Motette uraufgeführt

ars Weidenau. Der englische Komponist Colin Mawby, Jahrgang 1936, widmete Helga Maria Lange, Organistin der St.-Joseph-Kirche und Leiterin des Kammerchors Weidenau, zwei Motetten zu Ehren der Himmelskönigin Maria, „Salve Regina“ und „Regina coeli laetare“. Um diesen Kompositionen eine Uraufführung in einem vergleichbaren musikalischen Umfeld zu geben, stellte Lange ein Programm ausschließlich mit Chor- und Orgelwerken von zeitgenössischen englischen Komponisten zusammen, das am Sonntag in St. Joseph zu erleben war.

Das in sich stimmige Programm mit Werken von Malcolm Archer, John Cook, Robert Jones, John Leavitt, Colin Mawby und John Rutter ließ einen hervorragend einstudierten und sicher agierenden gemischten Chor mit 25 Sängerinnen und Sängern hören, der ganz besonders bei der Uraufführung der kraftvoll-schönen, hymnisch aufgeladenen Marienmotette „Regina coeli laetare“ mit allen Chortugenden glänzte, aber auch zwei Sätze, das Kyrie und das Gloria, aus der „Missa festiva“ von John Leavitt betont freudig-erwartungsvoll und festlich interpretierte.

Ganz allgemein stimmte die richtige Mischung aus Exaktheit und warmer Emotionalität, mit der der Kammerchor unter der präzisen Leitung von Helga Maria Lange auch die beiden mittlerweile bekannten, für den deutschen Geschmack allzu süßlich-überzuckerten Werke von John Rutter, „Look On The World“ und „I Will Sing With The Spirit“, sehr überzeugend intonierte. John Rutters „Suite antique“ für Flöte und Orgel, ebenfalls ein Werk mit dem eingebauten Imperativ, jedwede Tiefe, Zerrissenheit und Disharmonie zu vermeiden, betont schon in den Satzbezeichnungen („Jazz Waltz“, „Chanson“) die Nähe zur populären Musik in Rhythmus, Melodie und Harmonik. Gisela Brenne an der Flöte und Michael Grütz an der Orgel spielten dieses Werk klangschön und melodienselig.

Ein Ereignis anderer Art war die Uraufführung der kleinen Marienmotette „Salve Regina“ von Colin Mawby, von einem reduzierten, elfköpfigen Chor sehr kunstvoll, zart und intim dargestellt, eine Interpretation, die dem nicht anwesenden Komponisten sicher eine große Freude bereitet hätte. Das Konzert begann mit einer „Fanfare For Organ“ von John Cook, in der die Sonnenseite der Religiosität und ein unbeschwert-heiteres Gotteslob herausgekehrt werden; es endete mit Malcolm Archers „O Trinity, Most Blessed Light“ und „Rejoice The Lord Is King“ in der gleichen lichtvollen, hoffnungsgesättigten Tonlage als feierlicher Ausklang eines verdienstvollen Einblickes in eine andere Musiktradition.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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