Der Schrotthandel kam in Gang / Und was macht man mit dem verdienten Geld?
„Nachkriegsgeschäfte“

Am Kiosk am Siegener Bahnhof waren nicht nur ausländische Zeitungen erhältlich, sondern auch Abenteuerhefte, die „Ausflüge“ in fremde Welten erlaubten.
  • Am Kiosk am Siegener Bahnhof waren nicht nur ausländische Zeitungen erhältlich, sondern auch Abenteuerhefte, die „Ausflüge“ in fremde Welten erlaubten.
  • Foto: damals-in-siegen
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sz Siegen. Horst Feger lebte mit seinen Eltern und seinem Bruder in den späten 1940er-Jahren am Fuße des Fischbacherbergs in Siegen. Viele Gebäude dort waren beschädigt oder kaputt, boten dadurch aber auch „Möglichkeiten“, wie er in seinen Erinnerungen ausführt.
„Damals, noch vor 1950, verkauften wir Schrott. Wir, das waren mein nicht viel älterer Bruder, ein recht geschäftstüchtiger Freund und ich. Schrott, das war Eisen, Blei und Kupfer. Am liebsten war es uns, wenn wir Kupfer verkaufen konnten, das aber leider seltener war als Eisen. Für Kupfer gab es 3 D-Mark für das Kilo. Für uns eine irrsinnige Summe!
Hauptquelle zwecks ,Materialbeschaffung‘ bildete das ,Hospi‘, das zerbombte und weitgehend unberührte ehemalige Hospital über dem Jahnplatz in Siegen. Andere Trümmerhäuser am unteren Fischbacherberg erwiesen sich als weniger ergiebig, weil schon ,einschlägig‘ abgeräumt oder geplündert.

Ein florierendes Geschäft, der handel mit Schrott

,Abnehmer unserer ,Waren‘, mit Hilfe eines Bollerwagens transportiert, war eine Metallwerkstatt in der nahe gelegenen Austraße an der Bahnstrecke. Der Chef, in eingeweihten Kreisen auch ,Schrotti‘ genannt, gab sich als ehrlicher Unternehmer aus und betonte jedes Mal: ,Geklautes Zeuch nemm ech nett.‘ Womit er nicht ganz unrecht hatte. – Aber woher sonst, wenn nicht aus ,Restbeständen‘, sollten er und wir Be- und Entwässerungsrohre, Draht, Stangen und Gitter besorgen?
Wir nahmen seinen Spruch nicht ganz so ernst und kamen meistens mit ihm ins Geschäft, wenn auch zu gedrückten Preisen. Nur über Kupfer war mit uns nicht zu verhandeln!“
Von dem Geld übrigens, so erinnert sich Horst Feger im Gespräch mit der SZ, wurden Kaugummi oder andere Süßigkeiten gekauft, gerne auch ein Eis in der Eisdiele Ehlen am Beginn der Bahnhofstraße oder auch Abenteuer-Wildwest-Hefte …
Horst Feger

Autor:

Redaktion Kultur

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