SZ

Ziegelwerkstraße statt Uni
Neues Corona-Testzentrum in Siegen nimmt Betrieb auf

Seit Montag wird im neuen Corona-Testzentrum in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Auto-Ausstellungshalle an der Ziegelwerkstraße fleißig getestet. Bisher war das Diagnose-Zentrum an der Universität beheimatet.
2Bilder
  • Seit Montag wird im neuen Corona-Testzentrum in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Auto-Ausstellungshalle an der Ziegelwerkstraße fleißig getestet. Bisher war das Diagnose-Zentrum an der Universität beheimatet.
  • Foto: Julian Kaiser
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

juka Siegen. Um exakt 10 Uhr ging es am Montag in der Ziegelwerkstraße 30 los. In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Automobil-Ausstellungshauses nahe des Kreisgesundheitsamtes nahm das neue Corona-Testzentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein seinen Betrieb auf. Seit Beginn der Pandemie hatte die Turnhalle der Universität am Haardter Berg für Testungen zur Verfügung gestanden, mehr als 8000 Personen wurden dort getestet.
Im Schnitt 60 Tests auf Corona pro Tag
Zum Wintersemester 2020/21 sollten die Räume allerdings wieder der Hochschule zur Verfügung gestellt werden. Daher machte sich der Kreis auf die Suche nach einem neuen Zentrum – und wurde an der Ziegelwerkstraße fündig.

juka Siegen. Um exakt 10 Uhr ging es am Montag in der Ziegelwerkstraße 30 los. In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Automobil-Ausstellungshauses nahe des Kreisgesundheitsamtes nahm das neue Corona-Testzentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein seinen Betrieb auf. Seit Beginn der Pandemie hatte die Turnhalle der Universität am Haardter Berg für Testungen zur Verfügung gestanden, mehr als 8000 Personen wurden dort getestet.

Im Schnitt 60 Tests auf Corona pro Tag

Zum Wintersemester 2020/21 sollten die Räume allerdings wieder der Hochschule zur Verfügung gestellt werden. Daher machte sich der Kreis auf die Suche nach einem neuen Zentrum – und wurde an der Ziegelwerkstraße fündig.

Kreisgesundheitsamt mit neuem Corona-Diagnosezentrum in Siegen zufrieden

Insgesamt 360 Quadratmeter Platz bietet das Gebäude, drei Kabinen für Testungen stehen zur Verfügung. Durch Ein- und Ausgänge auf beiden Seiten ist auch hier ein Einbahnstraßensystem möglich, sodass sich die zu testenden Personen nicht begegnen. „Für uns ist das hier ideal. Es ist ein großer Raum, in dem wir die Abstände und die Leitung der Personen gewährleisten können. Für uns und die meisten Siegener ist es zudem besser zu erreichen. Es ist auf keinen Fall eine Verschlechterung“, erklärte Dr. Christoph Grabe, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, kurz vor Beginn der ersten Testungen im neuen Zentrum. Sieben Minuten sind jeweils für die Testungen in den drei zur Verfügung stehenden Kabinen vorgesehen – wenn die geladenen Personen denn pünktlich erscheinen.

Meist dienen große Familien in Siegen-Wittgenstein als Infektionsherd

Die steigenden Corona-Zahlen in Siegen-Wittgenstein beobachtet Grabe natürlich genauestens. Da aber im gesamten Land Nordrhein-Westfalen ein Anstieg zu erkennen ist, gibt es für den Leiter des Kreisgesundheitsamtes noch keinen Grund zur Panik. „Es wäre schwieriger, wenn nur bei uns die Zahlen steigen würden.“ Als Grund hat Grabe die höhere Bevölkerungsdichte im Westen ausgemacht. „Man sieht auch, dass zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Dichte deutlich geringer ist, es weniger Infizierte gibt.“
In Siegen-Wittgenstein wären es meistens große Familien, die als Infektionsherd dienen. „Denn bei den Neuinfizierten handelt es sich meistens um direkte Kontaktpersonen“, so Grabe. Größere Events wie Hochzeiten seien dagegen bislang weniger als Corona-Ursache auffällig geworden.
Dass derzeit, trotz der steigenden Zahlen, weniger Krankenhauskapazitäten benötigt werden würden, führt Grabe auf das gesunkene Durchschnittsalter zurück. „Wir haben das Phänomen, dass die Leute rund 20 Jahre jünger sind, als es noch bei der ersten Welle der Fall war.“ Die Öffnungen von Kindergärten und Schulen täten ihr übriges dazu. Außerdem seien die Krankenhäuser, und insbesondere auch die Altenheime, besser auf die Situation vorbereitet als noch zu Beginn der Pandemie im März.

Mahnende Worte von Peter Liese (CDU)

Der heimische Bundestagsabgeordnete Peter Liese (CDU) warnt dennoch: „Es ist zwar richtig, dass die steigenden Fallzahlen im Moment noch nicht mit so dramatischen Todeszahlen wie im März oder April verbunden sind, aber leider ist auch hier die Tendenz besorgniserregend.“ Denn die Zahl der Toten würde immer zwei bis drei Wochen hinter den Fallzahlen hinterher hängen. „Wenn jemand positiv getestet wird und damit in die Statistik eingeht, ist er meistens noch nicht so schwer krank, dass er auf die Intensivstation muss. Der Tod tritt bei dieser Erkrankung in der Regel erst nach einigen Wochen ein“, erklärt Liese. Wenn sich die Tendenz sowohl bei den Fallzahlen, als auch bei den Todeszahlen, jedoch so fortsetzen würde, läge man in wenigen Wochen möglicherweise wieder bei einer deutlich höheren Todesrate. „Und das müssen wir gemeinsam verhindern“, appelliert Liese. Daher begrüßt der 55-Jährige auch ausdrücklich die am Sonntag von der Landesregierung beschlossenen Maßnahmen, dass landesweit künftig eine Beschränkung von 50 Teilnehmern für private Feiern im öffentlich Raum gelten soll.

Seit Montag wird im neuen Corona-Testzentrum in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Auto-Ausstellungshalle an der Ziegelwerkstraße fleißig getestet. Bisher war das Diagnose-Zentrum an der Universität beheimatet.
Nahe der Leimbachstraße liegt das neue Corona-Testzentrum.
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

Julian Kaiser (Volontär) auf Facebook
Julian Kaiser (Volontär) auf Instagram
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Spar-Abo der Siegener Zeitung
Schnell abonnieren und bares Geld sparen!

Das Abonnement der Siegener Zeitung ist der bequemste Weg, um jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten aus Siegen, dem Siegerland, Wittgenstein, Altenkirchen und Olpe zu in kompakter Form zu lesen ‒ als gedruckte Zeitung direkt aus dem Briefkasten oder als digitale Version in Form eines E-Papers. Das E-Paper lesen Sie bequem am PC oder ganz mobil mit unserer App für Android und Apple. Schnell Abo buchen und bares Geld sparenSchnell sein lohnt sich jetzt, denn je früher Sie bestellen, desto mehr...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen