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Klimaschutzteilkonzept Mobilität
Nächster Radweg in den Siegwiesen

An der Siegbrücke in der Bühlstraße zeigen Schilder klar den Weg an.
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mir Siegen. Mobilität in Siegen ist total anders als im Radfahrer-Mekka Münster: 73 Prozent Autoverkehr, knapp 4 Prozent Radverkehr. Mit spätestens 18 Jahren wird der Führerschein gemacht, und der wird bis ins hohe Alter genutzt. Steht alles schwarz auf weiß im Gutachten für das Klimaschutzteilkonzept Mobilität. Mit Hilfe der Expertise wollen Stadt und Politik mit Blick auf 2030 das Pkw-Monopol zumindest abschmelzen und dem Radfahren mehr Gewicht verleihen.Von Nord nach Süd mit dem Rad durch Siegen fahren, das funktioniert, aber nur bedingt auf der Hauptverkehrsader L908 (Geisweider Straße) über die L564 (Hagener Str./Sandstraße) und die B62 (Eiserfelder Straße). Hier und da existieren bereits rot markierte Radspuren, etwa am Eiserfelder Kreisel in der Ortsmitte. Aber flächendeckend?

mir Siegen. Mobilität in Siegen ist total anders als im Radfahrer-Mekka Münster: 73 Prozent Autoverkehr, knapp 4 Prozent Radverkehr. Mit spätestens 18 Jahren wird der Führerschein gemacht, und der wird bis ins hohe Alter genutzt. Steht alles schwarz auf weiß im Gutachten für das Klimaschutzteilkonzept Mobilität. Mit Hilfe der Expertise wollen Stadt und Politik mit Blick auf 2030 das Pkw-Monopol zumindest abschmelzen und dem Radfahren mehr Gewicht verleihen.Von Nord nach Süd mit dem Rad durch Siegen fahren, das funktioniert, aber nur bedingt auf der Hauptverkehrsader L908 (Geisweider Straße) über die L564 (Hagener Str./Sandstraße) und die B62 (Eiserfelder Straße). Hier und da existieren bereits rot markierte Radspuren, etwa am Eiserfelder Kreisel in der Ortsmitte. Aber flächendeckend? Fehlanzeige!

Radspuren bei Straßenbau berücksichtigen

„An jeder klassifizierten Straße wird es Radspuren oder Platz für Radfahrer geben, das kommt. Bei jedem Straßenbau wird das berücksichtigt“, sagt Anke Schreiber, Leiterin der Abteilung Straße/Verkehr bei der Stadt Siegen. Ein neuer ZOB Geisweid befindet sich in der Planung, folglich wird von dort bis zum Rathaus eine Radspur mitgebaut. Aber: Über Jahrzehnte ist nichts in der Richtung gemacht worden. Felix Hammerschmidt, Fahrradbeauftragter der Stadt Siegen, fasst das in klare Worte: „40 Jahre autogerechte Stadt Siegen, das muss erst mal aufgearbeitet werden. Keine leichte Aufgabe.“
Konfliktpunkte wird es geben. Sollte an der zumeist vierspurigen Hauptachse von Geisweid über Siegen nach Eiserfeld und Niederschelden beidseits eine Radspur angelegt werden? Schreiber: „Das gäbe zunächst einen Kollaps im Straßenverkehr. Nimmt man den in Kauf?“Die Stadt Siegen wird weiterhin einzelne Lösungen suchen, anpacken und realisieren.

Trasse hinterm Bad ist ein Vorzeigeprojekt

Genau das passiert bei der Vorrangroute für Radfahrer. Die führt weitgehend unter der HTS durch und stellt in Geisweid und Weidenau kein Problem dar. Abgesehen von den immer dunklen Ecken hinterm Hallenbad Weidenau, einem größeren Angstraum für Frauen. Hinter dem Bahngelände Siegen, über die Schemscheid bis zum Eiserfelder Bahnhof ist eigentlich seit Jahren alles für den Radfahrer vorhanden.
Apropos Eiserfeld: Vom Bahnhof aus wollte die Stadt Siegen eigentlich an der Sieg entlang einen ruhigen und idyllischen Radweg bis zur Eisenhutstraße und weiter am Hallenbad vorbei zur Bühlstraße bauen. Die Trasse hinterm Bad ist gerade im Bau, ein Vorzeigeprojekt!Der Rest wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Illusion bleiben: Das Umspannwerk braucht weiterhin einen Gleisanschluss. Um schwere Transformatoren dorthin zu transportieren. Nur zweimal im Jahr oder so ist das nötig, aber immerhin.

Überkragung der Sieg wurde abgelehnt

Fakt ist, die Gleise bleiben im Boden. Und sie können auch nicht mit speziellen Platten ummantelt werden, damit Radfahrer die Trasse an 360 von 365 Tagen im Jahr benutzen können. „Wir haben dazu einen Zuschussantrag gestellt, um diese Welo-Rail-Platten einbauen zu können. Im Weißtal gibt es so ein Beispiel. Dort haben wir die Bezirksregierung Arnsberg hin mitgenommen. Vergeblich. Arnsberg sagt: Nein, das geht nicht. Wegen der Nässe. Radfahrer könnten rutschen und straucheln.“Noch eine Variante: Der Radweg könnte zwischen Bahnhof und Eisenhutstraße neben die Gleise verlegt werden. Dazu bedürfte es einer Überkragung der Sieg. „Und das geht gar nicht. Abgelehnt vom Zuschussgeber.“ Anke Schreiber verzieht dabei keine Miene, aber ihr Tonfall sagt alles über die Bedeutung dieser Aussage.
Einen visionären Gedanken hat sie für diesen Sektor von Eiserfeld noch im Kopf. Am jenseitigen Siegufer ließe sich mit viel Aufwand ein Radweg in das urwüchsige Gelände integrieren. Dazu gibt es noch keinen konkreten Plan, nur Ideen eben.

Detaillierte Planungen für Siegwiesen  

Viel, viel weiter gediehen sind dagegen die Planungen für die Siegwiesen in Eiserfeld abseits der Bühlstraße. Diese holprige, enge und unübersichtliche Wohnstraße dient aktuell noch als Radweg bis nach Niederschelden. An der Bühlstraße hinter der Siegbrücke links abbiegen, von dort gibt es einen Zugang zu den Siegwiesen mit dem Adolf-Kunze-Turm, dem historischen Steigerturm der Feuerwehr Eiserfeld. Links führt ein kleiner Weg am Ufer entlang und endet als Trampelpfad, rechts geht ein Schotterweg in die Wiesen: „Dort haben wir als Stadt Siegen fast alle Grundstücke eingesammelt. Für einen Radweg an der Sieg entlang“, berichtet Schreiber hoffnungsvoll. Drei kleine Parzellen fehlen noch, „aber wir haben Gestattungsverträge mit den Besitzern abgeschlossen“. An der Sieg entlang wäre die eine Route für Radfahrer, kombiniert mit einem möglichen Überweg über die Sieg und Fortsetzung auf dem vorhandenen Radweg nach Niederschelden. Zweite Möglichkeit: Am Steigerturm vorbei könnte der Schotterweg als Radweg direkt unterhalb der bebauten Grundstücke am „Bielfeld“ bis zur HTS in Niederschelden geführt werden.„Ob ich das noch in meiner aktiven Zeit im Rathaus erleben werde?“ Anke Schreiber meint das keineswegs zynisch, eher als Ansporn gemeint für die handelnden Personen in den Fraktionen des Rates Siegen, den Bau eines touristisch nutzbaren Radwegs zwischen Eiserfeld und Niederschelden mit der Priorität 1a plus Sternchen zu versehen.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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