Neue Notunterkunft fast voll

 Ankunft am Campus Adolf-Reichwein-Straße: Insgesamt drei Busse hielten gestern an der Dreifachturnhalle der Uni Siegen; 140 Frauen, Männer und Kinder aus Ländern wie Syrien, Nigeria, Äthiopien, Albanien oder Aserbaidschan stiegen aus und finden nun in der Notunterkunft für zwei, drei Tage ein Dach über dem Kopf. Foto: Christian Hoffmann
  • Ankunft am Campus Adolf-Reichwein-Straße: Insgesamt drei Busse hielten gestern an der Dreifachturnhalle der Uni Siegen; 140 Frauen, Männer und Kinder aus Ländern wie Syrien, Nigeria, Äthiopien, Albanien oder Aserbaidschan stiegen aus und finden nun in der Notunterkunft für zwei, drei Tage ein Dach über dem Kopf. Foto: Christian Hoffmann
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ch - Das ging zügiger als gedacht: Nachdem Joachim Steinbrück die Dreifachturnhalle an der Adolf-Reichwein-Straße am Samstag einen Tag früher als geplant bezugsfertig gemeldet hatte, entschied die Bezirksregierung in Arnsberg aufgrund der Nachricht des DRK-Einsatzleiters, die Notunterkunft der heimischen Hochschule umgehend zu belegen. 90 Frauen, Männer und Kinder aus Ländern wie Syrien, Nigeria, Äthiopien, Albanien oder Aserbaidschan trafen am Sonntagmittag mit zwei Bussen aus Dortmund ein, am Abend kam noch ein dritter Bus mit 50 Flüchtlingen dazu.

Immerhin 100 Ehrenamtler des Deutschen Roten Kreuzes, der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und der Uni Siegen haben in nur zwei Tagen die Halle hergerichtet. Es wurden Bodenplatten auf 1400 Quadratmeter gelegt, 150 sog. Bunkerbetten der Johanniter montiert und bezogen, zusätzliche sanitäre Einrichtungen aufgestellt sowie Zelte für die Verpflegung vor der Halle errichtet – kurzfristig steuerte hier der Heimatverein Littfeld-Burgholdunghausen sein Zeltmaterial bei.

Bis zu 150 Menschen sollen in den Semesterferien, sprich: bis zum 18. Oktober, auf dem Haardter Berg unterkommen können. Maximal zwei bis drei Tage sollen sich die Flüchtlinge jeweils in der Turnhalle aufhalten, dann sollen sie auf andere Erstaufnahmeeinrichtungen in NRW verteilt werden. „Da derzeit aber 5000 Menschen pro Woche in NRW zu uns kommen und das einen Höhepunkt darstellt, sind die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen in Dortmund und Bielefeld überfüllt. Wir möchten aber Obdachlosigkeit vermeiden und den Asylsuchenden eine sichere Unterbringung bieten. Das Ziel ist, die Menschen so kurz wie möglich in den Notunterkünften unterzubringen und sie dann in das normale System zu integrieren“, erklärte Thorsten Meyer von der Bezirksregierung in Arnsberg, die für die Koordination der Asylsuchenden in ganz NRW zuständig ist.

Und die Hilfe hat noch kein Ende. Auch an der Uni gehen viele Unterstützungsangebote ein. „Aus den Flüchtlingseinrichtungen in anderen Städten wie etwa in Burbach oder Bad Berleburg ist die Erkenntnis erwachsen, dass Spenden im Vorfeld nicht zielgerichtet eingesetzt oder Maßnahmen umgesetzt werden können“, gab Nicole Reschke von der Pressestelle der Uni Siegen zu bedenken. Man werde deshalb zunächst den Einzug der Flüchtlinge abwarten, um in Absprache mit Joachim Steinbrück die Bedürfnisse der Menschen herauszufinden. Morgen wird es dann eine Informationsveranstaltung für alle Beschäftigten und Studenten geben. Die Anwohner rund um das Universitätsgelände sind am Freitagabend per Rundschreiben über den Stand der Dinge informiert worden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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