Neue Skulpturen am Siegufer

 Von der Künstlerin Christel Lechner, die bei der Enthüllung ihrer Figuren betonte, sie sei froh gewesen, sich mit den genialen Musikern habe auseinandersetzen zu können, stammen die beiden Plastiken von Fritz (hier schon unverhüllt) und Adolf Busch. Sie sind ein Geschenk des Freundeskreises der Busch-Brüder und erinnern am neuen Siegufer an die beiden großen Söhne der Stadt. Unser Foto zeigt die letzten Handgriffe der Monteure … Foto: Dirk Manderbach Hier werden die Figuren der Busch-Brüder enthüllt. Foto: Dirk Manderbach
  • Von der Künstlerin Christel Lechner, die bei der Enthüllung ihrer Figuren betonte, sie sei froh gewesen, sich mit den genialen Musikern habe auseinandersetzen zu können, stammen die beiden Plastiken von Fritz (hier schon unverhüllt) und Adolf Busch. Sie sind ein Geschenk des Freundeskreises der Busch-Brüder und erinnern am neuen Siegufer an die beiden großen Söhne der Stadt. Unser Foto zeigt die letzten Handgriffe der Monteure … Foto: Dirk Manderbach Hier werden die Figuren der Busch-Brüder enthüllt. Foto: Dirk Manderbach
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gmz - Da stehen sie nun, die beiden Brüder Fritz und Adolf Busch, der Dirigent mit seinem Stab und der Geiger mit seiner Violine. Passend wurden sie mit Trompeten-Fanfaren von beiden Ufern der Sieg begrüßt (Hannah Brück und Joshua Kühn von der Fritz-Busch-Musikschule der Stadt Siegen). Fritz und Adolf Busch haben ihren Platz, in Form von überlebensgroßen Christel-Lechner-Figuren, am Ende der Brüder-Busch-Straße am neuen Siegufer gefunden und „holen so“, unterstrich Ulf Stötzel, Vorsitzender des Freundeskreises der Busch-Brüder, „die berühmtesten Söhne der Stadt“ als „Erinnerung, die lebt“, wie Bürgermeister Steffen Mues ergänzte, nach Siegen zurück. Sie sind, mit allem, wofür sie stehen, Ausdruck von „Urbanität“, die sich an „Siegens neuen Ufern“ verdichtet.

Der Freundeskreis der Busch-Brüder hat die beiden gleichzeitig individuellen (nach dem Vorbild der Busch-Brüder) und typischen (als Bild des Menschen im Alltag), bei aller Präsenz keineswegs „kolossalen“ Betonfiguren der Stadt Siegen, der Bevölkerung geschenkt, eben als Erinnerung an diese beiden bedeutenden Söhne der Stadt. Seit 2014 setzt sich der Freundeskreis, maßgeblich dazu angeregt von Ingrid Tielsch, für die Aufstellung dieser Figuren als Ausdruck des Gedenkens ein; nun ist es endlich soweit.

Die Künstlerin Christel Lechner, die viele Städte mit ihren „Alltagsmenschen“ bevölkert, hat drei Monate lang mit ihrem Team an den Figuren gearbeitet, nach Fotos wurden Zeichnungen erstellt, die dann in die plastische Gestaltung mündeten. Bürgermeister Mues dankte dem Freundeskreis für seinen Einsatz und das Geschenk, das an den „bedeutendsten Dirigenten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ erinnert und an die „Jahrhundertbegabung“ des Geigers Adolf Busch.

Ihre Weltgeltung war ihnen keineswegs in die Wiege gelegt: Es waren ihre „Begabungen“ und ihr „Mut“, so Steffen Mues, die sie zielstrebig ihren Weg verfolgen ließen. Ihre musikalische Genialität hat sie aus bescheidenen Anfängen in Siegen und Umgebung als Tanzlokal-Unterhalter mit musikalischem Können (in einer Spielszene toll dargestellt von Leonardo Sohrabi, Nils Keßler und Leopold Schlüter von der Fritz-Busch-Musikschule) an die Weltspitze der Klassik gebracht, als Dirigent und Geiger (und Komponist), mit harter Arbeit und unendlichem Einsatz. Ihre Charakterstärke und ihr Widerstand gegen die Verführungen der allzu einfachen und menschenverachtenden Weltsicht der Nazis sorgten dafür, dass ihre vielversprechenden Karrieren von den Machthabern beendet bzw. sie auf Seiten- und Nebenwege gezwungen wurden. Hier stehen sie … sie konnten nicht anders, um es frei nach Luther zu formulieren.

„Charakterstärke“, schrieb Magnus Reitschuster einst in seinem Stück „Busch-Brüder oder die Heimkehr“, „ist karriereschädlich“: Das zitierte er in seiner Hommage an die Busch-Brüder, die er gestern im Rahmen einer schön gestalteten Feierstunde am neuen Siegufer vortrug. Er erinnerte auch an Wolfgang Burbach, der mit unermüdlichem Einsatz und großer Zähigkeit die Erinnerung an die Busch-Brüder wachgehalten hat, die sonst, so Reitschuster, vergessen worden wären. Zumal die „Vertriebenen“ nach ihrer Rückkehr als „lebender Vorwurf“ von der Hiergebliebenen abgelehnt wurden … Doch jetzt sind sie wieder in „aufhellender Verfremdung“ im öffentlichen Raum zurück und regen zu Fragen, zum Ge- und Bedenken an …

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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