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Wechsel auf Winterreifen
Nicht alle Autofahrer beherzigen „O bis O“-Leitsatz

Obwohl die Hochzeit der Reifenwechsel klassischerweise im Oktober ist, hat Emre Özsevgeç vom Siegener Reifenservice auch momentan noch alle Hände voll zu tun.
  • Obwohl die Hochzeit der Reifenwechsel klassischerweise im Oktober ist, hat Emre Özsevgeç vom Siegener Reifenservice auch momentan noch alle Hände voll zu tun.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

juka Siegen. „O bis O“. Oktober bis Ostern. Diesen Leitsatz werden die meisten Autofahrer schon einmal gehört haben. In diesem Zeitraum wird empfohlen, auf Winterreifen umzusteigen. Aber warum eigentlich? „Ab Oktober kann es schon mal nächtlichen Frost geben, dann geht man mit einem Wechsel auf Nummer sicher“, erklärt Dirk Krüger, Bereichsleiter Technik & Verkehr beim ADAC. „Vor allem im höher gelegenen Siegerland ist es sicherlich nicht unerheblich, denn Autofahrer sollten sich immer den Gegebenheiten auf den Straßen anpassen können“, so Krüger. Nach Ostern werde es häufig zu warm für Winterreifen, sodass sich ein Wechsel auf „Sommer“ empfehle.

juka Siegen. „O bis O“. Oktober bis Ostern. Diesen Leitsatz werden die meisten Autofahrer schon einmal gehört haben. In diesem Zeitraum wird empfohlen, auf Winterreifen umzusteigen. Aber warum eigentlich? „Ab Oktober kann es schon mal nächtlichen Frost geben, dann geht man mit einem Wechsel auf Nummer sicher“, erklärt Dirk Krüger, Bereichsleiter Technik & Verkehr beim ADAC. „Vor allem im höher gelegenen Siegerland ist es sicherlich nicht unerheblich, denn Autofahrer sollten sich immer den Gegebenheiten auf den Straßen anpassen können“, so Krüger. Nach Ostern werde es häufig zu warm für Winterreifen, sodass sich ein Wechsel auf „Sommer“ empfehle. Zwar gäbe es auch die Möglichkeit von Ganzjahresreifen, „aber aus Sicht des ADAC sind Allwetterreifen immer ein Kompromiss, weil sie sich weder im Winter, noch im Sommer auf allerbestem Level bewegen“, stellt Krüger klar. Besonders wer viel mit dem Auto unterwegs ist, sollte den Wechsel bevorzugen, empfiehlt der Experte.

Viele Autofahrer wechseln die Reifen erst im November

Dass ein Großteil der Autofahrer diese Empfehlung beherzigt, es mit „O bis O“ aber nicht so ernst nimmt, zeigt sich auch daran, dass die heimischen Autowerkstätten im November noch ordentlich beschäftigt sind. „Wir haben aktuell zum Glück noch gut zu tun, auch wenn die Hochzeit bereits vorbei ist“, erläutert Emre Özsevgeç vom Siegener Reifenservice in Kaan-Marienborn. Besonders die Kunden ab 50 Jahren aufwärts seien meist recht früh dran und ließen ihre Reifen bereits im Oktober wechseln. „Da hatten wir schon einen ziemlichen Andrang.“ Dass Kunden auf den allerletzten Drücker vorbeikämen, sei erfahrungsgemäß nichts besonderes.
Auch bei Vergölst Reifen und Autoservice in der Hengsbach ist der erste große Andrang vorüber. „Das Allerschlimmste ist durch, Corona-bedingt hat es in diesem Jahr auch schon gut 14 Tage früher begonnen“, erklärt Björn Zimmermann. Zwar habe man momentan weiter gut zu tun, Termine bekommme man aber innerhalb von drei bis vier Werktagen. „Im Oktober konnte das auch teilweise an die zwei Wochen gehen“, blickt Zimmermann zurück. Autofahrer, die bis zum letzten Moment warten, gebe es aber dennoch. „Es sind aber eigentlich immer die Gleichen, die bis zur ersten Schneeflocke warten“, lacht er. Insgesamt habe sich „von O bis O“ aber gut in den Köpfen der Kunden verankert.

Keine an ein Datum geknüpfte Winterreifenpflicht in Deutschland

Eine rechtliche Relevanz hat die Faustformel allerdings nicht. Denn eine generelle, an ein festes Datum geknüpfte, Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Stattdessen herrscht eine „situative Pflicht“, die besagt, dass bei winterlichen Bedingungen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch und Eis- oder Reifglätte nur mit Winterreifen gefahren werden darf. „Sommerreifen sind aufgrund ihres Profils nicht in der Lage, mit kalten, glatten Straßen oder einer Schneedecke fertig zu werden. Bei einer Außentemperatur von unter vier Grad Celsius wird es wirklich schwierig und gefährlich mit Sommerreifen“, erklärt der ADAC-Experte. Zudem könne sich der Bremsweg bei winterlichen Verhältnissen verdoppeln.

Bei Sommerreifen im Winter droht Bußgeld

Wer unter diesen Bedingungen dennoch mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Werden andere Fahrzeuge behindert, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro. Bei einer Gefährung oder einem Unfall kommen noch einmal je 20 Euro hinzu, es bleibt aber bei einem Punkt. Zur Kasse gebeten wird der Fahrer, nicht der Halter. „Seit 2018 gilt aber zudem für den Halter, dass bei Anordnung der Inbetriebnahme des KfZ ohne erforderliche Winterbereifung ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt droht“, erklärt Christoph Irle von der Kreispolizeibehörde. Und damit nicht genug. Denn bei einem Unfall auf Sommerreifen droht auch Ärger mit der Versicherung. „Das ist vorprogrammiert. Dieses Risiko ist nicht nötig und vermeidbar“, appelliert Dirk Krüger an eine rechtzeitige Umrüstung auf Winterreifen. Für Zweiräder, Nutzfahrzeuge aus der Landwirtschaft und Anhänger gilt die Pflicht hingegen nicht.

Zu lange Nutzung von Winterreifen ist gefährlich

Wer Winterreifen zu lange fährt, nimmt allerdings auch Gefahren in Kauf. Die höheren Temperaturen führen, aufgrund der weicheren Gummimischung, zu einer stärkeren Abnutzung der Reifen. „Wenn die Winterreifen durch Wärme weich werden, ist das Fahrverhalten instabiler, auch der Bremsweg wird dadurch beeinflusst“, warnt ADAC-Fachmann Dirk Krüger. Insgesamt sollte man sich spätestens bei einer Profiltiefe von 4 Millimetern neue Reifen anschaffen, unabhängig von der Profiltiefe zudem aber auch nach sieben bis zehn Jahren. „Die Gummimischung härtet mit den Jahren aus und dann ist der Reifen ebenfalls unbrauchbar“, zeigt Krüger die Probleme auf.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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