts „Uni (kommt) in die Stadt: „Wir müssen Gebäude bauen, die auch den nachfolgenden Generationen viel Freude bereiten. Ich wünsche mir tolle Ideen und hervorragende Architektur.“

Erl nahm damit Bezug auf die Entwicklung traditionsreicher Universitäten wie in Bologna oder Heidelberg. Deren Gebäude sind im Stadtraum der Stadt fest verankert, Universität und Stadt eng verzahnt. Im Mittelalter fand sich der Grundtypus des Kollegien-Gebäudes, also mehrere Gebäude-Trakte um einen Hof herum – jedoch mit der Öffnung zum Stadtraum. In der Renaissance änderte sich der Stil, nicht aber der Bau-Typus. Diese Form europäischer Hochschulen wurde auch in die neuen Kolonien exportiert.

Fokus auf dem Campus

Im 18. Jahrhundert öffneten sich die Universität zusehends und nahmen prominente Plätze in der Stadt ein. Dagegen entwickelten sich Hochschulen in den USA völlig anders. Hier entstand das Modell einer „Campus-Universität“ außerhalb der Stadt, in der Gebäude um eine „grüne Mitte“ konzentriert sind. Auch in Europa wurden Universitäten bei Neu-Gründungen außerhalb der Stadt angesiedelt. In Mailand sorgte ein städtebaulicher Wettbewerb dafür, den abgetrennten Stadtteil mit dem Zentrum zu verbinden. „Viele historische Gebäude der Universitäten, sind heute immer noch ‚lebendige Teile‘ der Campusanlagen und von großer Bedeutung für das Stadtbild“, sagte Prof. Erl.

Neben den verschiedenen „Bau-Plänen“ der Universitäten greift die Ausstellung auch damalige prägende Themen wie z. B. die Phase der Weimarer Republik auf und geht auf aktuelle Entwicklungen und Visionen ein. Sie bietet somit zahlreiche Anregungen für die Diskussion über die Weiterentwicklung verschiedener Universitätsstandorte in Deutschland und darüber hinaus.

Die Ausstellung läuft vom 1. bis zum 7. Oktober in Siegen und kann von allen Interessierten in der Sparkasse Siegen besucht werden. Die Ausstellung ist montags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet, samstags und sonntags jeweils von 10 bis 19 Uhr.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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