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Innovation im St.-Marien-Krankenhaus
Neue Schrittmacher sind Kraftzwerge fürs Herz

Die neue Art des Schrittmachers kann minimalinvasiv direkt ins Herz implantiert werden. Das Marien-Krankenhaus ist landesweit eine der ersten Kliniken, in dem die Kardiokapsel zum Einsatz kommt.
  • Die neue Art des Schrittmachers kann minimalinvasiv direkt ins Herz implantiert werden. Das Marien-Krankenhaus ist landesweit eine der ersten Kliniken, in dem die Kardiokapsel zum Einsatz kommt.
  • Foto: Marien-Gesellschaft
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nb/sz Siegen. Diese kleine Kapsel hat es echt in sich: Am St.-Marien-Krankenhaus wurde jetzt ein Herzschrittmacher der neuesten Generation eingesetzt. Die Siegener Klinik gehört dabei zu den ersten Krankenhäusern in ganz Nordrhein-Westfalen, in denen die Innovation zum Einsatz kommt.
Bei dem atrioventrikulären System, so der korrekte Begriff, handelt es sich um den weltweit kleinsten kabellosen Schrittmacher.
Bessere Versorgung der PatientenDieser neue Herzschrittmacher, so eine Pressemitteilung der Marien-Gesellschaft, wurde für die Behandlung von Leitungsstörungen zwischen den Kammern des Herzens entwickelt und ermöglicht es, Patienten mit diesem Krankheitsbild in Siegen besser zu versorgen.

nb/sz Siegen. Diese kleine Kapsel hat es echt in sich: Am St.-Marien-Krankenhaus wurde jetzt ein Herzschrittmacher der neuesten Generation eingesetzt. Die Siegener Klinik gehört dabei zu den ersten Krankenhäusern in ganz Nordrhein-Westfalen, in denen die Innovation zum Einsatz kommt.
Bei dem atrioventrikulären System, so der korrekte Begriff, handelt es sich um den weltweit kleinsten kabellosen Schrittmacher.

Bessere Versorgung der Patienten

Dieser neue Herzschrittmacher, so eine Pressemitteilung der Marien-Gesellschaft, wurde für die Behandlung von Leitungsstörungen zwischen den Kammern des Herzens entwickelt und ermöglicht es, Patienten mit diesem Krankheitsbild in Siegen besser zu versorgen.
Kardiokapsel trifft es statt des oben genannten sperrigen Begriffes auch gut, vergleicht doch Sektionsleiter und Oberarzt Volker Bärsch die Neuntwicklung augenzwinkernd mit einer Vitaminpille – größenmäßig gesehen. „Die Kardiokapsel kommt mit einem Zehntel der Größe herkömmlicher Schrittmacher aus und kann deswegen minimalinvasiv direkt ins Herz implantiert werden“, so der Mediziner. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es seien keine Elektroden oder eine chirurgische „Tasche“ unter der Haut nötig, der Schrittmacher ist deshalb für den Patienten unsichtbar.
„Dies ist ein großer Fortschritt in der medizinischen Versorgung von Schrittmacherpatienten“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Michael Buerke, „weil wir nun auch Patienten mit Leitungsstörungen zwischen den Kammern des Herzens kabellos mit der Kardiokapsel versorgen können“.

Zurück zum normalen Herzrhythmus

Schrittmacher, die verbreitetste Behandlungsmethode bei diesen Leitungsstörungen, tragen zur Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus bei und lindern Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwindel oder Ohnmacht, indem sie die elektrische Aktivität der Vorhöfe und Herzkammern koordinieren.
„Klassisch werden Patienten mit diesem Krankheitsbild mittels konventioneller Zweikammer-Schrittmacher behandelt, die in den oberen Brustraum unter die Haut unterhalb des Schlüsselbeins implantiert werden. Sie sind dort mit dem Herzen mit dünnen Kabeln, sogenannten Elektroden, verbunden“, erklärt Bärsch, der nun den ersten Eingriff durchführte.

Schonender Schrittmacher

Bei diesen konventionellen Schrittmachern, so erläutert Krankenhaussprecher Dr. Christian Stoffers auf Nachfrage der SZ, bestand z. B. die Gefahr von Entzündungen oder Blutgerinnseln. Auch in Sachen Regeneration, ob eigentliche OP oder späterer Schrittmacher-Austausch, ist das neue Mini-Kraftpaket schonender: „Der Patient ist wesentlich schneller wieder auf dem Damm“, so Stoffers über das System, das auch beim virtuellen Herztag am vergangenen Samstag Thema war.
In Deutschland tragen laut Mitteilung etwa 500 000 Menschen einen Herzschrittmacher. Jährlich werden ca. 35 000 Patienten mit Leitungsstörungen versorgt. Am Siegener Marien-Krankenhaus sind es 250, für 10 Prozent von ihnen kommt die neue Kardiokapsel infrage.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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