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Bauvorhaben am Hengsberg
Nachbarn fürchten Verkehrskollaps

Hader am Hengsberg: Matthias Still, Gisela Müller, Christoph Wennemann, Jens und Dominique Thelen, Joachim Steinseifer (v. l.) und zahlreiche weitere Anwohner hoffen, dass an diesem Hang des Hengsbergs nicht sechs große Mehrfamilienhäuser entstehen – sie befürchten ein Verkehrschaos an den engen Zufahrtsstraßen.
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  • Hader am Hengsberg: Matthias Still, Gisela Müller, Christoph Wennemann, Jens und Dominique Thelen, Joachim Steinseifer (v. l.) und zahlreiche weitere Anwohner hoffen, dass an diesem Hang des Hengsbergs nicht sechs große Mehrfamilienhäuser entstehen – sie befürchten ein Verkehrschaos an den engen Zufahrtsstraßen.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

js Eiserfeld. Die Nachbarschaft war nicht in Trauerstimmung, als die Gärtnerei am Eiserfelder Hengsberg ihre Pforten dicht machte. Viel Lärm war mit ihrem Betrieb verbunden, entsprechend groß war die Hoffnung der Anwohner, dass es hier am Waldrand etwas ruhiger würde in der Ära danach. Eine Wohnbebauung mit einigen Häusern in der Dimension der umliegenden – das wäre aus ihrer Sicht eine verträgliche Aussicht gewesen. Mit dem, was nun aber in ihrem Wohngebiet entstehen könnte, können sie sich überhaupt nicht anfreunden: Ein privater Investor möchte auf dem ehemaligen Gärtnereigelände und auf Flächen darübere hinaus eine Reihe von Mehrfamilienhäusern errichten.

js Eiserfeld. Die Nachbarschaft war nicht in Trauerstimmung, als die Gärtnerei am Eiserfelder Hengsberg ihre Pforten dicht machte. Viel Lärm war mit ihrem Betrieb verbunden, entsprechend groß war die Hoffnung der Anwohner, dass es hier am Waldrand etwas ruhiger würde in der Ära danach. Eine Wohnbebauung mit einigen Häusern in der Dimension der umliegenden – das wäre aus ihrer Sicht eine verträgliche Aussicht gewesen. Mit dem, was nun aber in ihrem Wohngebiet entstehen könnte, können sie sich überhaupt nicht anfreunden: Ein privater Investor möchte auf dem ehemaligen Gärtnereigelände und auf Flächen darübere hinaus eine Reihe von Mehrfamilienhäusern errichten.

Von fünf oder sechs Geschosshäusern mit insgesamt 40 bis 60 Wohneinheiten ist die Rede, ein entsprechender Konzeptionsbeschluss erreichte in der vergangenen Woche die Politik – kurz zuvor hatte die Nachbarschaft Wind bekommen von diesem Thema, das im Internet die Runde machte. „Die Stadt selbst würde auf solch einem Gelände niemals bauen“, meint Christoph Wennemann. „Es gibt doch genügend passendere Flächen, an denen man bauen könnte.“

Konflikte sind Stadtbaurat bewusst

In der Tat: Stadtbaurat Henrik Schumann hatte im Bauausschuss eingeräumt, dass dieser Hang aufgrund seiner Topografie und wahrscheinlicher Bodenbelastungen eigentlich sehr weit unten auf der kommunalen Prioritätenliste gelandet war. Der Druck auf dem Wohnungsmarkt sei jedoch vorhanden, entsprechend seien solche Bauprojekte im Sinne der Stadt. Dass es in Eiserfeld zu Konflikten führen würde, sei ihm bewusst, sagte der Stadtbaurat im Ausschuss.

Konfliktpotenzial sehen die Eiserfelder durchaus: Nicht nur, dass sie Sorge vor bedrängend großen Baukörpern über ihren eigenen Häusern haben – in erster Linie befürchten sie einen regelrechten Verkehrskollaps vor ihren Haustüren. Denn schon setzt sei die Situation ausgesprochen schwierig. Sowohl die Straße „Am Hengsberg“ selbst als auch die Zufahrtsstraßen wie etwa die Gartenstraße seien schon der heutigen Belastung nicht gewachsen. Schon der Begegnungsverkehr habe es schwer, am Straßenrand parkende Autos machten die Sache nicht leichter. Immer wieder werde auf den Bürgersteig ausgewichen. „Wir haben deshalb schon extra unseren Eingangsbereich umgestaltet“, berichtet Familienvater Jens Thelen. Er und seine Frau Dominique hätten Angst gehabt, dass ein Kind auf dem Bürgersteig vor dem Haus angefahren werden könnte.

Verschärfte Verkehrssituation

Verschärft sei die Verkehrssituation seit einigen Jahren: Als die ehemalige Realschule in die Unterstufen-Dependance der Gesamtschule Eiserfeld umgewandelt wurde, sei die Verkehrsbelastung enorm gewachsen. Busse, „Eltern-Taxis“ und die Autos der pendelnden Lehrer sorgten werktäglich für Probleme. An Elternsprechtagen gebe es richtiges Chaos, berichten die Anwohner. Auch verbale Auseinandersetzungen mit uneinsichtigen Autofahrern gehören inzwischen zum Leben am Hengsberg.

„Ich bin froh, dass ich immer so früh zur Arbeit fahre“, erzählt Matthias Still, dessen Grundstück direkt neben der alten Gärtnerei liegt. Er sei nämlich vor der Gesamtschul-Rush-Hour unterwegs. Einige seiner Nachbarn aber würden schon eine Stunde vor Arbeitsbeginn ihre Autos in Position bringen, da sie später zugeparkt würden. „Dass da noch nichts passiert ist, grenzt an ein Wunder“, findet Senior-Anwohner Joachim Steinseifer. Rettungswagen hätten nicht immer freie Fahrt. Auch bei Veranstaltungen im ev. Gemeindehaus – etwa nach Beerdigungen – komme es immer wieder zu Park- und Verkehrsproblemen.

Verkehrsgutachten vor der Brust

Ob die Zusatzbebauung mit verdichteter Bauweise und vielleicht auch einem Parkhaus kommen wird, muss sich noch zeigen. „Mit einem Auto pro Wohneinheit ist es sicher nicht getan“, befürchten die Hengsberg-Anwohner. Als wesentliche Hausaufgabe hat der Investor noch ein Verkehrsgutachten vor der Brust, in dem geklärt werden muss, wie viele zusätzliche Fahrzeuge die Straßen (vor allem „Am Hengsberg“ und Gartenstraße) noch verkraften können. Die Nachbarn bleiben kritisch und beunruhigt: „Wenn das so kommt, dann können wir unsere Häuser nur noch verschenken.“

Hader am Hengsberg: Matthias Still, Gisela Müller, Christoph Wennemann, Jens und Dominique Thelen, Joachim Steinseifer (v. l.) und zahlreiche weitere Anwohner hoffen, dass an diesem Hang des Hengsbergs nicht sechs große Mehrfamilienhäuser entstehen – sie befürchten ein Verkehrschaos an den engen Zufahrtsstraßen.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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