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Ehemaliges Mädchengymnasium steht unter vorläufigem Denkmalschutz
Neue Tür im Lÿz aus Plastik

Aus baurechtlichen Gründen musste die alte Tür zum Lyz ausgebaut und durch eine neue Tür ersetzt werden. In der technischen <jleftright>Bewertung des Denkmals liegen Stadt und Kreis aber auseinander.  Foto:kalle</jleftright>
  • Aus baurechtlichen Gründen musste die alte Tür zum Lyz ausgebaut und durch eine neue Tür ersetzt werden. In der technischen <jleftright>Bewertung des Denkmals liegen Stadt und Kreis aber auseinander. Foto:kalle</jleftright>
  • hochgeladen von Karl-Hermann Schlabach (Redakteur)

kalle Siegen. Der 100. Geburtstag des Bauhauses schärfte im vergangenen Jahr auch den Blick auf die Architektur der 1920/30er-Jahre insgesamt. Das Gebäude des ehemaligen staatlichen Mädchengymnasiums in Siegen ist ein Beispiel im Kreisgebiet für die qualitätsvolle Architektur jener Zeit. Der Siegener Stadtbaurat Johannes Scheppig, der auch den Kindelsbergturm in Kreuztal plante, und der Siegener Architekt Fritz Spiegelberg, der unter anderem die Siegerlandhütte realisierte, sind für den Bau verantwortlich. Neben der eindrucksvollen Fassade zur St.-Johann-Straße hin fällt die detaillierte Durchgestaltung des gesamten Gebäudes auf. Am 28. März 1930 wurde der Schulbau feierlich seiner Bestimmung übergeben.

kalle Siegen. Der 100. Geburtstag des Bauhauses schärfte im vergangenen Jahr auch den Blick auf die Architektur der 1920/30er-Jahre insgesamt. Das Gebäude des ehemaligen staatlichen Mädchengymnasiums in Siegen ist ein Beispiel im Kreisgebiet für die qualitätsvolle Architektur jener Zeit. Der Siegener Stadtbaurat Johannes Scheppig, der auch den Kindelsbergturm in Kreuztal plante, und der Siegener Architekt Fritz Spiegelberg, der unter anderem die Siegerlandhütte realisierte, sind für den Bau verantwortlich. Neben der eindrucksvollen Fassade zur St.-Johann-Straße hin fällt die detaillierte Durchgestaltung des gesamten Gebäudes auf. Am 28. März 1930 wurde der Schulbau feierlich seiner Bestimmung übergeben. Das heutige Lÿz ist also ein bemerkenswertes Zeugnis der Architektur-, Bildungs- und Frauengeschichte im Kreis Siegen-Wittgenstein (aus dem Archiv des Kreises Siegen-Wittgenstein).

Das scheint aber, wie häufig in der Region, die Bauwilligen nicht zu stören. Kürzlich wurde die alte Eingangstür des Lÿz-Gebäudes abgerissen und durch eine neue Kunststofftür ersetzt. Richtig gelesen: durch eine Tür aus Kunststoff!

Nur noch auf die Farbwahl Einfluss gehabt

Die untere Denkmalbehörde bei der Stadt Siegen hat dies bestätigt. Stadtbaurat Henrik Schumann: „Das Lÿz ist seit dem 7. Oktober 2019 vorläufig unter Denkmalschutz gestellt und alle Arbeiten an dem Objekt müssen daher denkmalgerecht umgesetzt werden. Eine neue Tür war nötig, da der Fluchtweg nicht breit genug war.“ Die Stadtverwaltung sei informiert worden, als die neue Eingangstür vom Kreis bereits bestellt worden war. Schumann: „Wir konnten als Denkmalschutzbehörde nur noch verhindern, dass die Farbe der Tür nicht anthrazit sondern weiß gestaltet wurde. Wir hätten sonst andere Vorgaben gemacht.“

Das Procedere ist auch deshalb erstaunlich, da der Kreis Siegen Wittgenstein als obere Denkmalschutzbehörde für den Denkmalschutz an Objekten außerhalb der Siegener Stadtmauern zuständig ist. Während also der Kreis die Tür als nicht denkmalwert einstuft – und den Vorgang entspannt bewertet –, hat Stadtbaurat Henrik Schumann da schon eine andere Sicht der Dinge. Zum Schluss, so Schumann gegenüber der Siegener Zeitung, hätten sich aber Stadt, Kreis und Landschaftsverband auf „diesen jetzt zu sehenden Kompromiss geeinigt“.

Metalltür wohl aus den 1970er- oder 1980er-Jahren

Der Kreis teilte auf Anfrage mit, dass die Eingangstür vermutlich aus den 70er- oder 80er-Jahren stammte. Ältere Bilder zeigen eine andere Tür. Diese war vermutlich aus Holz und hatte Lichtfenster. Das aufgesetzte Holzgitter war kleiner. Die neue Metalltür hatte ein größeres Fenster, das Gitter wurde aufgezogen und war deutlich größer. Da es aus Metall war, war die Türe auch deutlich schwerer als die alte Holztür. Das dürfte auch erklären, warum die Tür zu schwer für die Anker war, woraus die oben beschriebenen Probleme resultierten.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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