Nein zu Gewalt an Frauen

 Jolanta Suwala kam extra aus Oberhausen. Die Selbstbehauptungs-Trainerin brachte den jungen Frauen in den Räumlichkeiten im Haus der Jugend einige Tricks bei. Foto: Julia Göttert
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jule - Laut der Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ erlebten 25 Prozent der Frauen zwischen 16 bis 85 Jahren in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt. Um das Thema in der Öffentlichkeit anzusprechen, riefen lateinamerikanische und karibische Frauen den „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ ins Leben.

Hintergrund: die Geschichte der Schwestern Mirabal. Die Mitglieder einer revolutionären Untergrundbewegung in der Dominikanischen Republik wurden 1960, nach mehreren vorangegangen Verhaftungen, durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und schließlich ermordet. Der 25. November soll an diese Brutalität gegenüber dem weiblichen Geschlecht erinnern.

Häusliche Gewalt ist auch hierzulande ein Thema. Ob in der Nachbarschaft, in der eigenen Familie oder im Freundeskreis - sexuelle oder körperliche Übergriffe gegenüber Frauen begegnen Menschen im alltäglichen Leben. Doch es gibt Hilfsangebote und Informationen. Marieka Kunold, Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Bad Laasphe, und Hartmut Birkelbach, Stadtjugendpfleger, klärten Jugendliche im Haus der Jugend in Bad Laasphe über das Thema auf. Um die Angelegenheit auch in der Öffentlichkeit zu präsentieren, hingen die Jugendlichen eine große Fahne an ihren Jugendtreff an der Bahnhofsstraße. „Für eine Woche bleibt die Flagge jetzt noch hängen“, erklärte Hartmut Birkelbach im SZ-Gespräch. Marieka Kunold erzählte den jungen Mädchen die Geschichten von Michelle und Leyla. Aggressivität und Demütigungen begleiteteten das Leben der jungen Frauen. Der eigene Vater oder Partner schlug und misshandelte sie. „Doch das muss sich niemand gefallen lassen“, unterstrich Marieka Kunold.

Unter der kostenlosen Rufnummer (08 00) 0 11 60 16 können Frauen über ihre Probleme, sei es Stalking, Zwangsprostitution, Gewalt in der Ehe oder Partnerschaft, sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigungen, mit Experten sprechen und sich die nötige Hilfe holen. Im März rief das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Hilfetelefon ins Leben. 365 Tage im Jahr rund um die Uhr stehen hier die Berater zur Verfügung.

In einer Diskussionsrunde sprachen die jungen Männer und Frauen aus Bad Laasphe mit Hartmut Birkelbach und Marieka Kunold über häusliche Gewalt. „Das Thema betrifft Männer wie auch Frauen“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte. „Besonders, wenn die Frauen von den Männern abhängig werden, beispielsweise wenn sie ein Kind bekommen, nimmt die Gewalt zu“, erklärte Marieka Kunold der SZ. Die Jugendlichen ließen sich auf die Gesprächsrunde ein und waren interessiert bei der Sache. „Ich bin sehr stolz auf meine Jugendlichen“, sagte Hartmut Birkelbach. „Sie machen wahnsinnig gut mit.“

Als besonderer Höhepunkt lud das Haus der Jugend eine Selbstbehauptungs-Trainerin aus Oberhausen ein. In Form von unterschiedlichen Übungen erlernten die Mädchen ein selbstbewussteres Auftreten in riskanten Situationen. Anastasia Tyuhavkin gefiel der Tag rund um das Thema „Gewalt gegenüber Frauen“: „Ich finde es gut, dass solch eine Aktion gestartet wird.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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