Neue Details zur Attacke auf Zug

tika - Im Fall der Gullydeckel-Attacke in Raumland auf einen Zug der Hessischen Landesbahn (HLB) hat das Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen neue Details zu den Ermittlungen veröffentlicht. Tatverdächtig ist der Fahrer des Zuges selbst. Die Ermittler hatten den Mann Ende April – knapp zwei Wochen nach der Attacke – festgenommen und verhört. Weil Haftgründe nicht festgestellt werden konnten, entließ ihn die Polizei am Tag darauf wieder aus dem Gewahrsam. Die Ermittlungen in dem Fall dauern weiter an. Die Ermittler schließen dabei weitere Mittäter offenbar nicht aus. Denn wörtlich heißt es in dem Bericht: „Die Ermittlungen auch im Hinblick auf bislang unbekannte (Mit-)Täter dauern an.“

Aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Innenministeriums geht nun hervor, warum der Zugführer selbst plötzlich als Tatverdächtiger gilt, nachdem die Staatsanwaltschaft Siegen zunächst Ermittlungen wegen versuchten Mordes gegen Unbekannt eingeleitet hatte. Die Ermittler hatten in den Wohnungen des verdächtigen Lokführers in Erndtebrück und Lünen mögliche Beweisstücke sichergestellt. Konkret handelte es sich laut Bericht dabei um ein Mobiltelefon, einen Laptop, ein mobiles Navigationsgerät, diverse Schneidwerkzeuge, verschiedene Speichermedien, Handschuhe und „eine Seilaufhängung für Fahrräder mit ähnlicher Knotenführung wie an dem Brückengeländer“. Dort hatten die Ermittler am Tattag – Samstag, 13. April – nicht nur Gullydeckel, sondern auch entsprechende schwarz-rot-goldene Seile sichergestellt, an denen die Gullydeckel befestigt waren. Die Knoten in diesen Seilen wiesen letztlich offenbar eine frappierende Ähnlichkeit mit denen in den Wohnungen des Lokführers sichergestellten Exemplaren auf. Mit den Seilen waren die Gullydeckel am Geländer einer Brücke oberhalb der Gleise befestigt, auf denen sich der HLB-Zug bewegte. Dabei hatte es sich um eine Leerfahrt gehandelt.

In den Fokus der Ermittlungen war der 49-jährige Triebfahrzeugführer derweil überhaupt erst geraten, weil sich an den Seilen vermehrt Spuren desselben befunden hatten, wie die vorläufige Auswertung von DNA-Spuren ergeben hatte. „An den Seilen und der Seil-Kettenkonstruktion, an denen die Gullydeckel befestigt waren, sowie an den Gullydeckeln selbst wurde seine DNA dominierend aufgefunden“, heißt es in dem Bericht. Im Rahmen einer informatorischen Befragung am Tattag sowie in einer zeugenschaftlichen Vernehmung drei Tage später hatte der Mann zwar angegeben, nach dem Vorfall zwei im Gleisbett liegende Gullydeckel und ein dort liegendes Seil angefasst zu haben. „Seine DNA fand sich jedoch vermehrt in dem Bereich der Verknotungen sowie an einem Gullydeckel, den er nach eigenen Angaben nicht berührt haben will“, heißt es im Bericht des Innenministeriums.

Aufgrund dieser Erkenntnisse war ein Beschluss des Amtsgerichts Siegen am Mittwoch, 24. April, ergangen, der die Durchsuchung des Erst- und Zweitwohnsitzes des Beschuldigten in Lünen und Erndtebrück anordnete. In diesem Zuge fanden die Ermittler die entsprechenden Beweisstücke, die das NRW-Innenministerium öffentlich machte. Noch am selben Tag hatte die Polizei den Zugführer vorläufig festgenommen und verantwortlich vernommen. „Er stellte die Tatvorwürfe in Abrede. Erklärungen für die massive Antragung seiner DNA und das Auffinden an exponierten Stellen konnte der Beschuldigte nicht geben.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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