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Leere Wartelisten und 1500 ungenutzte Anti-Corona-Spritzen
Nachfrage-Not macht erfinderisch

Aktuell versucht Dr. Thomas Gehrke mit seinem Team vom Eiserfelder Impfzentrum, die vielen übrigen Impfdosen loszuwerden – und das teilweise auf ganz unkonventio-nelle Art. Im Fokus stehen beispielsweise Taxifahrer und deren Fahrgäste, Muslime in Moscheen und Jugendliche ab zwölf Jahren.
  • Aktuell versucht Dr. Thomas Gehrke mit seinem Team vom Eiserfelder Impfzentrum, die vielen übrigen Impfdosen loszuwerden – und das teilweise auf ganz unkonventio-nelle Art. Im Fokus stehen beispielsweise Taxifahrer und deren Fahrgäste, Muslime in Moscheen und Jugendliche ab zwölf Jahren.
  • Foto: /Symbolfotos: pixabay
  • hochgeladen von Marc Thomas

ap Eiserfeld. Montagmorgen, 11 Uhr. Wo noch vor wenigen Wochen kaum ein Parkplatz zu finden war, stehen jetzt nur vereinzelt Fahrzeuge in den vorgezeichneten Flächen. Und auch die Menschenschlangen vor dem Eingang des Eiserfelder Impfzentrums sucht man am Montag vergebens. Das könnte sich aber bald wieder ändern – zumindest wenn es nach Leiter Dr. Thomas Gehrke geht.

Der Mediziner hofft dabei nicht nur auf ungeimpfte und bislang unentschlossene Erwachsene. Viele gibt es davon in der Region ohnehin nicht: Rund 70 bis 80 Prozent haben im Kreis Siegen-Wittgenstein bereits ihre erste Impfung in einem der Zentren oder von ihrem Hausarzt erhalten – der Anteil der vollständig Geimpften liegt hierzulande bei ungefähr 60 Prozent.

ap Eiserfeld. Montagmorgen, 11 Uhr. Wo noch vor wenigen Wochen kaum ein Parkplatz zu finden war, stehen jetzt nur vereinzelt Fahrzeuge in den vorgezeichneten Flächen. Und auch die Menschenschlangen vor dem Eingang des Eiserfelder Impfzentrums sucht man am Montag vergebens. Das könnte sich aber bald wieder ändern – zumindest wenn es nach Leiter Dr. Thomas Gehrke geht.

Der Mediziner hofft dabei nicht nur auf ungeimpfte und bislang unentschlossene Erwachsene. Viele gibt es davon in der Region ohnehin nicht: Rund 70 bis 80 Prozent haben im Kreis Siegen-Wittgenstein bereits ihre erste Impfung in einem der Zentren oder von ihrem Hausarzt erhalten – der Anteil der vollständig Geimpften liegt hierzulande bei ungefähr 60 Prozent. „Perspektivisch sind es also nur noch 20 Prozent, die wir erreichen müssen“, folgert der heimische Arzt – und das bestenfalls bis Mitte September.

"Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt,
kommt der Berg eben zum Propheten."

Dr. Thomas Gehrke
über geplante Impfaktionen
in Moscheen & Co.

Reserven habe man derweil keine. Das bedeutet aber nicht, dass die Ampullen ausgegangen sind – ganz im Gegenteil: „Wir sitzen auf den Dosen“, betont Gehrke. Leere Wartelisten und rund 1500 (bislang) ungenutzte Anti-Corona-Spritzen ebnen den Weg für Impfwillige, die bisher noch keinen Piks erhalten haben – wie zum Beispiel junge Leute ab zwölf Jahren.

Bildungssektor impfen

„Im Rahmen unserer Studie wollen wir jetzt auch den Bildungssektor impfen“, zeigt sich Gehrke entschlossen. Schließlich gelte diese Altersgruppe als „Drehscheibe“ des Virus – gleichzeitig aber auch als die Gruppe, die unter dem Virus am meisten leide. Sie müsse deshalb schnellstmöglich (durch)geimpft werden. „Dass das ein wichtiges Thema ist, sehen wir an der Resonanz“, erläutert der Mediziner. Schon jetzt kämen Anfragen aus allen Teilen des Landes.

Doch nicht nur mit dem neuen Forschungsprojekt soll der Stoff in den kommenden Wochen unter das ungeimpfte Volk gelangen. Mit niedrigschwelligen Angeboten versuchen Gehrke und die anderen Impfärzte, bestimmten Berufs- und Bevölkerungsgruppen einen einfachen Zugang zum Vakzin zu ermöglichen.

„Wir haben zum Beispiel Taxifahrer gefragt, ob sie schon geimpft sind“, erzählt der Leiter des Eiserfelder Zentrums. Und auch die hiesigen Busfahrer hat Gehrke in Sachen Verfügbarkeit bereits „geimpft“: Egal ob Mitarbeiter oder Fahrgäste – jeder kann ohne Termin vorbeikommen und sich ganz unbürokratisch eine Dosis Biontech oder Moderna verabreichen lassen.

Vor Moscheen gegen Coronavirus impfen

„Momentan telefonieren wir auch die Moscheen in und um Siegen ab“, verrät Gehrke. Die Idee: Gläubige sollen vor und nach dem Gebet die Möglichkeit bekommen, sich direkt vor Ort gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Nur so können wir die Leute erreichen“, glaubt der Mediziner. „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg eben zum Propheten.“

Weiteren Aktionen und kreativen Anreizen steht das Eiserfelder Impfteam sehr offen gegenüber. „Hauptsache, wir haben bis zum Herbst den Großteil der Bevölkerung zweifach durchgeimpft. Ich bin mir sicher, dass wir auf eine Quote von um die 90 Prozent kommen“, zeigt sich Gehrke zuversichtlich.

Autor:

Alexandra Pfeifer

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