Neues Nahrungsangebot für Wisente

 Auf der Wittgensteiner Seite des Rothaarsteigs wird eine neue attraktive Fläche für die frei lebenden Wisente hergerichtet. Am Dienstag wurde der Zaun gesetzt, um angrenzende Haus- und Gartengrundstücke für alle Wildarten unzugänglich zu machen. Im Bild (v.l.) sind Philipp Etzold, Timo Nierobisch, Johannes Röhl und Lutz Hampel zu sehen. Foto: Wisent-Verein
  • Auf der Wittgensteiner Seite des Rothaarsteigs wird eine neue attraktive Fläche für die frei lebenden Wisente hergerichtet. Am Dienstag wurde der Zaun gesetzt, um angrenzende Haus- und Gartengrundstücke für alle Wildarten unzugänglich zu machen. Im Bild (v.l.) sind Philipp Etzold, Timo Nierobisch, Johannes Röhl und Lutz Hampel zu sehen. Foto: Wisent-Verein
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sz - Unmittelbar mit Beginn der Vegetationsperiode hat der Wisent-Trägerverein damit begonnen, attraktive Flächen auf der Wittgensteiner Seite des Rothaarsteigs für die frei lebende Herde herzurichten. Damit soll die Lust der Wisente auf Baumrinden – gerade auf Grundstücken privater Waldbesitzer im Hochsauerlandkreis – nachhaltig geschmälert werden. Am Dienstag ist als einer von vielen Schritten den Wisenten ein neues Nahrungsangebot auf der Kühhude zur Verfügung gestellt worden. Der Wisent-Trägerverein war im Oktober vom Landgericht Arnsberg dazu verurteilt worden „geeignete Maßnahmen“ zu ergreifen, um die Wisente am Betreten der Grundstücke klagender Waldeigentümer aus dem Hochsauerlandkreis zu hindern. Dafür dient dem Verein ein Gutachten von Dr. Michael Petrak. Er leitet die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW und hat die Expertise im Auftrag des Landes erstellt.

Dr. Michael Petrak listet eine Reihe von Möglichkeiten auf, den Wisenten den Aufenthalt in Wittgenstein im Wortsinne schmackhaft zu machen. Entscheidend ist die Schaffung neuer, attraktiver und vielfältiger Nahrungsquellen. Einen wichtigen Baustein in diesem Konzept bildet die Kühhude. Dort hat die Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer ein rund acht Hektar großes Areal erworben. Über die Anpachtung weiterer rund acht Hektar Wiese in diesem Areal wird gerade verhandelt. Am Dienstag, berichtet Johannes Röhl vom Vorstand des Wisent-Vereins, ist dieser Bereich für die Wisente geöffnet worden. Einerseits wurde ein neuer Zaun gesetzt, um angrenzende Haus- und Gartengrundstücke für alle Wildarten unzugänglich zumachen und parallel dazu die südliche Zauntrasse geöffnet. So wurde allen Wildarten wie auch den Wisenten ein neues Nahrungsangebot eröffnet.

In den kommenden Tagen wird auch noch der Zaun im Osten des Grundstücks teilweise verschwinden. Die Begrenzung im Westen bleibt allerdings bestehen – wegen der angrenzenden Straße. Im Bereich der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer werden weitere Wiesen und Grünflächen – die über das ganze Gebiet verteilt sind – im Sinne des Petrak’schen Gutachtens aufgewertet. Insgesamt sind dies im Streifgebiet der Wisentherde rund 60 Hektar. Im Kern wird die Zusammensetzung der Pflanzen auf diesen Grundstücken vielfältiger und abwechslungsreicher gestaltet.

Die Umgestaltung solcher Grünflächen für die Wisente ist der zentrale Punkt des Petrak-Gutachtens. Ein weiterer stellt die Lenkung der Wisente im Raum dar. Fütterungen mit Futtermitteln, wie sie nach den behördlichen Vorgaben für die Wisente zugelassen sind, sind den ganzen Winter über vorgenommen worden. „Außerdem geben wir gezielt Rindenpellets hinzu, um den Wisenten in Wittgenstein alles Notwendige zur Verfügung zu stellen, damit sie nicht im Hochsauerland nach Nahrung suchen“, sagt Johannes Röhl.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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