Viele haben keine Elementarversicherung
Naturkatastrophen ohne Versicherungsschutz

Ganze Häuser wurden zerstört, Keller stehen unter Wasser, die Einrichtung ist nicht mehr zu gebrauchen. Angesichts der großen Schäden, die das Unwetter in vielen Teilen des Westens verursacht hat, kommt die Frage auf, was Versicherungen jetzt übernehmen.
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sp Siegen/Eisern. Ganze Häuser wurden zerstört, Keller stehen unter Wasser, die Einrichtung ist nicht mehr zu gebrauchen. Angesichts der großen Schäden, die das Unwetter in vielen Teilen des Westens verursacht hat, kommt die Frage auf, was Versicherungen jetzt übernehmen. Und die Menschen, die verschont geblieben sind, kommen ins Nachdenken darüber, wie sie versichert sind.

Nur 45 Prozent haben eine Elementarversicherung

Gebäudeversicherungen, sie beinhalten das Gebäude an sich und alles was fest verbaut ist, greifen in der Regel bei Sturm, Hagel oder Blitzschlag. Für Hausratsversicherungen gilt Ähnliches, versichert sind hier allerdings die Gegenstände, die sich lose im Gebäude befinden, dazu zählen beispielsweise Möbel, Maschinen oder Elektrogeräte. Für Starkregen, Überflutungen, Hochwasser oder Rückstau (das Wasser kommt über die Kanalisation ins Haus) braucht es Elementarschadenversicherungen, die zusätzlich zu der Gebäude- und/oder Hausratsversicherung abgeschlossen werden können.

Michael Heinz ist Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute.
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„Diese decken aber nicht nur Hochwasserschäden ab, sondern auch noch Schäden durch Erdrutsche, Erdsenkung oder sogar durch Erdbeben“, betont Michael Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute, aus Siegen. Bei einer Elementarschadenversicherung seien aber beispielsweise keine Gewässer- oder Hausschäden, die durch das Auslaufen von Heizöl entstanden seien, versichert. Hier gibt es spezielle Versicherungen. Nur 45 Prozent der Haushalte in Deutschland hätten eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen, sagt Heinz.

Maik Neumann, Geschäftsstellenleiter bei Allfinanz/Generali und Vermögensberater aus Eisern, weiß: „Das wird immer mehr ein Thema, die Leute werden sensibler dafür, wenn es um solche Naturgewalten geht.“

„Man hat immer eine Selbstbeteiligung''

Er geht davon aus, dass in Zukunft mehr Elementarschadenversicherungen abgeschlossen werden. Noch sei die Nachfrage nicht gestiegen. „Ich glaube, die Leute sind jetzt erstmal schockiert“, sagt Neumann mit Blick auf die Flutkatastrophe. Ob eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen wird? „Bei dem Preis schrecken viele Leute zurück.“ Wer für seine Gebäudeversicherung oder Hausratsversicherung ca. 500 Euro im Jahr zahle, der könne mit zusätzlichen 120 Euro für die Elementarschadenversicherung rechnen. Neumann schätzt, dass etwa 20 Prozent seiner Kunden eine solche abgeschlossen haben.

Maik Neumann ist Vermögensberater aus Eisern.
  • Maik Neumann ist Vermögensberater aus Eisern.
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Wie hoch die Versicherungssumme ist, hänge von verschiedenen Faktoren ab, erklärt Neumann. Entscheidend sei beispielsweise das sogenannte „ZÜRS Geo“, ein Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen, nach dem sich Versicherungen richteten. Damit werde das Risiko kalkuliert, erklärt Neumann. Er habe schon einmal den Fall gehabt das die Grenze zwischen benachbarten Grundstücken verlief. Der eine Hauseigentümer habe deshalb 50 Euro mehr zahlen müssen. Neumann weist außerdem darauf hin: „Man hat immer eine Selbstbeteiligung.“

Verbraucherzentralen beraten

Wie bin ich denn wirklich versichert und geschützt? Bei dieser Frage stehen Verbraucherzentralen als Anlaufstellen zur Verfügung.

Julian Sturm, Leiter der Verbraucherzentrale Siegen, sagt, dass Elementarschadenversicherungen derzeit noch kein großes Thema seien, „weil wir hier in und um Siegen nicht betroffen waren“. Die Verbraucherzentrale steht auch dann beratend zur Seite, wenn es darum geht, dass Versicherungen in einem Schadensfall erst einmal nicht zahlen wollen.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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