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Bismarckplatz gefährdet?
Neues Hallenbad bis Sommer 2024

Am alten Standort soll in Weidenau bis zum Sommer 2024 ein komplett runderneuertes Hallenbad mit einem seitlichen Anbau zur Sieg hin entstehen.
  • Am alten Standort soll in Weidenau bis zum Sommer 2024 ein komplett runderneuertes Hallenbad mit einem seitlichen Anbau zur Sieg hin entstehen.
  • Foto: Michael Roth
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mir Weidenau. 1955/56 ist das Hallenbad Weidenau in Betrieb gegangen, im Oktober 2014 schlug die damalige Stadträtin Babette Bammann Alarm: Massive Schäden an der Dachkonstruktion machten eine vorübergehende Schließung und Sanierung nötig. Dachschäden an der Vorderseite sind weiter erkennbar, seit Jahren laufen die Vorbereitungen für eine umfassende Sanierung plus Anbau, vorher war von einem kompletten Neubau die Rede.
Gestaltung noch ein GeheimnisWie das Bad dereinst aussehen wird, ist weiterhin eine interne Sache der Stadtverwaltung. Selbst die Fraktionen im Rat der Stadt Siegen sind offenbar nur grob informiert.

mir Weidenau. 1955/56 ist das Hallenbad Weidenau in Betrieb gegangen, im Oktober 2014 schlug die damalige Stadträtin Babette Bammann Alarm: Massive Schäden an der Dachkonstruktion machten eine vorübergehende Schließung und Sanierung nötig. Dachschäden an der Vorderseite sind weiter erkennbar, seit Jahren laufen die Vorbereitungen für eine umfassende Sanierung plus Anbau, vorher war von einem kompletten Neubau die Rede.

Gestaltung noch ein Geheimnis

Wie das Bad dereinst aussehen wird, ist weiterhin eine interne Sache der Stadtverwaltung. Selbst die Fraktionen im Rat der Stadt Siegen sind offenbar nur grob informiert. Zumindest ein Geheimnis ließ sich am Freitag der neue Leiter des Sport- und Bäderamtes, Martin Wagener, entlocken: „Nach jetziger Planung ist eine Eröffnung für Juli/August 2024 vorgesehen.“ Die europaweite Ausschreibung und Vergabe der Projektsteuerung ist bis Februar 2021 geplant, die Vergabe der Aufträge und Bauleistungen soll im August 2022 erfolgen. Danach folgen zwei Jahre reine Bauzeit.
Die Politik wird langsam ungeduldig. Konkrete Fragen zur Terminplanung und Kostenschätzung hat die UWG gestellt, die drei Jamaika-Partner wiederum möchten das Langzeit-Thema schnellstmöglich im Bauausschuss auf der Tagesordnung sehen. Wegen des ohnehin ambitionierten Zeitplans. Und weil das Thema in den jüngsten Ratssitzungen und Videokonferenzen überhaupt nicht angesprochen worden ist.
Der Bauausschuss tagt am 16. Juni. Eigentlich sollte der Vorentwurf erst am 23. Juni der verwaltungsinternen Projektgruppe vorgestellt werden, danach soll der projektbezogene Arbeitskreis (mit Fraktionen und Sportvereinen) unterrichtet werden.

Über 16 Mill. Euro für Sanierung und Anbau

Ein paar Details mehr hat die SZ erfahren: Ein totaler Neubau ist lange vom Tisch, das steht fest. Die städtischen Finanzmöglichkeiten geben das nicht her, zumal nach jetzigem Kenntnisstand keine Zuschüsse fließen werden. 32,3 Mill. Euro (brutto) wurden vor einem Jahr für eine große Lösung veranschlagt. Sanierung plus Anbau auf der grünen Wiese zur Sieg hin sollen 16,2 Mill. Euro kosten, an der Schätzung hat sich nichts verändert. Allein der Anbau kommt auf ein Volumen von 8,8 Mill. Euro.
Erklärter Wille der Planer ist es, das gesamte Innere des Hallenbades auszuräumen, den Baukörper total zu entkernen. Übrig bleiben wird ein Skelett mit den Fundamenten und gegebenenfalls der Bodenplatte. Die Becken, die Sanitäreinrichtungen, die Energetik und nicht zuletzt die Bad-Technik werden komplett neu gebaut. „Praktisch entsteht ein Neubau auf der Basis der alten Grundrisse, dazu kommt der Anbau“, erklärt Wagener.

"Nahversorgungsinsel" könnte Eventplatz einschränken

Ein Detail bedarf der besonderen Erwähnung: Es gibt Überlegungen, eine energetische „Nahversorgungsinsel“ auf dem gegenüberliegenden Bismarckplatz zu bauen. Für das Hallenbad, die Bismarckhalle und alle weiteren kommunalen Liegenschaften rundherum. Konkret gemeint sein könnten damit ein Blockheizkraftwerk bzw. Erdwärme.
Aus Sicht eines Ingenieurs garantiert eine prima Sache. Aber: Der in Größe und zentraler Lage einmalige Bismarckplatz wäre als Event-Arena für Firmenlauf, Bierfestivals oder Kirmes nicht mehr oder kaum noch zu gebrauchen, ein Alleinstellungsmerkmal ginge verloren. Es sei denn, so ein Kraftwerk könnte in die Tiefe verlagert werden.

Zwei Bäder gleichzeitig geschlossen?

Eine Notiz am Rande: Sollte ein neues Hallenbad in Weidenau erst im Sommer 2024 zur Verfügung stehen, was passiert bis dahin mit dem alten Löhrtorbad in Siegen? Als technisch marode gilt es, längst ist der Standort verplant und vergeben an die Universität Siegen. Sollte die Uni dort zeitiger bauen wollen, müssten Siegens Schwimmfreunde während der Bauphase in Weidenau mit nur einem Hallenbad in Eiserfeld auskommen.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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