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Apotheken-Partnerschaft beendet
Nächste Runde im heimischen Klinik-Knatsch

Bislang war die Apotheke des Marienkrankenhaus für die Belieferung des Kreiskrankenhaus zuständig. Nach der neuen Ausschreibung hat jetzt eine Klinik aus Gummersbach den Auftrag bekommen.
  • Bislang war die Apotheke des Marienkrankenhaus für die Belieferung des Kreiskrankenhaus zuständig. Nach der neuen Ausschreibung hat jetzt eine Klinik aus Gummersbach den Auftrag bekommen.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

tip Siegen. Es kracht wieder in der Siegener Krankenhauslandschaft. Hatte man zuletzt den Eindruck, dass die Coronakrise zumindest für ein gewisses Maß an „Miteinander statt Gegeneinander“ gesorgt hatte, hat nun die Kündigung einer langjährigen Partnerschaft zu ordentlich Missstimmung geführt. Wie die SZ erfuhr, hat die Marien-Gesellschaft Siegen den Auftrag zur Belieferung der Apotheke im Kreisklinikum verloren.

Das Kreisklinikum hatte den rund 18 Jahre bestehenden Vertrag aufgekündigt und neu ausgeschrieben. Den Zuschlag bekommen, so heißt es, hat ein Anbieter außerhalb des Kreisgebiets. Nach SZ-Informationen handelt es sich dabei um das Kreiskrankenhaus Gummersbach, Klinikum Oberberg.

tip Siegen. Es kracht wieder in der Siegener Krankenhauslandschaft. Hatte man zuletzt den Eindruck, dass die Coronakrise zumindest für ein gewisses Maß an „Miteinander statt Gegeneinander“ gesorgt hatte, hat nun die Kündigung einer langjährigen Partnerschaft zu ordentlich Missstimmung geführt. Wie die SZ erfuhr, hat die Marien-Gesellschaft Siegen den Auftrag zur Belieferung der Apotheke im Kreisklinikum verloren.

Das Kreisklinikum hatte den rund 18 Jahre bestehenden Vertrag aufgekündigt und neu ausgeschrieben. Den Zuschlag bekommen, so heißt es, hat ein Anbieter außerhalb des Kreisgebiets. Nach SZ-Informationen handelt es sich dabei um das Kreiskrankenhaus Gummersbach, Klinikum Oberberg.

Marien Gesellschaft reagiert mit "Bedauern"

Die Marien-Gesellschaft Siegen arbeitet nach eigenen Angaben „seit Jahren vertrauensvoll mit dem Kreisklinikum zusammen“. In Kooperation betrieben werden beispielsweise eine Zentralküche und ein großes Bildungsinstitut. „Mit Bedauern stellen wir fest, dass nunmehr die langjährige Zusammenarbeit im Bereich der Apotheke mit dem St. Marien-Krankenhaus Siegen aufgekündigt wurde und einer Klinik außerhalb unseres Kreises der Versorgungsauftrag erteilt wurde“, teilt Dr. Christian Stoffers, Sprecher der Marien-Gesellschaft, der SZ auf Anfrage mit.

Daran sei zwar formal nichts auszusetzen und selbstverständlich gebe es keine Automatismen. „Im Hinblick auf die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit und Versorgungssicherheit ist dies, wie wir es unlängst in der so herausfordernden Corona-Krise erfahren mussten, aber sicherlich das falsche Signal. Gerade in dieser Zeit konnten die Siegener Kliniken erfahren, wie wichtig die Zusammenarbeit bei der medizinnahen Versorgung innerhalb der Region ist“, so Stoffers weiter.

"Im Hinblick auf die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit und Versorgungssicherheit ist dies sicherlich das falsche Signal"
Dr. Christian Stoffers
Sprecher Marien-Gesellschaft

Eine bittere Pille für das Marien-Krankenhaus. Es verliert damit einen seiner größten Kunden im Dienstleistungsbereich. „Gegenwärtig ist es noch zu früh, über die Auswirkungen auf unsere Apotheke zu sprechen“, antwortet Stoffers auf die Frage, ob das Ende des Vertrags vielleicht sogar Arbeitsplätze kosten könnte. 22 Personen arbeiten in der Apotheke des Marien-Krankenhauses. Der bislang gültige Auftrag beinhaltete unter anderem die Arzneimittelbelieferung der Stationen und Ambulanzen, die Information und Beratung von Ärzten und Pflegepersonal zu allen Fragen zur Arzneimitteltherapie sowie die Eigenherstellung von Medikamenten in Rezeptur und Defektur.

Kein Statement des Kreisklinikums

Und das Kreisklinikum? Das schweigt – und verweist darauf, dass das Verfahren formell noch bis nächsten Dienstag laufe. Vorher wolle man sich nicht äußern, so Klinikums-Sprecherin Lara Stockschläder. Das Marien-Krankenhaus kontert: „Der offizielle Bescheid liegt in schriftlicher Form vor.“ Offenbar handelt es sich bis zum formgerechten Verfahrensende aber nun nur noch um Widerspruchsfristen, die einzuhalten sind.

Autor:

Tim Plachner

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