Studierendenwerk will alle Mensen öffnen
Neue Studentenwohnungen in Siegen

Der gewaltige Backsteinbau am Effertsufer hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Wo 2024 Studierende in großer Zahl einziehen werden, waren zuletzt der Landschaftsverband und die AWo aktiv. In den 80er-Jahren durften dort Mob-Reservisten der Bundeswehr ihre Ausrüstung samt Stahlhelm abholen.
  • Der gewaltige Backsteinbau am Effertsufer hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Wo 2024 Studierende in großer Zahl einziehen werden, waren zuletzt der Landschaftsverband und die AWo aktiv. In den 80er-Jahren durften dort Mob-Reservisten der Bundeswehr ihre Ausrüstung samt Stahlhelm abholen.
  • Foto: mir
  • hochgeladen von Praktikant Online

mir Siegen. Die Uni-Mensen sind weiter geschlossen, allein wegen der Corona-Pandemie: Im September soll sich das zum Wintersemester hin ändern. „Das ist der Plan, aber die Ausgestaltung noch völlig offen“, sagt Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studierendenwerks. Die Gefahr dabei: Zwischen 11 und 14 Uhr strömen alle Studierenden gleichzeitig zum Essen und Trinken herbei, „das birgt immer noch eine punktuelle Corona-Gefahr. Das muss man sehen, aber wir haben auch einen gesetzlichen Auftrag.“

Kein Mensa-Angestellter wurde entlassen

Zur Erinnerung: Die neue und imposante Mensa am Obergraben sollte im Sommer 2020 starten, zum 1. März 2020 hatte man einen ganzen Stab von Mitarbeitern neu eingestellt. Corona kam und zwang alles in den Stillstand: Rujanski hat keinen entlassen, alle Mensa-Angestellten sind übers Kurzarbeitergeld (plus Aufstockung) gehalten worden, haben aber seitdem keinen Tag in der Großküche gestanden.
Was tun? Im Sommer werden alle erst einmal geschult, die vielen neuen Leute in den Teams müssen fit gemacht werden. Rujanski nennt das Qualifizierungsoffensive. Tobias Walter, der studentische Vorsitzende des Studierendenwerks, drängt zum Neustart: „Wir scharren alle schon mit den Hufen, eine Uni ist doch nichts ohne die Mensa.“

Backsteinbau wird zum Studentenwohnheim

Studentisches Wohnen ist immer ein Thema in Siegen. Die Uni rückt vor in die City, und das Studierendenwerk kommt mit. An der Friedrichstraße nahe beim Edeka-Markt Schuh entsteht ein Wohnheim mit 27 Plätzen, campusnah und bezahlbar, bezugsfertig im September. 80.000 Euro pro Platz hat das Werk investieren müssen.

Beim nächsten Projekt wird die Summe pro Platz nicht reichen, am Effertsufer (Hausnummer 74) hat das Studierendenwerk den roten Backsteinbau gekauft, in dem zuletzt die AWo ihre Klienten betreute und in den 80er-Jahren noch das Logistik-Depot der Bundeswehr untergebracht war. Die alte Halle reicht nach dem totalen Umbau für 100 Studenten, ein Neubau mit 40 Plätzen wird angedockt. Das Projekt hat ein Volumen von 15 Millionen Euro und soll zum Wintersemester 2024/25 fertig werden.

Land muss Glasfaseranschlüssen noch zustimmen

Danach fehlen immer noch 200 Plätze in Wohnheimen, selbst bei der reduzierten Kalkulation mit nur noch 15.000 Studierenden in Siegen in den kommenden Jahren. Ein Objekt für 100 Studierende ist immer noch in der Warteschleife, es ist für den Adolf-Reichwein-Campus am Haardter Berg gedacht. Die vorhandenen Wohnheime in der Engsbach und anderswo sind aktuell zu 97 Prozent belegt, der Anteil der ausländischen Bewohner hat zugenommen. Um studentisches Arbeiten mit dem Laptop auch dort zu ermöglichen, sollen alle Heime mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet werden. Noch ist die Maßnahmen nicht beschlossen, das Land NRW als potenzieller Geldgeber muss noch zustimmen.

Studium darf nicht von Eltern abhängig sein

1 Million Euro an Überbrückungshilfen hat das Studierendenwerk im abgelaufenen Jahr ausgezahlt, im Schnitt waren das 429 Euro pro Kopf. Rujanski: „Der AStA hat geholfen, die Universität hat Geld gegeben, trotzdem muss man generell ran an das BaFöG, da muss sich finanziell etwas tun für die Studierenden. Es darf nicht sein, dass ein Studium vom gefüllten Geldbeutel der Eltern abhängt.“
Letztes Thema, wieder eines rund ums Geld: Die offiziell 18.589 Studierenden im Wintersemester 2020/21 haben jeweils einen Sozialbeitrag von 90,50 Euro gezahlt. Und er wird auch im kommenden Semester konstant. Die 90,50 Euro gelten übrigens seit dem Sommer 2012. Darauf ist das Studierendenwerk zu Recht ein bisschen stolz.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen