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Vom Bunkerdach in die Geschichte blicken
Neues Siegerlandmuseum

Auf dem Bunker soll ein Observatorium entstehen – von dort fällt der Blick auf Gegenwart und Geschichte der Stadt. Im Tablet-Display können Szenen aus vergangenen Zeiten an die richtige Stelle gerückt werden. Die beispielhafte Stadtbrand-Illustration im kleinen Bild zeigt nicht Siegen.
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  • Auf dem Bunker soll ein Observatorium entstehen – von dort fällt der Blick auf Gegenwart und Geschichte der Stadt. Im Tablet-Display können Szenen aus vergangenen Zeiten an die richtige Stelle gerückt werden. Die beispielhafte Stadtbrand-Illustration im kleinen Bild zeigt nicht Siegen.
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js Siegen. Der alleinige Blick zurück ist Geschichte: Das Neue Siegerlandmuseum soll sein Augenmerk auch auf das Heute und Morgen richten, und das nicht nur bezogen auf die Stadt Siegen, sondern auf die Region. Das berichtete die kommunale Kulturchefin Astrid Schneider jetzt in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Kulturausschuss. Das Neue Siegerlandmuseum, das durch die geplante Ausdehnung in den Bunker an der Burgstraße auch inhaltlich massiv erweitert werden soll, wird kulturelle Bildung mithilfe digitaler Medien vermitteln. „Es wird ein Haus der lebendigen Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“

Städtebauliche Aspekte, soziale Struktur, Integration: „Es gibt kein lebensweltliches Thema, das nicht auch in ein Museum passt“, berichtete Schneider.

js Siegen. Der alleinige Blick zurück ist Geschichte: Das Neue Siegerlandmuseum soll sein Augenmerk auch auf das Heute und Morgen richten, und das nicht nur bezogen auf die Stadt Siegen, sondern auf die Region. Das berichtete die kommunale Kulturchefin Astrid Schneider jetzt in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Kulturausschuss. Das Neue Siegerlandmuseum, das durch die geplante Ausdehnung in den Bunker an der Burgstraße auch inhaltlich massiv erweitert werden soll, wird kulturelle Bildung mithilfe digitaler Medien vermitteln. „Es wird ein Haus der lebendigen Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“

Städtebauliche Aspekte, soziale Struktur, Integration: „Es gibt kein lebensweltliches Thema, das nicht auch in ein Museum passt“, berichtete Schneider. Wesentliche Diskussionen über die Entwicklung der Stadt sollen im Museum stattfinden – beispielsweise die über das Uni-kommt-in-die-Stadt-Projekt „Siegen. Wissen verbindet“. „Spannend“ sei es, solche Debatten in einen historischen Kontext zu setzen.

Blick auf die Regionalgeschichte

Doch Siegen möchte über den eigenen Tellerrand, pardon: die Stadtgrenzen, hinausblicken. „Wir wollen die Regionalgeschichte stärker in den Blick nehmen“, berichtete Astrid Schneider. Dieses neue Selbstverständnis (oder auch „Mission Statement“) sei durch die 1000-Quadratmeter-Erweiterung vom Oberen Schloss aus in den Bunker möglich. Im Verbund mit kompetenten Partnern werde das Projekt vorangetrieben. Bei der Vermittlung gebe es „enorme Chancen, pädagogischen Mehrwert durchs Digitale zu erreichen“. Genau das ist der Ansatz, mit dem das Museum von dem über die Regionale 2025 in Aussicht gestellten Fördertopf profitieren möchte – diese hat sich schließlich das Digitale auf die Fahnen geschrieben. „Die Beteiligung der Bürger ist integraler Bestandteil des Projekts“, erläuterte Astrid Schneider und sprach von einer „Aufgabe über Generationen“.

So könnte der Bunker künftig einmal aussehen.
  • So könnte der Bunker künftig einmal aussehen.
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Und auf diese Steine soll das Museumskonzept bauen: Im Neubau soll ein Willkommensraum entstehen, der einen Überblick über Stadt- und Kreisentwicklung gibt. Multimediawände und ein 3-D-Modell sollen das auf moderne Weise übernehmen. Auch in der Ausstellungsfläche ist Multimedia angesagt, thematisch wird es u. a. um Haubergswirtschaft, Köhlerei, Gerberei und Bergbau gehen. Unter der Überschrift „Mentalität“ werden aber auch das soziale Leben sowie Sprache und Dialekt in den Blick genommen. Exponate sollen mit historische Filmmaterial ergänzt werden. Erhalten werden soll auf jeden Fall eine historische Bunkerzelle, in der die Besucher mit Unterstützung audiovisueller Medien die beklemmende Situation Schutzsuchender nachempfinden können. Auf dem Dach des großen Bunkers wiederum soll eine weitere Etage entstehen, das „Observatorium“, die den analogen Blick über die Stadtlandschaft ermöglicht und zugleich mithilfe von Tablets den Strukurwandel bildlich darstellt. „Augmented Reality“, erweiterte Realität also, soll den Panoramablick über die Zeitachse werfen und die aktuelle Sicht mit früheren Entwicklungsepochen abgleichen lassen. So kann der Betrachter beispielsweise den großen Stadtbrand von 1695 sehen.

Museum als außerschulischer Lernort

Darüber hinaus soll das Neue Siegerlandmuseum ein außerschulischer Lernort werden. Hier soll ein Zukunftslabor entstehen, eine Lehr- und Lernwerkstatt im kleinen Bunker. Stadt, Schulen, Uni, Vereine und sonstige Interessengruppen sollen hier zum Zuge und ins Gespräch kommen.
14,4 Millionen Euro: Das ist die Gesamtsumme, die für die Erweiterung des Museums fällig werden dürfte – inklusive 2 Millionen für die Ausstattung. Den größten Batzen (66 Prozent) erhoffen sich die Planer aus Städtebaufördermitteln von Land und Bund. In diesem Jahr ging die Krönchenstadt leer aus, der nächste Anlauf soll für 2022 genommen werden. So oder so bleiben 4,9 Millionen Euro Eigenbeteiligung, davon 3 Millionen für die Stadt Siegen.

Der Förderverein hat binnen kurzer Zeit 1,66 Millionen Euro gesammelt. Und auch der Kreis Siegen-Wittgenstein soll in die Pflicht genommen werden. Ob er die von ihm erhofften 300 000 Euro beisteuern wird im Haushaltsjahr 2023, darüber entscheidet der Kreistag am 25. Juni. Der Siegener Rat muss über „seinen“ Anteil ebenfalls noch abstimmen.

Auf dem Bunker soll ein Observatorium entstehen – von dort fällt der Blick auf Gegenwart und Geschichte der Stadt. Im Tablet-Display können Szenen aus vergangenen Zeiten an die richtige Stelle gerückt werden. Die beispielhafte Stadtbrand-Illustration im kleinen Bild zeigt nicht Siegen.
So könnte der Bunker künftig einmal aussehen.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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