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Feuerwehr lässt Übungen wegen Corona vielerorts ausfallen
Nicht alle Wehren wollen verzichten

Der Übungsbetrieb der Feuerwehr soll wegen Corona ausgesetzt werden – zumindest teilweise.

nja/tika/bjö Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Wenn es brennt oder technische Hilfeleistungen z. B. bei Verkehrsunfällen dafür sorgen, dass Leben gerettet wird, sind sie allzeit einsatzbereit – damit dies auch dauerhaft so bleibt, ziehen Feuerwehren in der Region nun erneut weitere Register der Vorbeugung: „Unter Berücksichtigung des Inzidenzwertes und der Bewertung anhand der Empfehlungen des Bundesfeuerwehrarztes sind die Feuerwehren im Kreis Olpe zu dem Schluss gekommen, dass der Übungs- und Ausbildungsdienst ab sofort auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird.“ Das teilte Olpes Kreisbrandmeister Christoph Lütticke auf Anfrage mit.
Nur noch EinsatzdienstIm Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es bei den Feuerwehren eine Mehrheit für dieses Prozedere. Das bestätigte Kreisbrandmeister Bernd Schneider.

nja/tika/bjö Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Wenn es brennt oder technische Hilfeleistungen z. B. bei Verkehrsunfällen dafür sorgen, dass Leben gerettet wird, sind sie allzeit einsatzbereit – damit dies auch dauerhaft so bleibt, ziehen Feuerwehren in der Region nun erneut weitere Register der Vorbeugung: „Unter Berücksichtigung des Inzidenzwertes und der Bewertung anhand der Empfehlungen des Bundesfeuerwehrarztes sind die Feuerwehren im Kreis Olpe zu dem Schluss gekommen, dass der Übungs- und Ausbildungsdienst ab sofort auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird.“ Das teilte Olpes Kreisbrandmeister Christoph Lütticke auf Anfrage mit.

Nur noch Einsatzdienst

Im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es bei den Feuerwehren eine Mehrheit für dieses Prozedere. Das bestätigte Kreisbrandmeister Bernd Schneider. Ausschlaggebend für beide Kreise ist der unerfreuliche Umstand, dass die Sieben-Tage-Inzidenz die Marke von 25 überschritten hat. „Wir richten uns seit April nach den Corona-Empfehlungen der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung. Nun haben wir eine neue Phase erreicht. Sie sieht vor, dass nur noch Einsatzdienst stattfindet“, so Schneider. Oberstes Ziel sei die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft.

Verzicht auf Übungen

In einer Videokonferenz habe er den Feuerwehrführungen diese Empfehlung ans Herz gelegt: Zunächst bis zum 15. November soll auf Übungen ganz verzichtet werden. In vier Kommunen sind die Würfel noch nicht gefallen: Hier finden erst einmal interne Gespräche statt. Welche Feuerwehren dies sind, darauf habe man sich verständigt, solle nicht verraten werden. Siegen und Bad Berleburg, so erfuhr die SZ aber im Laufe des Tages, wollen am Donnerstag beraten, Burbach im Laufe der Woche.

Aktivitäten müssen stattfinden

Erndtebrück tagte am Dienstagabend. Von einem erneuten Lockdown will man dort absehen. „Wir werden kein Risiko eingehen, im Gegenteil: Wir halten uns an alle gesetzlichen Vorgaben und werden das geringstmögliche Risiko eingehen. Dennoch muss es weiterhin Aktivitäten in den Gerätehäusern geben“, erklärte Feuerwehrchef Karl-Friedrich Müller. „Wir werden den normalen Übungsdienst drastisch reduzieren, aber nicht einstellen. Bei den Zahlen, die wir aktuell in Erndtebrück haben, stellt dies kein Risiko dar. Wir werden dafür sorgen, dass es nur minimale Begegnungen gibt.“ Das detaillierte Vorgehen will er mit dem Feuerwehrarzt absprechen. Es sei nicht vermittelbar, den Dienst einzustellen, wenn zugleich etwa Vereinsmeisterschaften oder Kontaktsportarten erlaubt seien.

Keine gesetzlichen Regeln

Es sei eine schwierige Situation, sagt Kreisbrandmeister Schneider mit Blick auf das Fehlen gesetzlicher oder verbindlicher Regeln. Eines steht kreisweit fest: „Bis zum Jahresende haben wir alle Kreis-Lehrgänge ausgesetzt.“ Natürlich sei der Übungsbetrieb ein wichtiges Instrument, um dauerhaft im Ernstfall bestehen zu können. Das Erfahrungsspektrum in den Einheiten sei aber groß – da mache er sich keine Sorgen. Angesichts der zunehmenden Einschränkungen stelle sich ohnehin die Frage: „Was kann überhaupt noch geübt werden?“

Vorsicht ist geboten

Trainingsabende fanden zuletzt nur unter erschwerten Bedingungen statt, berichtete beispielhaft Stadtbrandinspektor Berthold Braun, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Kreuztal: In Kleingruppen von bis zu zehn Löschkräften wurde seit Anfang Juli wieder alle zwei Wochen geübt – unter Hygienebedingungen wie dem Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Dass ein kompletter Löschzug, abgesehen von Einsätzen, gemeinsam Schläuche ausrollte, das hat es seit März nicht mehr gegeben: „Wir sind systemrelevant, und daher sind Vorsicht und Vorbeugung sehr wichtig.“

Keine Treffen der Kinder- und Jugendfeuerwehren

Natürlich fallen die Einschränkungen schwer – Miteinander und Geselligkeit werden in der Feuerwehr groß geschrieben. Darauf muss schon seit Monaten verzichtet werden. Eine Herbstübung wird es nicht geben, und auch der Hydrantencheck fällt vorerst aus.
Sehr bedauerlich finden Schneider und Braun auch, dass die Kinder- und Jugendfeuerwehren sich seit Monaten vielerorts nicht mehr treffen können. „Wir überlegen an digitalen Möglichkeiten für die Jugendausbildung“, so Braun. Für die Kinder hatte die Kreisfeuerwehr schon einige Aktionen am Start, um in Kontakt zu bleiben, zu signalisieren: „Es gibt uns noch.“ Zum Beispiel Malaktionen und ein Backrezept für einen Feuerwehrkuchen. „Wir müssen schon aufpassen, dass uns der Nachwuchs nicht wegläuft“, betont Berthold Braun.

Kreisausbildung in AK

Im Kreis Altenkirchen liegt die Inzidenz derzeit deutlich unter 25. „Wir werden bei den Einsatz- und Übungsdiensten die Hygieneregeln umsetzen. Auf Jahresabschlussübungen und Ausflüge wird in diesem Jahr verzichtet“, teilte stellv. Kreisfeuerwehrinspekteur Ralf Schwarzbach mit. „Froh sind wir darüber, dass wir die Kreisausbildung wieder aufnehmen konnten. Hier haben wir schon seit August die Hygienemaßnahmen erhöht und die Teilnehmerzahlen gesenkt.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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