Montage trotz Gerichtsurteil

 Das Bild dokumentiert Arbeiten, die eigentlich untersagt sind. Foto: privat

db/sz - Betont „kleinteilig“ stellt sich im Moment die Auseinandersetzung um die Windkraft-Baustelle auf dem Freudenberger Knippen dar. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster Ende Februar die aufschiebende Wirkung der Klage eines Landwirts gegen die Genehmigung der Errichtung der drei Windkraftanlagen wiederhergestellt hatte, reagierte der Investor Ende voriger Woche mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Arnsberg auf sofortigen Vollzug der Baugenehmigung. Am Dienstag reagierte das Verwaltungsgericht: Es lehnte den Antrag des Investors ab. Dies bestätigte die Pressestelle des Gerichts auf Anfrage der SZ: Die Beigeladene, also der Investor, habe „keine entscheidungserheblichen Umstände rechtlicher oder tatsächlicher Art“ geltend gemacht, hieß es aus Arnsberg.

Die Naturschutzinitiative witterte trotz des Erfolges offenbar bereits Ungemach und verfasste ein Schreiben. Darin heißt es: „Kreisverwaltung und Forst sollten jetzt geschlossene Schranken für die Zufahrten in das Waldgebiet installieren, damit nunmehr keine rechtswidrigen Arbeiten mehr verrichtet werden können, die auch als ‚Sicherungsmaßnahmen‘ deklariert werden. Unser Ziel ist und bleibt es, gemeinsam mit dem Landwirt den Rückbau dieser Anlagen zu erreichen“, so Neumann. Und genau dieser von Neumann befürchtete Fall ist nach SZ-Informationen am Dienstagabend tatsächlich eingetreten. Am späten Nachmittag sind zunächst zwei Rotorblätter von der Anlage 2 zur Windenergieanlage 1 transportiert worden. In der Dunkelheit ist dann auch ein Rotorblatt an der Anlage installiert worden.

Arno Wied, Kreis-Baudezernent, war gegen 19.45 Uhr vor Ort und bestätigte die Baumaßnahmen am späten Abend gegenüber der SZ. Die Firma sei gerade dabei gewesen, das dritte Rotorblatt zu installieren. Als Aufsichtsbehörde habe man die Ordnungsverfügung erneuert und die sofortige Demontage gefordert. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit habe man sich auf einen Abbau am Mittwochmorgen geeinigt. Auch der Kran, so Wied, dufte bis dahin nicht bewegt werden – um ihn z.B. von der Baustelle zu entfernen. Ein verärgerter Arno Wied warf dem Investor „allergrößten Vorsatz“ vor, da er mit voller Absicht bis zum Abend mit den Arbeiten gewartet habe. Ein Verstoß, der sicher noch Folgen haben wird.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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