Neues Leben in betagten Mauern

Studierende legen Konzept zur Erhaltung des Krupp-Hochhauses in Geisweid vor

kk Siegen. Stefan Fenster und Dietrich Runkel wollen die Notbremse ziehen. Gestoppt werden soll die Abrissbirne, die über dem Krupp-Hochhaus in Geisweid schwebt. Zu einzigartig und historisch sei das markante Gebäude. Stefan Fenster: »Das war wohl eines der ersten zehn Hochhäuser in Deutschland.« Knapp 50 Jahre ist es alt. Die Muschelkalk-Fassade steht unter Denkmalschutz.

Die Idee war geboren: Die beiden Studierenden am Fachbereich Architektur und Städtebau der Universität Siegen ergriffen die Initiative, entwickelten ein Konzept, wie das elfstöckige Bauwerk mit zwei Kellergeschossen einer neuen Nutzung zugeführt werden könnte. Rückendeckung fanden sie bei Prof. Dipl.-Ing. Sibylle Käppel-Klieber. Die war von der freien Entwurfsarbeit angetan: »Schließlich heißt der Schwerpunkt unseres künftigen Master-Studiengangs ,Bauen im Bestand’«. Überhaupt liege die Umnutzung und Umgestaltung von Gebäuden anstelle von Abriss und/oder Neubau voll im Trend der Zeit.

Trotz Wärmeschutzverordnung sei die schöne Fassade zu erhalten, ist das Trio überzeugt. Das Rezept: Eine zweite, innere Hülle. Das Gebäudeinnere, so das Konzept, solle aus Büroboxen und Freiflächen bestehen. Als Nutzung schwebt den Studierenden ein Zentrum für Neue Medien vor. Internetfirmen, Radio- oder Fernsehsender sowie Videoproduktionen könnten Räume und Produktionsstätten finden. Eine Kantine ist ebenso vorgesehen wie der Erhalt der schmucken Wendeltreppe und des betagten Aufzugs. Dem Treppenaufgang kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. In seinem Umfeld siedeln die Ideengeber ein Museum der Eisen- und Stahlindustrie an. Zur Erinnerung an die ursprüngliche Nutzung des Bauwerks.

Vorgesehen ist, das Hochhaus kubisch durch einen Stahlbetonbau auf dem angrenzenden Sockel zu ergänzen. Dieser Bau stehe im Kontext zur Hüttentalstraße und werde durch eine umlaufende Glasfuge vom Altbau abgesetzt. Nicht zuletzt im Bereich des Hauptzugangs sehen Stefan Fenster und Dietrich Runkel noch Potenziale. Der verrohrte Lauf der Ferndorf könnte offengelegt werden, auf der Fläche des ehemaligen Rechenzentrums ein Mediengarten entstehen - für Medienmacher wie Konsumenten.

Zur Königsstraße hin sehen die Planer einen Reihenhauskomplex für Singles und Ehepaare ohne Kinder vor. An der Geisweider Straße könnte ein Gewerbe-Terrain für Jungunternehmer entstehen, das durch seine kurze Straßenanbindung besteche.

Mit der freien Entwurfsarbeit ist die Arbeit von Stefan Fenster und Dietrich Runkel in Sachen Krupp-Hochhaus noch nicht beendet. In einem zweiten Schritt wird dem Brandschutz im Gebäude auf den Zahn gefühlt. Nur: Nach Ansicht der Studierenden und ihrer Professorin drängt die Zeit. Sie wollten ihre Ideen veröffentlichen, bevor das Gebäude in Schutt und Asche liegt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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