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SZ schaut beim Distanzunterricht zu
Montessorischule Siegen setzt auf Rituale und klare Regeln

Grundschullehrerin Annette Woldering im Distanzunterricht. Von ihrem Laptop zu Hause am Schreibtisch aus unterrichtet sie die Kinder digital. Kinder, Eltern und Kollegium haben sich auf die neue Situation optimal eingestellt.
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  • Grundschullehrerin Annette Woldering im Distanzunterricht. Von ihrem Laptop zu Hause am Schreibtisch aus unterrichtet sie die Kinder digital. Kinder, Eltern und Kollegium haben sich auf die neue Situation optimal eingestellt.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

goeb Siegen. „Distanzunterricht bedeutet, dass die Kinder richtigen Unterricht bekommen, der auch bewertbar sein muss.“ Grundschullehrerin Annette Woldering blickt an ihrem PC am Schreibtisch des Homeoffice auf eine ruhige, leicht verschneite Wohnstraße am Siegener Häusling. „Das Lernklima ist sehr wertschätzend und positiv“, sagt sie über die Montessorischule, an der sie beschäftigt ist. „Das ist uns allen im Kollegium sehr wichtig.“
Auch ein Montessori-Prinzip: In ihrer „bunten Klasse“ sitzen jahrgangsübergreifend Kinder aller Altersstufen. Der Unterricht beginnt morgens um 9 Uhr für die ganze Klasse mit einer Videokonferenz. „Klar, ich musste mich Stückchen für Stückchen einarbeiten in die Technik. Anfangs mit Herzklopfen“, lacht sie.

goeb Siegen. „Distanzunterricht bedeutet, dass die Kinder richtigen Unterricht bekommen, der auch bewertbar sein muss.“ Grundschullehrerin Annette Woldering blickt an ihrem PC am Schreibtisch des Homeoffice auf eine ruhige, leicht verschneite Wohnstraße am Siegener Häusling. „Das Lernklima ist sehr wertschätzend und positiv“, sagt sie über die Montessorischule, an der sie beschäftigt ist. „Das ist uns allen im Kollegium sehr wichtig.“
Auch ein Montessori-Prinzip: In ihrer „bunten Klasse“ sitzen jahrgangsübergreifend Kinder aller Altersstufen. Der Unterricht beginnt morgens um 9 Uhr für die ganze Klasse mit einer Videokonferenz. „Klar, ich musste mich Stückchen für Stückchen einarbeiten in die Technik. Anfangs mit Herzklopfen“, lacht sie. Viel Unterstützung hat sie darin von ihrer Kollegin Petra Schneider erhalten. Jetzt sieht es so aus, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

Das digitale Lernen an der Montessorischule Siegen baut auf Ritualen auf

Montessori-Pädagogen lieben ihre Rituale. Punkt neun sind alle 22 Kinder sowie drei Mitarbeiter zugeschaltet. Zehn Minuten machen die Kinder zu Hause angeleitet Yoga. Dann gibt es von Frau Woldering 20 Minuten „Ohrenkino“. Zurzeit liest sie aus dem Buch „Despereaux – Von einem, der auszog, das Fürchten zu verlernen“ von Kate DiCamillo. Das Buch ist so spannend, dass keines der Kinder etwas verpassen will. „Am Schluss der Konferenz“, berichtet sie, „bespreche ich die Arbeitspläne.“ Sie schließt stets mit dem Satz „Hopp! Hopp! An die Arbeit!“ Danach wird bis halb 12 Uhr zu Hause gearbeitet.

Hier läuft das digitale Lernen ohne Probleme

Jetzt beginnt für Frau Woldering die Einzelarbeit in Mini-Konferenzen. „Die Kinder schreiben mir eine Notiz, wenn sie Fragen haben, ich rufe sie dann zurück.“ Die kleinen Kinder melden sich über die Eltern.
Als die 11.30-Uhr-Konferenz beginnt, darf der SZ-Reporter zuschauen. Heute ist Mittwoch, da sind die Drittklässler Ramon, Paul, Eldi und ihre Mitschülerin Sammy dabei, auch das Gesicht von Praxissemesterstudentin Michelle Barth taucht auf dem Monitor auf.
Jedes der Kinder sollte eine Variation des Gedichts „Die drei Spatzen“ von Christian Morgenstern auswendig lernen. Alle tragen es einzeln vor, nur einmal muss Frau Woldering etwas soufflieren. „Großartig!“, ruft sie und klatscht.
Ramon spricht, aber er ist nicht zu hören. Manchmal fordert sie das eine oder andere Kind auf, Kamera oder Mikrofon wieder einzuschalten. Die Kinder sind auch bei der Sache, als Kopfrechnen beginnt. Paul löst die Aufgabe 175 + 75 richtig. „Und wie hat das mit dem Zahlengitter geklappt?“, erkundigt sich Annette Woldering.

"Padlet" als digitale Pinnwand kommt prima an

Laut Arbeitsplan sollten die Kinder sich im kombinierten Englisch/Kunstunterricht mit den Beatles und ihrem Lied „Hello, Goodbye“ beschäftigen. Alle vier zeigen eine Zeichnung der vier Pilzköpfe vor, die sie in ihren Heften angefertigt haben.

Hallo and Goodbye: Im kombinierten Englisch- und Kunstunterricht sind die berühmten Pilzköpfe im Entstehen.
  • Hallo and Goodbye: Im kombinierten Englisch- und Kunstunterricht sind die berühmten Pilzköpfe im Entstehen.
  • Foto: goeb
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

„Klasse, Ramon!“, sagt sie. „Fotografier das bitte mal, dann lade ich es gleich hoch.“ Kurze Zeit darauf taucht das Bild auf der digitalen Pinnwand, dem „Padlet“, auf.
Die Älteren in ihrer „bunten Klasse“ schreiben auch den Text auf Englisch nieder. „Die Kleinen lauschen auf das Lied und führen eine Strichliste darüber, wie oft darin die Wörter Hello und Goodbye vorkommen“, schildert die Pädagogin.
Ihr gefällt am Distanzunterricht, dass man mit Kind und Elternteil Dreiecksgespräche führen kann. „Ich war wirklich erstaunt darüber, was da möglich ist. Da habe ich kontinuierlich Resonanz.“
Das Kollegium setzt auf interessanten Unterricht. „Das muss attraktiv sein“, ist auch sie überzeugt. Das Padlet entsteht in Zusammenarbeit aller. Mal haben sie ein kleines Youtube-Video „Kindertraining für zu Hause“ für die Unterstützung im Fach Sport hochgeladen, mal ist es ein Würfelspiel. Erscheint die 2, gilt es für das jeweilige Kind, zehnmal zu hüpfen.

"Den Kindern ist Verbindlichkeit wichtig"

Gern zeigen die Kinder, was sie gemacht haben. Im Kunstunterricht sollten sie Dinge aus der Natur ins Wasser legen und die Form nachts, als es fror, nach draußen stellen. Der Junge Luk hat einen Eisball hergestellt, der gleich das Interesse seiner Katze weckte. Das Fotomotiv ist auf der digitalen Pinnwand der Renner. Alle wollen es sich ansehen.
„Den Kindern ist Verbindlichkeit wichtig“, sagt Frau Woldering abschließend. „Und der Stundenplan gibt dem Tag Struktur. Das entlastet auch die Eltern.“

„Eine ganze Menge an Stoff vermittelt“ Die von der SZ über die Schulsituation befragten Eltern äußerten sich zufrieden. „Es ist eine angenehme Mischung aus Videokonferenzen und freiem Arbeiten“, sagte Jan Söhlke, Vater der Erstklässlerin Louisa. Inhaltlich komme man möglicherweise etwas langsamer voran als im Präsenzunterricht. „Aber dafür lernen die Kinder andere Sachen.“ Er finde es vom Kollegium mutig, dass es sich nicht scheue, etwas Neues auszuprobieren. Isabelle Greiner, Mutter des Zweitklässlers Oskar, sieht die Schule gut aufgestellt. Im Vergleich mit manchen anderen Grundschulen laufe es gut. „Man bekommt aus dem Umfeld im Freundes- und Bekanntenkreis doch so einiges mit“, sagte sie. Die Lehrer seien bis nachmittags erreichbar. „Ich bin auch angenehm überrascht, dass doch eine ganze Menge an Stoff auf diesem Weg vermittelt werden kann.“
Grundschullehrerin Annette Woldering im Distanzunterricht. Von ihrem Laptop zu Hause am Schreibtisch aus unterrichtet sie die Kinder digital. Kinder, Eltern und Kollegium haben sich auf die neue Situation optimal eingestellt.
Hallo and Goodbye: Im kombinierten Englisch- und Kunstunterricht sind die berühmten Pilzköpfe im Entstehen.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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