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Ein Jahr und zehn Monate für Messerstich in Bad Laasphe
Motiv bleibt völlig unklar

 Das Opfer und seine Begleiter waren offenbar am frühen Morgen im „Eckpunkt“ auf den ihnen teils bekannten Angeklagten getroffen und mit ihm in verbalen Streit geraten.
  • Das Opfer und seine Begleiter waren offenbar am frühen Morgen im „Eckpunkt“ auf den ihnen teils bekannten Angeklagten getroffen und mit ihm in verbalen Streit geraten.
  • Foto: SZ (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mick Siegen/Bad Laasphe. Ein Jahr und zehn Monate für eine gefährliche Körperverletzung in einem minderschweren Fall – so lautet die Entscheidung der 1. großen Strafkammer über den Vorfall im Sommer 2018 gegenüber des „Eckpunkt“ in Bad Laasphe. Dort hatte der 55-jährige S. in den Morgenstunden des 15. Juli einem Bekannten ein kleines Messer in den Bauch gestoßen. Einbezogen in das Urteil wurde ein Strafbefehl des Amtsgerichts über einen versuchten Diebstahl, den der Mann an seinem eigenen Fahrrad begangen haben sollte. Er hatte der Polizei den Sachverhalt nicht erklären können.
Mann ist psychisch krankDer in Kasachstan geborene Mann steht unter Betreuung, ist alkoholsüchtig und psychisch krank.

mick Siegen/Bad Laasphe. Ein Jahr und zehn Monate für eine gefährliche Körperverletzung in einem minderschweren Fall – so lautet die Entscheidung der 1. großen Strafkammer über den Vorfall im Sommer 2018 gegenüber des „Eckpunkt“ in Bad Laasphe. Dort hatte der 55-jährige S. in den Morgenstunden des 15. Juli einem Bekannten ein kleines Messer in den Bauch gestoßen. Einbezogen in das Urteil wurde ein Strafbefehl des Amtsgerichts über einen versuchten Diebstahl, den der Mann an seinem eigenen Fahrrad begangen haben sollte. Er hatte der Polizei den Sachverhalt nicht erklären können.

Mann ist psychisch krank

Der in Kasachstan geborene Mann steht unter Betreuung, ist alkoholsüchtig und psychisch krank. Trotzdem lehnt die Kammer eine Unterbringung in der Psychiatrie oder einer Entziehungseinrichtung ab. Im Gegensatz zum Sachverständigen Dr. Schlömer und der Staatsanwältin sehen die Richter keine erhöhte Aggression und Wiederholungsgefahr. Die Tat könne der bipolaren Störung nicht zugeordnet werden, die praktisch schon seit seiner Jugend bestehe und bis zum Sommer 2018 niemals eine ähnliche Tat zur Folge gehabt habe.

Messer überraschend gezogen

Apropos Tat. Das Opfer und seine Begleiter seien am frühen Morgen im „Eckpunkt“ auf den ihnen teils bekannten Angeklagten getroffen und mit ihm in verbalen Streit geraten. Nach Schließung der Gaststätte kam es gegenüber an der Bushaltestelle erneut zur Auseinandersetzung, dabei zog S. überraschend das Messer und stach zu. Die Hintergründe sowie Einzelheiten seien nicht feststellbar.

Motiv bleibt unklar

„Alle waren viel zu betrunken, um sich heute noch zu erinnern“, bedauerte die Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach. Nur ein Zeuge, ein Anlieger, habe nichts getrunken. Trotzdem sei auch dessen Erinnerung unzureichend gewesen.
Der Angeklagte habe gleich mehrere Versionen abgeliefert. Dessen Motivation bleibe „für uns völlig im Dunkeln“, betonte Dreisbach.

Enthemmt durch Alkohol 

Immerhin hält die Kammer S. zugute, dass er sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in einer manischen Hochphase seiner psychischen Erkrankung befand. Der Alkohol – dem Gutachten zufolge ist von knapp 2 Promille auszugehen – hat zur Enthemmung beigetragen. Aber alles blieb eine Ausnahme. Die Kinder berichteten von Gewalt gegen Sachen, der älteste Sohn von Prügel. Aber als gewalttätig wollten die Richter S. nicht einstufen, sahen keinerlei Gefahr für die Zukunft.
S. selbst bedauerte die Tat und wünschte sich, den Tag und das Geschehen rückgängig machen zu können. Elfriede Dreisbach warnte davor, noch einmal straffällig zu werden. Gerade war ein weiterer Strafbefehl bekannt geworden, wegen BTM-Verstößen 2019. Noch einmal so etwas, und er müsse doch ins Gefängnis.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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