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Echter Austausch gewünscht
Mountainbiker sehen sich falsch dargestellt

Ausflüge mit dem Mountainbike sind populär. Interessenskonflikte löst man am besten im Dialog miteinander.
  • Ausflüge mit dem Mountainbike sind populär. Interessenskonflikte löst man am besten im Dialog miteinander.
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goeb Siegen. Sven Achenbach, der Vorsitzende des MTB Siegerland, sieht die Anliegen der Mountainbiker im Artikel zu einem Weggebot im Wald nicht gewürdigt. „Wir sind doch auch eine Interessenspartei, die gehört werden muss“, fordert er ein. 200 Mitglieder seien beim MTB zusammengeschlossen.

„Viele Mountainbiker sind sich gar nicht bewusst, dass sie Probleme verursachen“, sagt Achenbach im SZ-Gespräch. Ihm sei wichtig, dass man mit Jägern, Förstern und Haubergsgenossen im Gespräch bleibe. „Wie wir das auf vielen Ebenen vor Ort auch schon tun.“
Sport wird immer beliebterWer sich auf strikte Auslegung der Gesetze verlege, die ein Fahren außerhalb der Nutzungswege verbieten, der mache jede öffentliche Diskussion obsolet, findet Achenbach. Als Sport werde Mountainbiking immer beliebter.

goeb Siegen. Sven Achenbach, der Vorsitzende des MTB Siegerland, sieht die Anliegen der Mountainbiker im Artikel zu einem Weggebot im Wald nicht gewürdigt. „Wir sind doch auch eine Interessenspartei, die gehört werden muss“, fordert er ein. 200 Mitglieder seien beim MTB zusammengeschlossen.

„Viele Mountainbiker sind sich gar nicht bewusst, dass sie Probleme verursachen“, sagt Achenbach im SZ-Gespräch. Ihm sei wichtig, dass man mit Jägern, Förstern und Haubergsgenossen im Gespräch bleibe. „Wie wir das auf vielen Ebenen vor Ort auch schon tun.“

Sport wird immer beliebter

Wer sich auf strikte Auslegung der Gesetze verlege, die ein Fahren außerhalb der Nutzungswege verbieten, der mache jede öffentliche Diskussion obsolet, findet Achenbach. Als Sport werde Mountainbiking immer beliebter. Und gewisse Entwicklungen, so der Vorsitzende, könne man nicht mit einem Federstrich, etwa einer Verordnung, zurückdrehen. „Die sind nun einmal da. Es ist doch besser, wenn die Jugend aufs Rad steigt, als dass sie vor der Playstation abhängt“, gibt der Littfelder zu bedenken. Und zum Konfliktpotenzial: „Wir versuchen Konsens herzustellen zwischen den verschiedenen Interessensgruppen.“ Achenbach: „Wir wollen Sport machen, ohne die echten Interessen anderer groß zu beeinträchtigen.“

Manchmal seien Argumente, z. B. Wurzelschäden durch Räder an etablierten Waldwirtschaftswegen, nur vorgeschützt. Und wenn man diesen Sport richtig betreibe, dann fahre man nicht auf geraden Wegen, sondern man möchte mit entsprechend ausgelegten Rädern anspruchsvolle Strecken befahren – mit Gefälle und Steinen und Abschnitten, die Sprünge erlaubten. „Das bedeutet aber nicht, dass wir durch Dickichte fahren“, so Sven Achenbach.

Letztlich geht es um Geld

Nach einer Meinungsverschiedenheit mit den Eiserner Haubergsgenossen, berichtet Achenbach, habe man beispielsweise den Vorschlag gemacht, Geländeabschnitte zu nutzen, die wirtschaftlich uninteressant seien. Auch mit den Netphenern sei man im Gespräch. Da gebe es einen Trail, der vom Wanderparkplatz straßennah zum Ort hinunterführe.

„Man könnte doch Trails anlegen, die 20 Meter entfernt von Waldwegen entlangführen, auf Gelände, das weder Jäger noch Förster noch Haubergsgenossen nutzen“, schlägt Achenbach vor, schränkt aber ein: „Am Ende läuft es aber immer aufs Monetäre hinaus, sprich, jemand will Geld verdienen.“

Wichtiger Tourismusfaktor

Er gibt zu bedenken, dass man auch ein wichtiger Faktor im Tourismus sei und vernetzt sei mit der Gastronomie. Er verwehrt sich dagegen, alle Mountainbiker in einen Topf zu werfen. „Die Bikerschaft besteht sicherlich – und das ist unbestritten – auch aus Rowdies und selbsternannten Outlaws, die keine wirkliche Rücksicht auf andere nehmen. Das Problem haben Sie aber überall.“ Achenbach erwähnt sogenannte Nightrider mit Stirnlampe oder extreme Fahrer, die durch Dickungen brechen.

Achenbach abschließend: „Gut wäre es, wenn es eine Plattform für den regelmäßigen Austausch gäbe, wo beide Seiten Ideen einbringen.“ Sein Verein sei jedenfalls gesprächsbereit. Vom Pochen auf Gesetze oder den Erlass neuer Verordnungen über die Politik hält er nichts. „Mir geht es um den Austausch echter Argumente. Die Politik hat zurzeit auch echt andere Sorgen.“

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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