Modernisierung der Wärmebehandlungstechnik

SWF Siegener Werkzeug- und Härtetechnik GmbH errichtet neue Fertigungshalle an der Leimbachstraße

Siegen. Quadratische Abmessungen, einige dünne Leitungen, zwei kreisrunde Öffnungen für die Beschickung an der Stirnseite und an der Seitenwand einige Schalter und Skalen. Wie ein Ofen im herkömmlichen Sinne sieht er nicht aus, der neue Doppelkammer-Vakuum-Anlaßofen, der bei der Firma SWF Siegener Werkzeug- und Härtetechnik GmbH in Siegen vor kurzem in Betrieb gegangen ist. Und doch stellt gerade diese Anlage unter dem Gesichtspunkt der Kundenorientierung einen wichtigen Fortschritt dar. »Bislang haben wir uns ziemlich schwergetan, wenn wir kleinere Härterei-Aufträge erledigen sollten. Da uns aber kleinere Aufträge genauso wichtig wie große Chargen sind, haben wir uns zu dieser Investition entschlossen. Mit dem neuen Ofen sind wir zudem in der Lage, besser auf individuelle Kundenwünsche einzugehen«, betont SWF-Geschäftsführer Ernst Langer. In dem neuen Vakuum-Anlaßofen können, genauso wie in den ebenfalls bei SWF vorhandenen größeren Anlagen, auch kleinere Chargengrößen unter Vakuumbedingungen »angelassen«, d.h. behandelt werden. Die vollautomatische Prozeßführung mit integriertem Rückkühlsystem erlaubt es zudem, daß Chargen auch mehrmals automatisch angelassen werden können. Dies ist beispielsweise für bestimmte Stücke aus Werkzeugstahl nötig, um völlig blanke Teile als Voraussetzung für eine Oberflächenbeschichtung zu erreichen. Zudem waren beim Härteprozeß bislang nur Standardgrößen, ausgedrückt in bestimmten Rockwell-Härten, möglich. »Nun ist SWF mit dem neuen Vakuum-Ofen auch in der Lage, individuell auf Kundenwünsche für vakuumangelassene Kleinmengen einzugehen«.

Komfortable Prozeßsteuerung

Die Bauart des neuen Vakuum-Ofens kommt zudem den beschränkten Platzverhältnissen in der SWF-Härterei an der Siegener Leimbachstraße entgegen. Im Grunde genommen besteht die Anlage aus zwei übereinander angeordneten Öfen mit 25 bzw. 50 kW Leistung, die mittels separater Programmsteuerung völlig unabhängig voneinander arbeiten. »Neben unterschiedlichen Losgrößen können deshalb auch jeweils unterschiedliche Prozesse bei der Chargen-Behandlung gefahren werden«, betont Langer. Die Programmsteuerung ermögliche nicht nur eine Überprüfung der Prozeßparameter, sondern auch eine Dokumentierung der Prozesse. Anhand eines schriftlichen Verfahrensprotokolls könne nachher jederzeit nachgeprüft werden, ob der Prozeß eingehalten wurde. Ebenfalls neu installiert wurde bei SWF ein Gasregelstand für die Härtereiprozesse Langzeitgasnitrieren und Gasnitrocarborieren. Mit seiner Hilfe werden die Gasmengen für die Anlagen mittels Pulstechnik genauer geregelt und so eine bessere Gasdurchmischung und Gasersparnis erreicht. Gegenüber der vorherigen Handsteuerung der Anlagen zum Langzeitgasnitrieren und Gasnitrocarborieren ist SWF nach der Modernisierung zudem in der Lage, die Anlagen auch nachts zu starten. SWF könne dadurch mit kostengünstigerem Nachtstrom arbeiten, eine Personaleinsparung werde damit nicht erreicht, erläutert Langer.

Teilweise auch im Handel engagiert

Insgesamt ist die 1919 gegründete Firma SWF heute in den drei Bereichen Dienstleistung (Härterei für einen Kundenkreis mit Schwerpunkt im Siegerland und im angrenzenden Hessen und Rheinland-Pfalz), Handel (Vertrieb von Wendescheidplatten-Werkzeugen der Marke Sandvik-Coromant, HSS-Qualitäts- und Spannwerkzeuge der Marke Precitool) und Werkzeugfertigung tätig. Im letzteren Bereich wurden früher hauptsächlich Dreßmeißel gefertigt. Nun habe man seit vier Jahren wachsenden Erfolg mit Spezialmessern für Recyclingmaschinen, berichtet der Geschäftsführer, der seit 1989 zusammen mit Ralf Schleidgen und Hermann Schäfer an der Unternehmensspitze steht. Diese Werkzeuge für den Umweltbereich werden europaweit an Anlagenhersteller für die Erstausausrüstung sowie für den Ersatzbedarf geliefert. Der Erfolg des Unternehmens, das derzeit eine gute Beschäftigungslage aufweist, wird rückblickend auch beim Arbeitsplatzaufbau sichtbar: Während SWF 1989 erst 26 Beschäftigte zählte, sind es mittlerweile 42. Wegen der räumlichen Enge soll zur Jahresmitte mit dem Bau einer neuen, 300 m2 Grundfläche umfassenden Halle begonnen werden. Dort sollen zum Jahresende neue innovative Fertigungstechniken sowie Sozial- und Schulungsräume eingerichtet werden, verspricht Ernst Langer. Im übrigen stehe derzeit die Konsolidierung, verbunden mit einer Optimierung der internenen Arbeitsabläufe, im Vordergrund. jowi

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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