Musik für das Herz

Die Solisten Marietta Zumbült und Jens Hamann überzeugten bei ihrem Auftritt mit Mixed Voices unter der Leitung von KMD Ute Debus. Foto: pjw
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pjw Siegen. „Etwas fürs Herz“ war am Sonntagabend im Gläsersaal zu erleben – das Kantorei-Projekt Mixed Voices feierte mit Ralf Grösslers „Missa Parvulorum Dei“ und John Rutters „Mass Of The Children“ seine gelungene Premiere unter der Gesamtleitung von KMD Ute Debus. Die intensive Probenarbeit (die SZ berichtete) hatte sich gelohnt, das Ergebnis konnte sich hören lassen!

Im ersten Teil des Konzerts konzertierte die Kantorei Siegen zusammen mit der Camerata instrumentale Siegen und der Sopranistin Marietta Zumbült. Ralf Grösslers „Missa Parvulorum Dei“ („Messe der Kinder Gottes“) ist im besten Sinne populär und, bedingt durch ihre Besetzung und ihre Länge, eher für den Konzertsaal geschaffen. Nicht zuletzt deswegen ist für sie auch der Name „Gospelmesse“ geläufig. Dies zeigte sich schon im Introitus. Mit Schwung setzte die Sopranistin Marietta Zumbült ein. Bald darauf ließ sich auch der Chor von den Gospelklängen mitreißen. Sichtlich Spaß machte es ebenfalls der Dirigentin, ihren Chor und das Orchester zum „Swingen“ zu bringen.

Dennoch fehlten auch ruhigere Passagen nicht. So etwa bei der Meditation über den Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, die – nur vom Orchester gespielt – eine kontemplative Insel schuf, was sich vor allem im gekonnten Wechselspiel der Bläser und den improvisationsartigen Vibraphoneinsätzen zeigte.

Mal sang der Chor allein, ein anderes Mal legte sich die Sopranistin mit ihrer Stimme sanft-soulig darüber. Und auch ausgefeilte Schlagzeugsoli fehlten nicht; so fand die Messe mit Verve und nötiger inniger Vitalität ihren Schluss.

Der Höhepunkt des Konzerts folgte nach der Pause mit Rutters „Mass Of The Children“ („Messe der Kinder“). Beeindruckend war schon die Kulisse, die sich bot – nicht nur klanglich. Zusammen mit der Camerata und der Kantorei sangen der Mittelstufenchor der Fritz-Busch-Musikschule und der Kinder- und Jugendchor Siegen-Süd. Und so ging den Zuhörern gleich das Herz auf, als beim ersten Satz, dem Kyrie, die Kinder und Jugendlichen anfingen, ihre Stimmen mit Gotteslob hören zu lassen. Zwischen zahlreichen besinnlichen Stellen schimmerten aber auch immer wieder Harmonien heraus, die dem des Musicals nahe kamen. Auch moderne Tanzrhythmen fehlten nicht. Daneben brillierten auch die beiden Solisten Marietta Zumbült (Sopran) und Jens Hamann (Bass). Die beiden international bekannten Sänger harmonierten in ihren Duetten und den Wechselgesängen mit dem Chor in eindrucksvoller Weise. Die Botschaft am Ende war eindeutig: In einer innigen Ruhe versank gewissermaßen das eindringliche „Dona nobis pacem“, wechselnd verwoben in Gesänge vom Chor, den Solisten und den ganz jungen Stimmen.Am Ende gab es viel Applaus – und eine Dirigentin, die „very amused“ war: „Die Kinder haben sehr gut mitgemacht und zeigten viel Geduld. Es hat allen großen Spaß gemacht, wie auch das Ergebnis heute zeigte. Wenn man die richtige Literaturauswahl trifft, lässt sich ein solches Projekt sicherlich wiederholen.“

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