Nächste Fusion: Gebhardshain/Wissen

goeb - Demnach will die rot-grüne Landesregierung in der zweiten Welle der Fusionen im Zuge der Kommunalreform die Verbandsgemeinden Gebhardhain und Wissen „verheiraten“. Wie die SZ sattsam berichtete, kam es in diesem Jahr zur Eingemeindung Herdorfs in die VG Daaden, ein ungeliebter Vorgang, gegen den beide Kommunen den Klageweg beschritten haben. Der Richterspruch steht noch aus.

Ob auch Gebhardshain und Wissen „per Handschellen“ vor den Standesbeamten gezerrt werden, ist eher unwahrscheinlich. Zumindest Gebhardshain musste damit rechnen, denn das zu Rate gezogene Gutachten von Prof. Junkernheinrich, in dem Wirtschafts-, Verwaltungs- und Einwohnerdaten miteinander abgeglichen wurden, hatte für Gebhardshain „Fusionsbedarf“ gemeldet.

Die Verbandsgemeinde ist recht klein, und erschwerend hinzu kommt: mehrere Ortsgemeinden könnten dem Höhenort den Rücken zuwenden und nicht nur die VG-, sondern sogar die Kreiszugehörigkeit verändern (in Richtung Westerwaldkreis). Dann hätte man es mit einem Rumpfgebilde zu tun. Von einer Dreier-Fusion Herdorf-Daaden-Gebhardshain hatte die Landesregierung abgesehen und wird diese Option wohl nicht noch einmal aus der Schublade holen.

Die VG Wissen wäre an sich eigenständig überlebensfähig, allerdings braucht das kleinere Gebhardshain einen Partner. Die Bürgermeister Michael Wagener (Wissen) und Konrad Schwan (Gebhardshain) waren im August von Mainz in Kenntnis gesetzt worden, so verlautete gam Donnerstag. Zusammen mit Landrat Michael Lieber wurde kurzfristig beratschlagt, was zu tun sei.

Wissens Bürgermeister Michael Wagener sagte am Donnerstag, er gehe offen in die Gespräche und wolle sich nicht generell sperren. Kurz zuvor hatte er die Fraktionssprecher über die neue Sachlage informiert. Es soll kurzfristig zu einem Treffen mit Staatssekretär Günter Kern in Mainz kommen.

Angeblich will die Landesregierung in Mainz die Fusion Gebhardshain-Wissen schon im kommenden Sommer als Gesetz dingfest machen. Das könnte letztlich auch Bedeutung für den Landkreis Altenkirchen besitzen, denn der zählt heute schon zu den kleinen Kreisen. Als letzte Instanz will Mainz wohl auch Kreisgrenzen auflösen.

Werden im Gebhardshainer Land Ortsgemeinden fahnenflüchtig und spielt sich Ähnliches auch im Süden des Landkreises ab, wo man nach Neuwied drängt, könnte die 200-jährige Verwaltungseinheit erstmals in Gefahr sein. Gesprächsbedarf in Mainz gibt es also allemal. Andreas Goebel

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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