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Neue Talsperren – zum Zweiten!

ihm Siegen/Bad Berleburg. Hürde für Hürde nimmt die geplante Machbarkeitsstudie für zwei mögliche Talsperrenstandorte im Kreis Siegen-Wittgenstein. Nachdem der Ausschuss für Wirtschaft und Regionalentwicklung des Kreises den Auftrag für die Studie empfohlen hatte, winkte auch der Umweltausschuss am Montag die Vorlage durch. Allerdings gab es erheblichen Widerstand seitens der Grünen.

Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne) echauffierte sich: „Es ist doch gar nicht untersucht, ob wir überhaupt eine weitere Talsperre brauchen. Da eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, ist doch Wahnsinn!“ Zwar seien die beiden vergangenen Sommer sehr trocken gewesen, aber die Daten zeigten auch, dass es im Winterhalbjahr mehr regne: „Das ist doch extrem beruhigend.

ihm Siegen/Bad Berleburg. Hürde für Hürde nimmt die geplante Machbarkeitsstudie für zwei mögliche Talsperrenstandorte im Kreis Siegen-Wittgenstein. Nachdem der Ausschuss für Wirtschaft und Regionalentwicklung des Kreises den Auftrag für die Studie empfohlen hatte, winkte auch der Umweltausschuss am Montag die Vorlage durch. Allerdings gab es erheblichen Widerstand seitens der Grünen.

Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne) echauffierte sich: „Es ist doch gar nicht untersucht, ob wir überhaupt eine weitere Talsperre brauchen. Da eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, ist doch Wahnsinn!“ Zwar seien die beiden vergangenen Sommer sehr trocken gewesen, aber die Daten zeigten auch, dass es im Winterhalbjahr mehr regne: „Das ist doch extrem beruhigend.“

Wenn es um die Vorsorge für Ausfälle der vorhandenen Wasserversorgung gehe, sei es sinnvoller, in die Verknüpfung von Obernau- und Breitenbachtalsperre zu investieren, in Ringleitungen und mehr Sicherheit, als „eine so utopische Planung“ wie den Bau eines neuen Trinkwasserspeichers voranzutreiben. Zudem habe das Elberndorftal den höchsten Status im Naturschutz, der überhaupt vorstellbar sei. „Das ist eines der letzten Hochmoore, da kann man doch nicht einfach drüber weggehen.“

Das Elberndorftal und das Truftetal sind als mögliche Talsperrenstandorte im Regionalplan NRW verzeichnet. Deshalb sind diese beiden Gebiete Gegenstand der vorgeschlagenen Machbarkeitsstudie, nachdem bereits eine Vorstudie erstellt worden ist.

Eine breitere Basis für die neue Untersuchung wünschte sich Werner Müller (CDU). Er plädierte dafür, auch andere Gebiete außer Elberndorf- und Truftetal unter die Lupe zu nehmen, um nicht unnötig Zeit zu verlieren. Wenn nach zwei Jahren Untersuchung feststehe, dass die beiden Täler, aus welchen Gründen auch immer, für eine Flutung nicht in Frage kämen, müsse man sonst wieder ganz von vorn anfangen. Müller warf auch die Idee einer länderübergreifenden Betrachtung in die Debatte.

Karl Heinrich Sonneborn (SPD) und Stephan Hoffmann (CDU) unterstrichen die Notwendigkeit der Untersuchung. Sonneborn verwies darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren 700 mm Niederschlag gefehlt hätten: „Das haben wir nicht aufgeholt.“ Der Kreis müsse gewappnet sein, wenn es so trocken bleibe: „Bis wir eine neue Talsperre haben, dauert es 30 bis 40 Jahre.“ Fraktionskollege Winfried Schwarz wollte schneller sein: „20!“ Stephan Hoffmann wurde grundsätzlich: „Wir brauchen auf jeden Fall Wasser. Man kann doch nicht die Kosten in Erwägung ziehen, wenn es um die Versorgung der Bevölkerung geht.“ Kreisbaudezernent Arno Wied hatte im Regionalentwicklungsauschuss von vermutlich mehr als 100 Mill. Euro gesprochen, die der Bau einer neuen Talsperre kosten werde. Die Machbarkeitsstudie schlägt mit 150 000 Euro zu Buche.

Dass man eine zusätzliche Talsperre auch touristisch wird nutzen können, bezweifelte Helga Düben, die Vorsitzende des Naturschutzbeirats. „Das ist ziemlicher Blödsinn bei einer Trinkwassertalsperre. Da kann man einen Rundweg drumrum machen, aber das war’s.“ Sie regte an, über die Hochwasserschutzreserven der vorhandenen Talsperren nachzudenken: „Kann man das nicht optimieren? Eventuell reicht ja weniger Hochwasserschutz, dadurch hätte man mehr Speicherplatz.“

Die Ausschussmehrheit plädierte für die Machbarkeitsstudie, die beiden Grünen und die Linken-Vertreterin stimmten dagegen.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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